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Von Äußerlichkeiten zum Äußersten

„Barbie – voll vernäht“ Von Äußerlichkeiten zum Äußersten

Der Kurs Darstellendes Spiel (DS) des Gymnasiums Adolfinum von Silvio Seith hat mit der Eigenproduktion „Barbie – voll vernäht“ den Publikumsgeschmack getroffen und den Einblick in eine Modeschule als Brutkasten des Bösen und Backofen des Blöden gegeben.

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Sina Noll (links) und Eva Hubrich als Babsie und Barbie.

Quelle: pr.

Darum geht es: Im Vorfeld eines Modedesign- und Modelwettbewerbs geraten die Superfreundinnen Barbie (Eva Hubrich) und Babsie (Sina Noll) mächtig aneinander. Es fliegen die Fetzen. Doch der Streit eskaliert noch mehr, als Ken auftaucht. 

 Babsies Krise erweist sich für Noll als Gelegenheit, die Rolle bis auf den Grund der Tränen auszuspielen. Das gefällt, das ist mutig, das bringt Sonderapplaus. Und Barbie reißt es auch mit ins Minenfeld der Ehrlichkeit. Leon Klaus indessen fesselt die Girls und fasziniert das Publikum in der Rolle des selbstsicheren Sympathikus Ken. Man ahnt noch nicht, dass seine Kraft aus einer gefestigten homosexuellen Identität wächst. Kens zärtliche Annäherung an Kevin (sanftmütig karikaturnah: Marlon Beneke) zeigt, was Methodenlernen im Fach DS heißt – zunächst durch ein sauber „gesungenes“ Playback Wange an Wange, dann in einer Zeitlupe der Begegnung, durch die Bewegungen und Blicke geschickt fokussiert werden.

 Das Regieteam mit Lynn Harmening und Marie Fischer hatte einige Ideen auf Lager, um möglichst viele Kursteilnehmer in das Bühnengeschehen zu integrieren und Dynamik in die Dispute zu bringen. Die geschickt ausgewählte Musik war dabei mehr als bloße Übergangsmelodie. Besonders profiliert in wehendem Rock oder knallengen Jeans wirkten Kübra Kisakol und Laura Rehmstedt, beide sehr schritt- und trittsicher.

 Die Entscheidung der Jury, in der neben der tatverdächtigen Schönheitspäpstin Heidi Klum (in Anglizismen Top: Marleen Franke) noch Titan Dieter Bohlen (schön pampig: Jessi Barczewski) und Vollweichspüler Jorge Gonzalez (erstaunlich typsicher: Jonathan Schatz) saßen, fällt auf das bewusst wenig stromlinienförmig auftretende Mädchen im groß karierten Kleiderschrankleid.

 Helena Sonnet gibt dieser heillos glücklichen Figur etwas Widerstreitendes mit auf den Weg, das über dem ganzen Abend stehen könnte: Das Spiel ist suspekt, aber alle spielen schön mit. r

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