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Bückeburg Stadt Vier Tonnen Wäsche am Tag
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00:17 16.06.2016
Alles automatisch: 1,1 Millionen Euro hat Firmenchef Dietmar Eggers in die neue Waschstraße von DBL Eggers investiert. Quelle: rc
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Bückeburg

1,1 Millionen Euro hat der Anbieter von Mietberufskleidung und Mietfußmatten in die Anlage investiert. Sie wird vollautomatisch gesteuert, nur noch am Anfang und am Ende müssen die Mitarbeiter Hand anlegen, um Wäsche entweder in den Waschprozess zu bringen oder anschließend zu entnehmen.

„Eine deutliche Entlastung für meine Mitarbeiter“, erklärte Geschäftsführer Dietmar Eggers beim Rundgang durch das Unternehmen. Und ein deutlich geringerer Energieverbrauch: Statt bis zu zwölf Litern reichen nun rund acht Liter Wasser je Kilogramm Textilien zum Waschen. Zudem wird das aufgewärmte Wasser genutzt, um über Wärmetauscher das kalte Frischwasser aufzuheizen. Auch die Waschmittel werden auf die jeweilige Charge, die die riesige Wäschetrommel durchlaufen soll, passend gemixt und automatisch zugeführt. Wie viel Energie nun tatsächlich im Endeffekt gespart wird, kann noch nicht präzise beziffert werden – dazu ist es noch zu früh. „Für exakte Vergleichszahlen muss die Anlage ein Jahr in Betrieb sein“, erklärt Eggers.

Außer einer verringerten Umweltbelastung bedeutet die Anlage aber auch bessere Arbeitsbedingungen für das Team. „Mir sind die Gesundheit der Mitarbeiter und ihre Motivation wichtig“, umreißt der Geschäftsführer einen wichtigen Grund für die Investition, die mit einer Umstrukturierungsphase einhergeht. Statt wie früher schwere Beutel mit schmutziger Berufskleidung zu schleppen, auszuschütten und zu sortieren, gehe das ganze Prozedere jetzt deutlich einfacher und körperschonender über die Bühne. Eine Mitarbeiterin entnimmt aus einer Wanne ein Kleidungsstück und kontrolliert die Taschen, ob alles leer ist. Eggers: „Werkzeug, Kugelschreiber oder Fusseln von Papiertaschentüchern gehen gar nicht.“

Bis zu vier Tonnen pro Tagschafft die neue Anlage

Dann scannt die Mitarbeiterin einen in das Kleidungsstück genähten Barcode ein und hängt das Kleidungsstück in das Transportband. Ab jetzt übernimmt die Maschine. Automatisch wird das Kleidungsstück über ein Rollsystem dorthin transportiert und einsortiert, wo schon ähnliche Artikel hängen – etwa blaue, schwarze, weiße oder spezielle Textilien zum Beispiel mit Reflektoren. Ist die Sortierung voll, das Maximalgewicht erreicht und die Wäschetrommel leer, wird per Mausklick ausgelöst. Über ein weiteres Rollsystem geht es zur Waschmaschine, automatisch werden die Bügel gelöst, die Schmutzwäsche fällt auf ein Förderband – und ab geht es in die Trommel. Dort wird gewaschen, geschleudert, gepresst und getrocknet. 55 Kilogramm passen in jedes Abteil der Waschstraße. Bis zu vier Tonnen schafft die Maschine – am Tag.

Auch in die Kompetenz der Mitarbeiter investiert Eggers. Sie werden mehr und mehr geschult, ein Gesundheitsmanagement wurde eingeführt und ein Generationswechsel eingeleitet. Maßnahmen, bei denen die Mitarbeiter mitgenommen werden. „Wie die Gesellschaft überaltern auch die Betriebe“, erklärt Eggers. Daher suche er ständig gute und insbesondere junge Mitarbeiter. Ausgebildet wird bei DBL Eggers auch, im IT-Bereich sowie Büro- und Industriekaufleute. Für den Ausbildungsbereich Textilreiniger dagegen finden sich kaum Interessenten. „Obwohl es ein sehr interessanter Beruf mit großen Anforderungen im Bereich Chemie, Biologie, handwerklichen Fähigkeiten oder Bügeln ist.“ Vertiefte Kenntnisse über Stoffe und Materialien seien ebenfalls nötig.

Denn bei DBL Eggers wird Berufsbekleidung aus so gut wie allen Branchen gewaschen: Handwerk, Industrie, Metallbaufirmen, Lebensmittel-Produzenten, Gastronomie und Sicherheitskleidung etwa von Mitarbeitern aus Straßenmeistereien oder Baufirmen. Kleidung, in denen unterschiedlichste Stoffe und Materialien verwendet werden. Gerade die Schutzkleidung kann nicht einfach so gewaschen werden, sondern braucht eine „Spezialwäsche“ und „Spezialwaschmittel“, damit zum Beispiel Reflektoren nicht matt oder brüchig werden oder Schweißerkleidung nicht ihre Hitzebeständigkeit verliert.

Klassischer Blaumannhat ausgedient

Der klassische Blaumann hat bei der DBL – Deutsche Berufskleider-Leasing GmbH längst ausgedient. Wie Dietmar Eggers sagt, werden attraktive Optik und das Thema Corporate Fashion immer wichtiger. Daher entstehen ständig neue Kollektionen, zudem wird auf dem Markt geguckt, was die Kunden oder potenzielle Kunden interessieren könnte. Alles unter der Maxime: „Der Träger muss sich darin wohlfühlen.“

Das Produktmanagement sorgt dafür, dass die höchsten Ansprüche und Sicherheitsvorschriften erfüllt werden. Einlaufen? Ausfärben? Verwaschen? „Akzeptieren wir nicht“, so Eggers: „Die Kleidung muss so raus kommen, wie sie in die Maschine gekommen ist.“ rc

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