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Unschätzbarer Sammlungsbestand

Museum Bückeburg Unschätzbarer Sammlungsbestand

Damit die rund 50.000 Bilder von Helmut Weiß aus den fünfziger Jahren noch lange erhalten bleiben, hat das Museum Bückeburg einiges zu tun. Nach und nach sollen die Bilder und Negative digitalisiert werden. Ein Teil der Fotos von dem damaligen Leben ist derzeit in einer Sonderausstellung zu sehen.

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Museumsmitarbeiter Günter Meier scannt alte Fotografien ein.

Quelle: kk

Bückeburg.  „Das ist doch...“ und „Daran kann ich mich auch noch erinnern...“ – solche Aussagen hören die Mitarbeiter des Museums Bückeburg momentan fast jeden Tag. Immer wenn Besucher aus der aktuellen Sonderausstellung mit Fotografien von Helmut Weiß kommen, die städtisches Leben aus den fünfziger Jahren zeigen, haben sie erst einmal ordentlich Gesprächsstoff. Was sich aber die wenigsten Ausstellungsbesucher klarmachen: Zu sehen ist nur ein Bruchteil der Aufnahmen von Weiß – und diese machen wiederum nur einen Teil der Bildersammlung des Museums aus. Insgesamt wird der Bestand auf ungefähr 50.000 Objekte geschätzt, die größtenteils nicht oder nur unzureichend zugänglich sind. Da sind nicht nur für Heimatforscher noch Schätze zu heben.

 Nach und nach sollen deshalb Fotoabzüge, Negative auf Zelluloid und Glasplatten, aber auch Gemälde und Zeichnungen digitalisiert werden. Doch mit dem Einscannen allein ist es nicht getan: Die Dateien müssen katalogisiert, verschlagwortet und inhaltlich ausgewertet werden – wissenschaftliche Museumsarbeit eben. Und das braucht Zeit – und Geld.

 „Dabei sind das sehr wichtige und erhaltenswerte Zeitdokumente“, sagt Museumsleiterin Anke Twachtmann-Schlichter. Diese Auffassung teilen auch die Fachleute des Niedersächsischen Museumsverbandes: Sie schätzen diese Dokumente als „unschätzbaren Sammlungsbestand des Hauses“ ein.

Zeitzeugen sterben

Je eher die Bilder digitalisiert und dokumentiert werden, desto besser. Einfacher wird die Arbeit mit den Jahren nämlich nicht: Zeitzeugen sterben, können keine Infos zu Bildinhalten und Hintergründen der Entstehung geben. Familien- und Alltagsgeschichte ist zwar häufig auf Bildern festgehalten, doch oft fehlt das Wissen um Inhalte.

 „Es ist immer toll, über Fotos ins Gespräch zu kommen und neue Informationen zu erhalten“, sagt Museumsmitarbeiter Manfred Würfel. Genau das passiert zurzeit: Die Weiß-Bilder wecken bei den Ausstellungsbesuchern oft verloren geglaubte Erinnerungen, wie: „Ja, das ist doch meine alte Seifenkiste da auf dem Foto.“ Und schon sprudeln die Informationen – ein kleiner Puzzlestein mehr im großen Bild des Alltagslebens in Bückeburg vor 60 Jahren.

 Und solche Informationen müssen selbstverständlich gleich dokumentiert werden, darum müssen die Museumsmitarbeiter sehr flexibel sein. Immer schön nacheinander einscannen und dann später mal auswerten – so funktioniert das nicht. Wann immer Zeit ist, digitalisieren Ehrenamtliche und Honorarkräfte jetzt alte Abzüge oder Negative. Bei den beschränkten personellen Möglichkeiten wird sich das noch über Jahre hinziehen. Würfel: „Eigentlich würde das einen ganzen Arbeitsplatz rechtfertigen.“ Doch dass das in Zeiten knapper finanzieller Mittel reines Wunschdenken ist, ist den Verantwortlichen im Museum schon klar.

Fotografische Schätze

Und was passiert, wenn die Bilder erst einmal auf digitalen Speichermedien gesichert sind? Dann gilt es, diese zu katalogisieren, Schlagworte zum schnellen Auffinden zu vergeben und den Inhalt unter wissenschaftlichen Aspekten unter die Lupe zu nehmen. Und – ganz wichtig: Es muss geplant werden, wie die Bestände allgemein zugänglich gemacht werden, ohne dass damit Missbrauch getrieben werden kann.

 In der Öffentlichkeit ist wenig bekannt, über welche (fotografischen) Schätze das Museum da verfügt. Das wurde auch vor Kurzem deutlich, als die Museumsleiterin im städtischen Kulturausschuss um einen Zuschuss für das Projekt warb. Immerhin: Aus Haushaltsresten wurde dem Trägerverein geholfen. kk

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