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Freundin in den Bauch getreten

Verfahren am Amtsgericht Freundin in den Bauch getreten

Wenn die Liebe hinfällt: Auf offener Straße hat ein Bückeburger (34) seine Freundin so heftig in den Bauch getreten, dass die Frau zu Boden ging. Jetzt wurde er vom Amtsgericht dafür verurteilt

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Bückeburg. Der Mann ließ jedoch nicht von der 31-Jährigen ab, sondern deckte sie mit Schlägen auf den Oberkörper ein. Zum Verhängnis wurde ihm, dass ein Augenzeuge die Tat auf dem Parkplatz am Bergbad beobachtet hatte. Die Frau, zurzeit ohne festen Wohnsitz, sagte dagegen vor Gericht zugunsten ihres Freundes aus.

Opfer hat womöglich gelogen

 „Er hat mich nur ein bisschen geschubst, das war’s auch schon. Dann sind wir zusammen nach Hause gegangen“, behauptete sie. Der Zeuge müsse „einen Sprung in der Schüssel“ haben, „der hat Langeweile“. Das könnte Folgen haben: „Ich glaube, Sie lügen uns hier gerade an“, meinte Staatsanwalt Timo Goldmann zu der Frau. Der 31-Jährigen droht nun ein Verfahren wegen uneidlicher Falschaussage. Darauf stehen mindestens drei Monate Freiheitsstrafe.

 Zunächst aber hat das Amtsgericht jetzt den Mann verurteilt. Weil der Bückeburger mit Winterstiefeln zugetreten hatte, erkannte Richter Dirk von Behren auf gefährliche Körperverletzung und verhängte eine Freiheitsstrafe von acht Monaten, ausgesetzt zur Bewährung. Damit die Entscheidung nicht bloß auf dem Papier steht, kommen 200 Stunden gemeinnützige Arbeit hinzu. Die schweren Schuhe gelten als „gefährliches Werkzeug“ im Sinne des Gesetzes.

Trinkfestes Paar

 Bis zuletzt hatte der Angeklagte die Vorwürfe bestritten. „Das ist meine Freundin, nicht mein Boxsack“, sagte er. Offenbar trinkt das Paar auch gern zusammen: Zur Tatzeit gegen 13 Uhr hatte die Frau bereits 2,26 Promille Alkohol im Blut, während der Mann mit knapp einem Promille deutlich ins Hintertreffen geraten war.

 Vor Gericht nutzte der Arbeitslose sein Schlusswort, um nach der belastenden Aussage des Augenzeugen, der einen „Tritt mit voller Wucht“ beobachtet hatte, tüchtig zu schimpfen. „Ich finde das ganz schön dreist, Schwachsinn, völliger Käse“, zeterte er. „Und ich finde es dreist, am hellichten Tag eine zierliche Frau anzugreifen und noch zu schlagen, als sie schon am Boden liegt“, gab Richter von Behren dem Bückeburger in der Urteilsbegründung die passende Antwort. Die Tat, so von Behren, sei „der Klassiker: schön einen getrunken, geschlagen, wieder vertragen, und jetzt will man von der ganzen Sache nichts mehr wissen – aber Pech gehabt“.

 Auch Staatsanwalt Timo Goldmann glaubte dem Zeugen, einem 38-jährigen Bückeburger, der den Gerichtstermin vergessen hatte und angerufen werden musste. „Er macht sich nicht wichtig, ist kein Anschwärzer“, stellte Goldmann fest. „Und er hatte keinen Grund, dem Angeklagten einen reinzuwürgen.“ Die Version des Schlägers und von dessen Freundin hält Goldmann dagegen für „ein Märchen“.

ly

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