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Bückeburg Stadt Umjubeltes Jahreskonzert
Schaumburg Bückeburg Bückeburg Stadt Umjubeltes Jahreskonzert
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00:18 23.11.2017
Das Blasorchester Krainhagen präsentiert sich in Gala-Form, Dirigent Roman Reckling trägt Schottenrock. Quelle: bus
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BÜCKEBURG

 Zum Auftakt führte die Jahresabschlussreise mit dem aus dem 17. Jahrhundert stammenden Marsch „British Grenadiers“ und der mittelalterlichen Rhapsodie „Irish Castle“ in längst vergangene Zeiten. Dass das Orchester aber auch aktuelle Kompositionen bravourös zu meistern versteht, stellte es in der Folge mit mehreren Filmmusiken unter Beweis. Etwa mit Melodien aus der beliebten US-amerikanischen Fernsehserie „Game of Thrones“, dem Soundtrack „I am the Doctor“ aus der TV-Serie „Dr. Who“ und dem Titelstück aus der BBC-Serie „The Dark Island“.

Dutzend Dudelsackspieler

 Die „Dunkle Insel“ erlebte mit dem Auftritt der von Pipemajor Maik Kälin dirigierten „Teuto District Pipeband“ eine zusätzliche besondere Note. Die rund ein Dutzend Dudelsackspieler kamen auch beim Ausklang zum Einsatz. Bemerkenswerte Akzente setzte zudem Sängerin Charlotte Hagen, die mit „Gabriellas Sang“ (aus dem schwedischen Film „Wie im Himmel“) und mit „Let me entertain You“ (ein Medley aus Songs von Robbie Williams) das Auditorium faszinierte.

 Bei „Classics to go“ vollbrachte die Instrumentalisten das Kunststück, zehn klassische Werke und ungefähr 200 Jahre Musikgeschichte innerhalb von drei Minuten darzubieten. „Ein heißer Ritt“, meinte Dirigent Reckling. Wesentlich verhaltener, aber dennoch mit sehr viel Beifall honoriert, kamen Roman Polanskis gruseliger „Tanz der Vampire“ und Klaus Doldingers „Das Boot“ daher.

 Zu den Höhepunkten zählten überdies die Vorstellung des jeweils von Marion Lochner-Müller geführten Jugendensembles und der Erwachsenengruppe „Blas und Spaß“ sowie der „Eighties Flashback“, der sich als poppiger Ausflug in die achtziger Jahre entpuppte.

Geschichten aus dem Proben-Nähkästchen

 Mit „eine Zeitreise an sich“ kündigte der im schottischen Karorock dirigierende Reckling dem bis hoch in die Ränge besetzten Saal David Warren „Dave“ Brubecks „Blue Rondo à la Turk“ an. Als er das Stück dem Orchester zum ersten Mal vorgestellt habe, habe dieses vielleicht gedacht, „der Typ hat sie wohl nicht alle“, plauderte der Moderator ein wenig aus dem Proben-Nähkästchen. „Aber sie haben mir sehr vertraut.“

 „Wir versuchen, Brubecks Jazz-Quartett als Orchester darzustellen“, erläuterte der musikalische Leiter. „Das ist jetzt der zweite heiße Ritt dieses Nachmittags, nun wollen wir Sie mitnehmen in eine gewissermaßen orientalische Sphäre.“ Der US-amerikanische Pianist, Bandleader und Komponist, der in seinen Titeln den Jazz sowohl mit europäischer Konzertmusik als auch mit internationalen Einflüssen verband, hätte fraglos seine helle Freude an der Bigband-Fassung seines Quartettstücks gehabt. Gewagt und fabelhaft gemeistert. bus

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