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Bückeburg Stadt Vom Qualm eingeschlossen
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00:17 24.12.2016
Zehn Menschen haben die Einsatzkräfte aus dem völlig verqualmten Haus an der Maschstraße in Sicherheit bringen können. Quelle: Polizei
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BÜCKEBURG

Sie klagten über gesundheitliche Beeinträchtigungen und wurden mit dem Verdacht einer Rauchgasvergiftung in die umliegenden Krankenhäuser gebracht. Sie konnten die Krankenhäuser mittlerweile zum großen Teil am Mittwochmorgen wieder verlassen.

Ein Hausbewohner hatte gegen 1.15 Uhr das Feuer bemerkt, den Notruf gewählt und die insgesamt zehn Bewohner des Hauses geweckt. Beim Eintreffen der Feuerwehr war das Treppenhaus bereits komplett verraucht und schnitt den Mietern den Fluchtweg ab. Nur wenige Atemzüge in dem tief schwarzen Rauch hätten den Tod für die Bewohner bedeutet, so die Feuerwehr.

Die Feuerwehrleute tasteten sich unter Atemschutz in dem völlig verqualmten Haus vor und trafen beim Vordringen im Keller auf einen verletzten Mann, der umgehend ins Freie gebracht wurde. Währenddessen spielten sich auf der Rückseite des Gebäudes dramatische Szenen ab. Drei Bewohner der Wohnungen des Obergeschosses waren auf ihre Balkone geflüchtet. Mit mehreren Leitern wurden sie von den Feuerwehrleuten geborgen und in Sicherheit gebracht. Die Bewohner des Erdgeschosses waren über ihre Terrassen ins Freie geflüchtet, in der bitteren Kälte teilweise nur mit Bademänteln bekleidet.

Auch eine Katze wurde gerettet

Zur selben Zeit wurde die Drehleiter in Stellung gebracht, um die Wohnungen zu kontrollieren. Weitere Feuerwehrleute bereiteten die Brandbekämpfung vor und leiteten die „Entrauchung“ des Gebäudes ein. „Hiermit konnte das Vorgehen der Trupps schneller und effektiver erfolgen, da die Sichtverhältnisse sich deutlich verbesserten“, berichtete Witt, der gleich bei seinem Eintreffen am Brandort den Löschzug West mit den Feuerwehren Röcke, Evesen und Cammer nachalarmiert hatte. Im Einsatz waren 68 Feuerwehrleute, die Örtliche Einsatzleitung Rettungsdienst des Landkreises Schaumburg sowie die Besatzungen von fünf Rettungswagen und zwei Notarzteinsatzfahrzeugen. Die Evakuierten wurden in der Anfangsphase in einem Mannschaftstransportfahrzeug der Feuerwehr durch den Rettungsdienst betreut. Während sieben Menschen mit Verdacht auf Rauchvergiftung in Krankenhäuser der Region eingeliefert wurden, kamen die übrigen drei Mieter bei Freunden und Verwandten unter. Auch eine Katze konnte gerettet werden.

Kurz nach 2 Uhr war das Feuer unter Kontrolle, die Nachlöscharbeiten sollten jedoch noch eine Stunde andauern. Während der Nachlöscharbeiten musste der Kellerraum leer geräumt werden. Diese anstrengende Arbeit forderte den Einsatz mehrerer Atemschutztrupps. Erschwert wurden die Arbeiten, weil ein Wasserrohr geplatzt war und den Keller unter Wasser gesetzt hatte. Draußen im Freien sorgte gefrierendes Löschwasser für Probleme.

Ermittlungen wegen Brandstiftung eingeleitet

Ersten Ermittlungen zufolge war der Brand im Keller ausgebrochen. Das Haus wurde noch in der Nacht von der Polizei für Folgeermittlungen beschlagnahmt. Die Brandexperten konnten sowohl Selbstentzündung als auch einen technischen Defekt als Ursache ausschließen und ermitteln jetzt wegen Brandstiftung. Nach Polizeiangaben galt das Haus zunächst als unbewohnbar. Im Verlauf des Tages konnten die Mieter jedoch in ihre Wohnungen zurückkehren, die vom Qualm nicht so in Mitleidschaft gezogen wurden.

Ob sie dort die nächsten Tage verbringen, ist noch ungeklärt. Denn durch den Brand wurde die Heizung nach Angaben der Hausverwaltung völlig zerstört. Das hat auch Auswirkungen auf die Bewohner eines rückwärtigen Mehrfamilienhauses mit 24 Wohneinheiten, deren Wohnungen mit Wärme und Warmwasser des Brandhauses versorgt werden. Mehrere Firmen waren bereits gestern Morgen mit Aufräum- und Instandsetzungsarbeiten beschäftigt.r, tol, rc

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