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Tunnel unter Evesen geplant

Neuer Bundesverkehrswegeplan Tunnel unter Evesen geplant

Das Bundesverkehrsministerium hat gestern Morgen mit der Öffentlichkeitsbeteiligung zum Bundesverkehrswegeplan begonnen und Details zum geplanten viergleisigen Ausbau der Bahnstrecke Hannover-Bielefeld veröffentlicht.

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Bückeburg. Demzufolge soll bei Bückeburg eine neue Trasse entstehen, die auch zwei Tunnel bei Evesen und an der Porta Westfalica zwei Tunnel umfasst.

 Den Entwürfen zufolge ist die geplante Neubautrasse der Bahn zwischen Bückeburg und der Porta in weiten Teilen mit der identisch, die bereits 2004 der Favorit der Planer war. Ziel ist es, dadurch den Nah- und Güterverkehr vom Fernverkehr zu treffen, der Bahnhof in Bückeburg soll erhalten bleiben.

 Nach den vorläufigen Entwürfen läuft die Neubautrasse ab Echtorf über ein Brückenbauwerk die alten Gleise kreuzend nördlich von Achum zwischen Scheie und Meinsen hindurch durch die Bückeburger Niederung – auf der Grenze des Naturschutzgebietes – Richtung Evesen. Kurz vor der alten Bahntrasse ist im Bereich von Zusammenfluss von Aue und Kleiner Aue der Bau eines Tunnels geplant, der nördlich des Schulzentrums etwa am Waldrand am Gevattersee wieder an die Oberfläche kommt und von dort gen Porta läuft, wo ein zweiter Tunnel unter dem Wesergebirge geplant ist. Das Ministerium betont, dass es sich um einen Konzeptentwurf handelt, der als Bewertungsgrundlage zu sehen ist: „Die Trassierung wird in der weiteren Planung festgelegt.“ Die Planungsdauer wird mit sieben Jahren angegeben, die Dauer der Bauphase mit fünf Jahren.

 Für den gesamten viergleisigen Ausbau der Bahnstrecke zwischen Hannover und Bielefeld – Gesamtlänge 72 Kilometer – sind 1,8 Milliarden Euro angesetzt. Im Bundesverkehrswegeplan ist der viergleisige Ausbau als vordringlich eingestuft. Die Strecke wird mit einer Belastung von 110 Prozent und darüber angegeben, täglich fahren bis zu 162 Züge zwischen Minden und Hannover. Weitere Überlastungen seien als Folge der wirtschaftlichen Entwicklung zu erwarten.

 Die Zeitersparnis durch die Entzerrung von Nah- und Güterverkehr auf der alten Trasse und dem Fernverkehr auf der neuen Trasse wird von den Planern mit acht oder zwölf Minuten angeben, hier nennen die Planer unterschiedliche Zahlen. Der Bahnhof der alten Eisenbahnerstadt wird vom Fernverkehr abgeschnitten und umfahren.

 Bisher kann auf der alten Trasse nur eine Höchstgeschwindigkeit von 160 Stundenkilometern gefahren werden, wenn ausgebaut ist, sollen es 230 Stundenkilometer sein. Rund zehn Millionen Fahrgäste werden derzeit auf dem Streckenabschnitt transportiert. Durch die schnellere Fahrzeit zwischen Berlin und dem Ruhrgebiet erwarten die Planer einen Anstieg derer, die vom Pkw auf die Bahn umsteigen, von rund 600000 Menschen und einen Anstieg der Gütertransporte. Der Ausstoß von Kohlendioxid soll durch den Ausbau jährlich um knapp 28000 Tonnen reduziert werden, der von Stickoxiden um 41 Tonnen, der von Kohlenmonoxid um 29 Tonnen.

 Insgesamt erwarten die Planer in der Kosten-Nutzen-Analyse einen Nutzen für den Personenverkehr von 2,267 Milliarden Euro, für den Güterverkehr von 560 Millionen Euro.

 In der Umwelt- und Naturschutzfachlichen Beurteilung wird dem Projekt insgesamt eine „hohe Umweltbetroffenheit“ attestiert. 34000 Einwohner werden entlastet, knapp 14000 neu belastet oder stärker betroffen. 143 Hektar Fläche werden in Anspruch genommen. Sechs FFH-Gebiete werden möglicherweise beeinträchtigt, ein Naturschutzgebiet – die Bückeburger Niederung – befindet sich unmittelbar neben der Trasse und ein weiteres wird randlich geschnitten. Mehrere Landschaftsschutzgebiete und Naturparks sind betroffen. Hohe Beeinträchtigungen entstehen durch die Durchfahrt durch Wasserschutzgebiete und Heilquellenschutzgebiet. 1,4 Kilometer Überschwemmungsgebiet werden durchfahren.

 Bei der Veröffentlichung von insgesamt achten Karten weist das Bundesverkehrsministerium darauf hin, dass der Verlauf der Trassen eine Möglichkeit darstelle. In den nachfolgenden Planungsstufen könne sich der Verlauf ändern und genannte Umweltbetroffenheiten reduziert oder vermieden werden. rc

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