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Versonnenheit und Frohsinn Hand in Hand

Bückeburg / Nachtausgabe Versonnenheit und Frohsinn Hand in Hand

Die „Nachtausgabe“ hat ihren Gästen zum Jahresabschluss mit dem Gastspiel der Hamburger Formation „Bidla Buh“ einen vorweihnachtlichen Leckerbissen präsentiert, der vielen Besuchern als vorweggenommenes Festgeschenk anmutete.

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Das Trio „Bidla Buh“ stellt mit „Advent, Advent, der Kaktus brennt“ unter Beweis, dass Versonnenheit und Frohsinn durchaus Hand in Hand gehen können.

Quelle: bus

Bückeburg (bus). Mit seinem Programm „Advent, Advent, der Kaktus brennt“ stellte das Trio unter Beweis, dass Versonnenheit und Frohsinn durchaus Hand in Hand gehen können.

 Vordergründig geht es um besinnliche Hausmusik. Die Hanseaten kommen als klassischer Knabenchor und Blockflöten-Terzett daher, verblüffen mit einer spritzigen Stepp-Einlage zu Bing Crosbys „Santa Claus is coming to Town“ und zelebrieren den weihnachtlichen Festschmaus als virtuose Performance auf Tellern und Töpfen. Hans Torge Bollert (hanseatischer Belcanto-Gesang, pazifistische Signaltrompete, russisches Heizkörperakkordeon – „ich habe die musikalische Verantwortung auf der Bühne, mein Problem ist aber, dass ich hochbegabt bin und meine beiden Brüder so sind, wie sie sind“) spielt sich mit seiner jubilierenden Trompete und Marzipan-Schmelz in der Stimme in die Herzen aller Schwiegermütter.

 Der sensible Olaf Klindtwort (Gitarre, Gesang; ein Frauenversteher par excellence und ein etwas in die Jahre gekommener Weihnachtspsychologe mit adventlich zarten Pfoten) sinniert auf seiner schmeichelnden Jazzgitarre über die erotische Ausstrahlung des Weihnachtsmannes. Der ansonsten stoisch trommelnde Jan-Frederick Behrend (Schlagwerk, Gesang; ein Grobmotoriker, der täglich sechs warme Mahlzeiten braucht und bei dem noch kein Adventskalender den zweiten Tag überlebt hat) protestiert mit einem sozialkritischen Ausdruckstanz und in englisch-deutschem Kauderwelsch gegen den alljährlich wiederkehrenden Shopping-Terror: „Every Parkhaus ist besetzt / weil die People fahren jetzt / all to Kaufhof, Media Markt / sind schon nearly Herzinfarkt / shopping hirnverbrannte Things / when the Christmasglocke rings.“

 In der Hintergrundabteilung lässt unterdessen bereits der Ursprung des Gruppennamens erahnen, wohin die Reise geht. „Bidla Buh“ ist der Titel eines von Georg Kreisler zu Papier gebrachten Liedes, in dem 14 Damen geliebt, verwöhnt und – gemordet werden.

 Gemordet wird auf der Bühne im Volksbank-Domizil zwar nicht, aber die locker aneinandergereihte Nummernfolge bietet über weite Strecken alles andere als geruhsame Besinnlichkeit. Dafür tragen schon die zahlreichen „Gäste“ Sorge, welche die Formation immer wieder vor die Augen und Ohren des Auditoriums zaubert.

 Vor allem der „Kleine, grüne Kaktus“, mit dessen Hilfe die Vielfachkünstler ihre Zuhörerschaft in die Karibik, nach Spanien und nach Russland (hier wird ein „sibirischer Kaktus mit Kalinka on the rocks“ serviert) entführen, und ein im ungestüm eingeforderten Zugabeteil dargebotenes „musikalisches Klassentreffen, auf dem jeder Künstler seinen größten Hit singt“ eröffnen den Entertainern, allen voran Frontmann Bollert, reichlich Möglichkeiten, die Gäste zu begeistern.

 Als Hans Albers („Pack deine Rute ein“), Udo Jürgens („Ein halbes Schwein, das kann geschlachtet werden“), Heino („Christkind kommt bald“), Marius Müller-Westernhagen („Die Besuche sind gemacht“, „Geschenke sind das Einzige, was zählt“), Herbert Grönemeyer („Alles ist vergeben“) und die „Rolling Stones“ („Ich krieg den Baum nicht in den Ständer“) sich die imaginäre Klinke in die Hand geben, quillt die (selbstredend ausverkaufte) Schalterhalle über vor fröhlichem Lachen und ausgelassenem Zwischenapplaus.

 Dass „Bidla Buh“ sein Publikum schließlich mit einem in der Tat herrlich besinnlichen „Stille Nacht“ ganz klamauklos in die kalte Nacht entlässt, passt erstaunlicherweise recht gut in die Gesamtvorstellung. Dass Schlagzeuger Jan-Frederick Behrend während des Gesangsvortrages – schlaf in himmlischer Ruh’ – sanft in Morpheus’ Armen versinkt, allerdings auch. Eine phantastisch-betörende Bescherung.

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