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Unmut sammeln und formulieren

Bückeburg / Tagung Unmut sammeln und formulieren

Fragen aus den Bereichen „Familie und Beruf“ sowie „Zukunft ehemaliger Soldaten“ haben eine Tagung des Bundesvorstandes der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Bundeswehrverband in der CDA (Christlich-Demokratische Arbeitnehmerschaft Deutschlands/ CDU-Sozialausschüsse) – kurz AG DBwV/CDA – beherrscht, die jetzt zwei Tage lang in der Jägerkaserne beratschlagt hat.

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Martin Berg (Vierter von rechts) und Max Matthiesen (Vierter von links) mit den Vorstandsmitgliedern Günter Klein (von links), Martin Schulte, Heiko Tadge, Horst Riess, Kurt Krummenauer und Werner Appuhn.

Quelle: bus

Bückeburg. Bückeburg. „Wir betrachten es als unsere Aufgabe, politische Entscheidungsträger auf diese Problematiken aufmerksam zu machen“, erläuterte Martin Berg, der Bundesvorsitzende der Gemeinschaft. Man könne auch sagen, die Aufgabe der AG bestehe darin, „Unmut zu sammeln und diesen ordentlich zu formulieren“.

 Die Tagungsteilnehmer betrachteten die Fragen zum einen aus dem Blickwinkel aktiver Bundeswehrangehöriger. „Die Leute wissen, dass sich die Streitkräfte ganz deutlich umstrukturieren und verändern werden und dass viele früher geplante Karrieren, viele beabsichtigte Lebensentwürfe in der gedachten Art nicht bestehen werden“, verdeutlichte Berg. Aber sie wollten wissen: Wie geht es mit der Bundeswehr weiter? Wie kann ich meine Lebensplanung verändern? Was ist mit meiner Familie? Was passiert mit meinen Kindern? Was passiert mit meiner Ehefrau? Zum anderen bildete in der Jägerkaserne der weitere Lebensweg der aus dem Dienst ausscheidenden Soldaten einen Erörterungsschwerpunkt. Dazu bemerkte der als Gast aus Barsinghausen angereiste Max Matthiesen (Landtagsabgeordneter und Landesvorsitzender der CDA Niedersachsen), dass die mit der Aussetzung der Wehrpflicht und der Konzentration bei den Standorten einhergehende personelle Abschmelzung als Chance zu betrachten sei. Als Chance, „die sehr gut motivierten und ausgebildeten Bundeswehangehörigen als Fachkräfte zu gewinnen, die sich in privaten Betrieben engagieren und in der Privatwirtschaft Betriebe sogar übernehmen können, für die Nachfolger gesucht werden“.

 Matthiesens zweites Augenmerk galt der derzeit diskutierten Rentenreform. In diesem Zusammenhang tauche mit Blick auf die Bundeswehr und die Möglichkeit des Hinzuverdienens die Problematik auf, dass die meisten Soldaten keine Spitzenverdiener gewesen seien. „Hier muss für die Bundeswehr nachgebessert werden“, betonte der Politiker. Die Diskussion über das Reformpaket stelle ein ganz praktisches Thema dar, bei dem die AG DBwV/CDA noch Potenziale erschließen könne, die bislang nicht so sehr im Blickpunkt der Öffentlichkeit stünden.

 AG-Besitzer Heiko Tadge (Stadthagen) griff am Rand der Tagung eine Idee aus der CDU-Kreistagsfraktion auf, Bückeburg zu einem Ausbildungszentrum rund um die Luftfahrt zu entwickeln. Ein erster Schritt in diese Richtung sei mit der Unterbringung des berufsschulischen Zweigs der Luftfahrzeugtechnikerausbildung im Marienschulgebäude bereits vollzogen worden. „Da kann man sich durchaus noch mehr vorstellen“, meinte der Stadthäger.

 Berg brachte – ebenfalls außerhalb der eigentlichen Tagungsthemen – eine gewisse Bewunderung für den Landkreis zum Ausdruck. Schaumburg vermittele mit seinen Fachwerkhäusern und Gehöften den Eindruck eines „klassischen Deutschlands, wie man es sich immer vorstellt“. Gleichwohl solle die Chance der personellen Neuausstattung nicht leichtfertig vertan werden. Der Bundesvorsitzende: „Seid hinterher, dass die Leute, die hier in der Bundeswehr lange Dienst geleistet haben, hier heimisch werden, hier bleiben und ihr Können und ihr Wissen hier zur Anwendung bringen.“

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