Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 7 ° Sprühregen

Navigation:
Verwaltung fürchtet Parallelstrukturen

Immanuel-Kindergarten wird wohl nicht erweitert Verwaltung fürchtet Parallelstrukturen

Der Zuschussantrag, den der Ausschuss für Jugend und Familie jetzt zu behandeln hatte, schien auf den ersten Blick einer von vielen zu sein. Doch beim Antrag des Trägervereins „Elterninitiative Zukunft für Kinder e.V.“ ging es um mehr als um die Reparatur von Spielgeräten oder die Anschaffung von Lernmaterial.

Voriger Artikel
21 Monate Freiheitsstrafe
Nächster Artikel
Attacke im Swinger-Club

Der neue städtische Kindergarten entsteht im rechten Flügel der alten Blindow-Schule In den linken kommt die Krippe.

Quelle: kk

BÜCKEBURG. Der Träger des Kindergartens der Immanuel-Schule hatte angeboten, eine weitere Kindergartengruppe einzurichten. Hierfür hätte die Stadt Investitionskosten in Höhe von 127000 Euro vorfinanzieren müssen. Außerdem wären jährliche Betriebskosten in Höhe von 60000 Euro angefallen.

Ausschussmitglieder und Verwaltung legten allerdings deutliche Zurückhaltung an den Tag – aus ihrer Sicht ist das Projekt durch die Kindergartenpläne der Stadt in der ehemaligen Blindow-Schule an der Hinüberstraße überholt. Der Bedarf soll dort wie berichtet durch drei neue Kindergartengruppen selbst gedeckt werden.

Ein Argument der Stadtverwaltung, die die Ablehnung des Antrages empfohlen hatte: Das Immanuel-Projekt sei nicht zielführend, da es frühestens 2017/18 in Betrieb gegen könne. Dann sei auch der eigene Kindergarten fast fertig.

Standort an der Hermannstraße habe Charme

Dieses Argument mochten Vertreter von „Zukunft für Kinder“ aber nicht einfach so stehen lassen: Die neue Gruppe könne laut Architektin „zeitnah“ nach Beginn der Umbauarbeiten in Betrieb gehen. Außerdem hätte man schon deutlich weiter sein können: Schließlich sei der Antrag ja schon im März gestellt, aber vom Ausschuss vertagt worden. Die Träger des Immanuel-Kindergartens machten deutlich, dass das Projekt für den Verein kein „Muss“ sei. Die Idee sei schließlich in erster Linie entstanden, um der Stadt kurzfristig zu helfen, derzeit fehlende Kindergartenplätze zur Verfügung zu stellen. Der Standort an der Hermannstraße habe doch durchaus Charme: Die Nachbarschaft zu Neubaugebieten und zu Flüchtlingswohnungen würde sicherlich für eine gute Nachfrage sorgen. Allerdings sei nie geplant gewesen, eine reine Gruppe für Flüchtlingskinder einzurichten. Wie berichtet, zwingt gerade der Zuzug von Flüchtlingsfamilien mit kleinen Kindern die Stadt dazu, zusätzliche Betreuungsplätze vorzuhalten.

Derzeit werden im Immanuel-Kindergarten in einer Gruppe vormittags 24 Kinder im Alter zwischen drei und sechs Jahren betreut. „Unser christliches Wertekonzept ist wesentlicher Bestandteil unserer Arbeit“, schreibt der Träger auf seiner Homepage. In der Nachbarschaft wird auch die Immanuel-Schule betrieben.

Nur Platz für 15 statt 25 Kinder

Für die Stadtverwaltung hat das Immanuel-Angebot aber noch einen weiteren entscheidenden Haken. Fachgebietsleiter Christian Schütte verwies auf das schlechte Kosten-/Nutzenverhältnis bei den Folgekosten. In der vorgeschlagenen Gruppe könnten nämlich aus Platzgründen nur 15 Kinder und nicht wie sonst üblich 25 Kinder untergebracht werden. Mit Verweis auf die eigenen Kindergartenpläne hieß es im Beschlussvorschlag der Verwaltung: „Der Aufbau paralleler Strukturen ist jedoch nicht erforderlich und wirtschaftlich nicht darstellbar.“

Für den Ausschuss eine schwierige Situation: Einerseits wollte man das Hilfsangebot nicht brüsk zurückweisen, anderseits war klar, dass die Stadt mit der Entscheidung für den neuen Kindergarten im Blindow-Gebäude Weichen gestellt und Fakten geschaffen hat. Anka Knechtel und Dieter Wilharm-Lohmann sprachen sich dafür aus, den Antrag erneut zu vertagen – aber nicht gleich abzulehnen. Es sollen neue Prognosen zur Entwicklung der Kinderzahlen in Bückeburg abgewartet werden. Planungssicherheit gibt es nämlich derzeit nicht wirklich: Die ersten Flüchtlingsfamilien sind bereits weitergezogen, neue Flüchtlinge kommen kaum dazu. Allerdings ist allen Beteiligten klar, dass sich diese Situation jederzeit wieder wenden kann. Nur eins ist jetzt schon sicher: Auf den neuen Jugend- und Familienausschuss des neuen Stadtrates kommt noch viel Beratungsbedarf zu. kk

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Unternehmen quer durch alle Branchen haben sich auch in diesem Jahr wieder an der Aktion der Lions Clubs beteiligt, deren Erlös auch der „Weihnachtshilfe“ der Schaumburger Nachrichten zugute kommt. Hier finden Sie ab dem 1. Dezember die täglich aktuellen Gewinnnummern. mehr

In Ruhe einkaufen, erholsam Urlaub machen, in die Stadtgeschichte eintauchen oder einfach mal in einem der vielen Restaurants und Kneipen die Seele baumeln lassen. Lernen Sie Stadthagen von einer ganz anderen Seite und auf ganz besondere Weise kennen. mehr

Schaumburg