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Viele Freiwillige, aber schlecht organisiert

Erst Blutspende, dann Hamburger Viele Freiwillige, aber schlecht organisiert

Erst etwas Blut spenden, dann gleich nebenan bei McDonald‘s ein Danke-schön-Menü essen: Dies war, salopp formuliert, die Offerte, mit der der DRK-Ortsverein Bückeburg bei seiner Blutspendeaktion aufwartete.

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Vor dem DRK-Blutspendemobil stauen sich die Wartenden, drinnen sind nicht alle Blutentnahmeplätze belegt. Auf dem Bild zu sehen: Alan Ismail beim Aderlass.

Quelle: wk

BÜCKEBURG. Angekurbelt werden sollte mit diesem zusätzlich eingeschobenen Termin vor allem die Anzahl der Erstspender, insbesondere jüngeren Alters. Und weil Fast Food bei dieser Zielgruppe hoch im Kurs steht, lag der Gedanke nahe, das Blutspendemobil des DRK-Blutspendedienstes Springe bei dem in der Bückeburger Kreuzbreite gelegenen Schnellrestaurant vorfahren zu lassen und die in dem umgebauten Truck erfolgenden Aderlässe mit Menü-Gutscheinen zu honorieren.

Warten unter freiem Himmel

Umgesetzt wurde diese Idee jedoch nur suboptimal. So mussten die Blutspender nach ihrer Registrierung im Lounge-Bereich des Fast-Food-Restaurants auf dem Parkplatz vor dem Blutspendemobil warten, um als Nächstes mit einem Arzt zu sprechen und nach dessen Okay schließlich Blut spenden zu können. Sitzgelegenheiten gab es für die unter freiem Himmel Wartenden indes nicht, sodass diese gezwungen waren, die ganze Zeit zu stehen. Dabei dauerte es am Nachmittag weit über eine halbe Stunde, bis die Teilnehmer vom Ende der Warteschlange auf die Pole Position vorgerückt waren und endlich in das Blutspendemobil eintreten durften. Insofern wurde den Spendern viel Geduld und in gewisser Weise auch Leidensfähigkeit abverlangt, die letztlich nicht alle hatten.

Junge Frau erleidet Kreislaufschwäche

Ein für die Organisatoren schlechtes Bild bot sich zudem, als eine junge Frau nach erfolgter Blutspende offenbar eine Kreislaufschwäche erlitt. Mangels Sitzgelegenheit respektive Liege legte sie sich notgedrungen direkt neben dem Blutspendemobil mit dem Rücken auf das Betonpflaster des Parkplatzes und lagerte ihre Beine an der Treppe des Fahrzeuges hoch. Umstehende Personen informierten DRK-Mitarbeiter, die der Frau dann vom Boden aufhalfen und sie wieder mit in den Spezialtruck nahmen, in den einige Liegen eingebaut sind.

„Das hätte man ein bisschen besser machen können“, kommentierte Franziska Krischak (22), Erstspenderin aus Stadthagen, die unbefriedigende Wartesituation. Dabei monierte sie auch, dass die Wartenden auf der Fahrspur des Parkplatzes stehen mussten.

„Glücklicherweise scheint heute die Sonne, und es ist warm. Wenn es regnen würde, hätte ich es mir vielleicht zweimal überlegt, ob ich herkomme“, sagte Raphaela Borries. Zu ihrer Motivation, erstmalig Blut zu spenden, verriet die 23-jährige Bückeburgerin, dass sie selbst in einem medizinischen Beruf tätig sei. Ergo wüsste sie in besonderem Maße um die Bedeutung von Spenderblut.

Dem DRK-Ortsverein selbst sind diese Missstände nicht verborgen geblieben: Wegen der nicht so gelungenen Organisation wolle man sich gerne entschuldigen, sagte Peter Lampe, der Leiter des Sozialkreises, im Gespräch mit unserer Zeitung. „Das Ganze hat mir auch nicht gefallen.“ Und wenn es geregnet hätte, wäre es sogar „eine mittlere Katastrophe gewesen“.

33 Erstspender

Das Problem sei jedoch gewesen, dass man von dem Erfolg dieses Sonderblutspendetermins (insgesamt 97 Teilnehmer, davon 33 Erstspender) überrascht worden sei – „darauf waren wir nicht vorbereitet“. Zumal das Blutspendemobil lediglich über maximal acht Blutentnahmeplätze verfüge und somit nur rund 20 Blutspender pro Stunde abarbeiten kann. Übrigens habe der DRK-Blutspendedienst Springe ebenfalls nicht mit solch einem Andrang gerechnet. wk

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