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Tierschutzvereine stellen Strafanzeige

Unbekannter ertränkt Hund Tierschutzvereine stellen Strafanzeige

Der Fall erregt seit Wochen die Gemüter: Am 17. März wurde der Rintelner Polizei ein toter Hund in der Exter gemeldet. Jetzt hat der Tierschutzverein Bückeburg/Rinteln Strafanzeige gestellt.

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An der Exter hat ein Unbekannter einen Hund ertränkt.

Quelle: Archiv

Bückeburg/Rinteln. Dieser war, wie sich schnell herausstellte, auf schreckliche Weise zu Tode gekommen: Unbekannte hatten dem kleinen schwarz-weißen Mischling eine mit Steinen beschwerte Kette um den Hals gelegt und ihn damit vorsätzlich ertränkt.

 Schnell schlugen die Wogen hoch, insbesondere in den sozialen Netzwerken. Zahlreiche Hinweise aus der Bevölkerung führten die Polizei jedoch bislang auf keine heiße Spur. Nachdem der Rintelner Rechtsanwalt Dietmar Nolting 200 Euro für den entscheidenden Hinweis zur Ergreifung des Täters ausgesetzt hatte, meldeten sich weitere Leser und ließen die Belohnungssumme auf mehr als 1000 Euro ansteigen. Jetzt haben sich auch die Tierschutzvereine Bückeburg und Bad Nenndorf in den Fall eingeschaltet.

 „Wir sind einfach nur entsetzt über so viel Grausamkeit und Scheußlichkeit und möchten uns daher aktiv daran beteiligen, dass dieses Scheusal von Mensch gefasst und angemessen bestraft wird“, erklärte Monika Hachmeister, Vorsitzende des Tierschutzvereins Bückeburg-Rinteln und Umgebung. Beide Tierschutzvereine haben daher bei der Staatsanwaltschaft Bückeburg Strafanzeige wegen Tierquälerei gegen unbekannt gestellt. Das soll den öffentlichen Druck verstärken, dass auch weiter intensiv ermittelt werde und die Strafverfolgungsbehörden den Fall nicht irgendwann im Sande verlaufen lassen, so Hachmeister.

 Zudem möchten auch die Tierschützer zur Erhöhung der Belohnung beitragen – natürlich nicht aus Mitteln der Vereinskasse, wie Hachmeister betont, wohl aber durch privates Geld der Vereinsmitglieder. „Jedem mitfühlenden Menschen muss es den Magen herumdrehen, was dort in Exten passiert ist, aber uns Tierschützer geht es natürlich ganz besonders nahe.“ Als Hachmeister erstmals über den Fall im Kreise der Mitglieder und Helfer des Tierschutzvereins berichtete und dabei auch das von der Polizei zur Verfügung gestellte Foto des ertränkten Hundes vorzeigte, seien viele in Tränen ausgebrochen. „Wir würden uns wünschen, dass dieser Täter wenigstens einmal in seinem Leben so viel Angst und Panik erlebt wie das arme Tier in seinem Todeskampf.“

 Mit der Erhöhung der Belohnung solle bei Zeugen und Mitwissern die Bereitschaft geweckt werden, sich gegenüber der Polizei zu offenbaren. „Ein solcher Hund kann nicht unsichtbar gewesen sein. Sein Besitzer muss Verwandte, Bekannte, Angehörige, Freunde, Kollegen oder Kunden haben, die sich erinnern.“ Dabei hätte der Hund nicht sterben müssen, selbst wenn sein Besitzer keine Möglichkeit mehr gehabt haben sollte, ihn zu versorgen: „Wir nehmen zwar selbst keine Abgabetiere auf, hätten aber bei einem Notfall sofort Hilfestellung geben, beraten und Kontakte knüpfen können, um das Tier in ein neues Zuhause zu vermitteln.“

 Dabei ist der schreckliche Tod des Hundes in Exten bei Weitem kein Einzelfall. So wurden im Mai 2015 im Biener See bei Lingen drei ertränkte Hundewelpen entdeckt. Im Oberbergischen Morsbach umwickelten im Juni 2015 unbekannte Tierquäler einem Hundewelpen die Schnauze mit Klebeband und ertränkten ihn in einem Weiher. Im November 2015 versenkten unbekannte Täter einen Mops-Mischling mit zwei Steinen um den Hals im Feisnecksee bei Waren an der Müritz. Und erst vor wenigen Tagen meldete das Polizeipräsidium Karlsruhe drei ertränkte Hunde in einem Bachlauf nahe der Bundesstraße 463 bei Holzbronn.

 Durch eine harte und spürbare Bestrafung des Täters von Exten erhofft sich Hachmeister deshalb vor allem eine Verhinderung möglicher weiterer Taten. „Die gesetzlichen Rahmenbedingungen dafür sind gegeben, sie müssen nur gegen solche Täter endlich ausgeschöpft werden.“ Auch Rechtsanwalt Nolting aus Rinteln hatte bereits darauf hingewiesen, dass Tierquälerei mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren bestraft werden könne. Hachmeister: „Dem armen Tier selbst können wir nicht mehr helfen. Aber eine harte Strafe kann dazu beitragen, andere Tierquäler von einer solchen Tat abzuschrecken.“

 Hinweise nimmt die Polizei Rinteln unter Telefon (05751) 95450 entgegen. jp

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