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Urteil wegen versuchter Erpressung von Alexander zu Schaumburg-Lippe einbezogen

„Burgfräulein“ zieht Schlussstrich Urteil wegen versuchter Erpressung von Alexander zu Schaumburg-Lippe einbezogen

Nur widerwillig betritt die Angeklagte den Saal des Amtsgerichts. Sie würde lieber wieder gehen, doch ihr Anwalt redet ihr gut zu. Während der Verhandlung gibt sich die 36-Jährige einsilbig.

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Ein „Reichsbürger-Ausweis“, den die Angeklagte 2010 auf der von ihr damals betriebenen Internetseite veröffentlicht hatte.

Quelle: pr.

Bückeburg. Nicht einmal zu ihrem Beruf möchte sie sich äußern: „Keine Angaben.“ Als das Urteil verkündet wird, nimmt die frühere Bückeburgerin im Stehen eine Körperhaltung ein, als wolle sie das Justizgebäude fluchtartig verlassen.

 Dabei sind alle freundlich. Es geht darum, juristisch einen Schlussstrich zu ziehen unter die unrühmliche Bückeburger Vergangenheit jener Frau, die in jüngeren Jahren als „Burgfräulein“ bekannt geworden ist und heute im ostwestfälischen Kreis Höxter lebt. „Gut, dass in dieser Sache endlich mal Ruhe einkehrt“, meint Oberstaatsanwalt Klaus Jochen Schmidt.

 Der Schlussstrich, zu dem auch die Angeklagte bereit ist, sieht so aus: Wegen mehrerer Verkehrsdelikte verhängt Richter Dirk von Behren eine 14-monatige Bewährungsstrafe und bezieht dabei ein kürzlich ergangenes Urteil des Landgerichtes Paderborn ein. Dort war die ehemalige Bückeburgerin wegen versuchter Erpressung zu einem Jahr Freiheitsstrafe mit Bewährung verurteilt worden. Sie und ein Komplize hatten versucht, Alexander zu Schaumburg-Lippe, mit dem die 36-Jährige vor etlichen Jahren eine kurze Affäre hatte, durch eine Vielzahl von SMS mit angeblich „brisanten Inhalten“ zu erpressen, gespeichert auf einem alten Handy (wir berichteten). Falls der Adelige nicht 235.000 Euro zahle, so die Androhung sinngemäß, werde das Mobiltelefon anders zu Geld gemacht.

 Im jüngsten Prozess, diesmal vor dem Bückeburger Amtsgericht, ging es um eine andere Altlast. Vor ungefähr fünf Jahren hatte sich das „Burgfräulein“ eine filmreife Verfolgungsjagd mit einer Polizeistreife geliefert, die auf der Bundesstraße 65 bei Bückeburg begann und auf der B482 nahe McDonald’s in Porta Westfalica-Lerbeck endete.

 Zeitweise erreichten die Fahrzeuge Tempo 140 und überholten sich gegenseitig, bevor im dichten Verkehr nichts mehr ging. Ein paarmal setzte das Fluchtauto noch vor und zurück, dann wurde es den Beamten zu bunt. Ein Polizist schlug die Scheibe ein, um die Fahrerin aus dem Wagen zu zerren. Diese hielt die Ordnungshüter allerdings für „nicht zuständig“.

 Zur Erklärung: Die Frau hatte zwar keine Fahrerlaubnis, wohl aber einen selbst gebastelten „Reichsbürger-Ausweis“. Unterwegs war sie damals nämlich als „Außenministerin“ einer „Regierung Deutsches Reich“, eine Diplomatin von eigenen Gnaden. Vor Gericht verzichtete die 36-Jährige jetzt auf die Rückgabe ihres „Amtsausweises“. Besser ist das. „Mit dem Reichsbürger-Papier kommen sie nicht weit“, bemerkte Richter von Behren.

 Verurteilt wurde die frühere Bückeburgerin, die wiederholt vorbestraft ist, wegen Gefährdung des Straßenverkehrs, Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte und Fahrens ohne Fahrerlaubnis. Hinzu kamen zwei weitere Taten, bei denen sie ebenfalls ohne Lizenz mit dem Auto gefahren war.  ly

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