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Vergewaltiger mit fast drei Promille

Bückeburg Vergewaltiger mit fast drei Promille

Am Silvesterabend hat ein Bückeburger (52) seine Ex-Freundin vergewaltigt. Das Paar war zwölf Jahre zusammen gewesen.

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Symbolbild

Quelle: DPA

BÜCKEBURG. Über die Hintergründe der Tat ist wenig bekannt. In einem Prozess, der sich zudem um einen Fall von Trunkenheit im Straßenverkehr drehte, verhandelte das Bückeburger Schöffengericht über weite Strecken unter Ausschluss der Öffentlichkeit, weil intime Details der Beziehung zur Sprache kamen. Verhängt hat das Gericht eine Freiheitsstrafe von einem Jahr, zehn Monaten und zwei Wochen, die Vollstreckung aber zur Bewährung ausgesetzt.

Außerdem muss der Bückeburger seiner Ex 5000 Euro Schmerzensgeld zahlen. Weitere 5000 Euro gehen an eine gemeinnützige Einrichtung. Vor dem Urteil hatte sich der 52-Jährige beim Opfer entschuldigt. Die Frau nahm die Entschuldigung an. Für Richter Dirk von Behren klangen die Worte des Mannes aufrichtig. „Wir haben hier auch schon taktische Entschuldigungen gehört“, erinnerte er. Zugunsten des bislang unbescholtenen Bückeburgers wirkte sich zudem dessen volles Geständnis aus. „Dadurch hat mein Mandant der Geschädigten erspart, im Detail aussagen zu müssen“, erklärte Verteidiger Alexander Ulbrich.

2,9 Promille im Blut

Normalerweise wäre der Angeklagte für beide Taten zusammen ins Gefängnis gekommen, weil allein auf die Vergewaltigung zwei Jahre Haft stehen. Freiheitsstrafen von mehr als zwei Jahren dürfen nicht mehr zur Bewährung ausgesetzt werden. In diesem Fall verschob sich der Strafrahmen aber nach unten, weil das Gericht von verminderter Schuldfähigkeit ausgeht. Zur Tatzeit hatte der Bückeburger etwa 2,9 Promille Alkohol im Blut.

Es sollte ein harmonischer Abend werden. Das frühere Paar hatte beschlossen, 2016 gemeinsam Silvester zu feiern. Als die Frau gegen 19 Uhr die Wohnung ihres Ex betrat, war dieser jedoch bereits stark angetrunken. Sie wollte wieder gehen, worauf der 52-Jährige gewalttätig wurde, die Frau schubste, festhielt und mit einem Finger kurz in das Opfer eindrang. Juristisch gilt auch dies als Vergewaltigung.

"Sie haben da ein ziemliches Problem, an dem Sie arbeiten sollten"

„Der Angeklagte hatte Alkohol getrunken, wurde damals auf der Arbeit gemobbt und war allein. Silvester ist immer eine schwierige Zeit“, zeigte Richter von Behren Verständnis für die „psychische Ausnahmesituation“ des Mannes – aber nur bis zu einer bestimmten Grenze. An der Tat selbst gibt es nichts zu beschönigen. „Der Angeklagte ist ein großer, starker Kerl, die Frau klein und zierlich“, so von Behren. „Sie hatte keine Chance, sich zu wehren.“ Zeitweise saß der Mann sogar auf ihr.

Staatsanwalt André Lüth geht davon aus, dass die Vergewaltigung „ein einmaliger Ausrutscher“ war. „Da muss sich in den letzten Jahren etwas aufgestaut haben“, vermutet er in seinem Plädoyer. „Wahrscheinlich ist es unter dem Einfluss des Alkohols zu einer Kurzschlussreaktion gekommen.“

Später setzte sich der Bückeburger noch betrunken hinters Steuer und wurde erwischt. „Sie sind Gewohnheitstrinker, sonst könnten Sie bei diesen Promillezahlen nicht mehr gerade stehen“, machte Lüth dem Angeklagten klar. Von Behren meinte: „Sie haben da ein ziemliches Problem, an dem Sie arbeiten sollten.“  ly

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