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Von Haien und U-Booten unter Tage

Kleinenbremen / Besucher-Bergwerk und Museum Von Haien und U-Booten unter Tage

Früher als sonst beginnt die Saison in Besucher-Bergwerk und Museum: Der Startschuss fällt bereits am Sonntag, 1. April – und nicht erst Ostersonntag.

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Vor dem Saisonstart: Karin Binnewies vom Kassenteam mit den Bergleuten Herbert Prasuhn, Wilhelm Hartmann, Karl-Heinz Daum und Rudi Kugel (von links). Hinten steht der Triebwagen für die Einfahrten.

Quelle: ly

Kleinenbremen (ly). Tief geht es dann wieder in die stillgelegte Erzgrube hinein, natürlich mit Begleitung. Grubenführer wie Rudi Kugel sehen sich auch als Entertainer. „Man muss die Besucher für sich gewinnen“, sagt er. „Sie müssen anderthalb Stunden lang begeistert sein.“ Scherze und Anekdoten helfen da.

 Unter Tage, nicht weit von der „Blauen Lagune“, gibt es einen Poller, um den früher, als die Zeche noch in Betrieb war, Seile gelegt wurden. Wenn Rudi Kugel gefragt wird, was der Poller heute soll, antwortet er mit todernstem Gesicht: „Da machen die U-Boote fest.“ In dem unterirdischen See, dessen Wasser blau schimmert, sind Taucher unterwegs. Warum also keine U-Boote? Etwas zu weit geht Kugel vielleicht, wenn er vor allem Kindern erzählt, im Wasser wimmele es nur so von Haien. Gäbe es dort Haie, dann gäbe es keine Taucher – logisch. Geschichten haben die insgesamt 13 Bergleute immer auf Lager. Zum Beispiel die wahre Story von einem Bauern aus Scheie, der wenige Jahre nach Kriegsende Arbeit suchte und unangemeldet in der Grube „Wohlverwahrt“ vorsprach. Man schickte ihn zu „Steiger Kuwi“, der in Wirklichkeit weder Steiger war noch etwas zu melden hatte.

 „Kuwis“ Ansage: „Komm morgen wieder, bring Schubkarre und Schüppe mit.“ Noch einmal machte sich der Bauer von Scheie aus zu Fuß auf den Weg. Das musste belohnt werden: Der Mann bekam den Job.

 Streit blieb nicht aus unter den Bergleuten. Einmal mussten zwei von ihnen zum Betriebsführer, um sich wieder zu vertragen. Ein Kumpel zögerte. Begründung: „Da muss ich erst zu Hause meine Sophie fragen.“

 Das Besucher-Bergwerk ist seit 1988 in Betrieb. Als legendär gilt die Geschichte von einer Frau, die im Bus angereist war und schon leichte Schlagseite hatte. Beispielhaft zeigt die kleine Episode, warum Alkohol unter Tage verboten ist. Nur allzu leicht können Menschen die Orientierung verlieren. Die Frau jedenfalls machte gleich drei Führungen hintereinander mit und verpasste prompt den Bus. Übrigens: Getränke in die Grube schmuggeln, das läuft nicht. „Alkohol wird von den Bergleuten sofort vernichtet“, warnt Rudi Kugel alle Schmuggler vor.

 An Sonn- und Feiertagen sind Besucher-Bergwerk und Museum von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Die letzte Grubeneinfahrt beginnt jeweils um 16 Uhr. Montags ist geschlossen.

 Von Dienstag bis Sonnabend (gleiche Öffnungszeiten) sind Einfahrten nur auf Anfrage möglich, Telefon (05722) 90223. Gruppen müssen mindestens 15 Teilnehmer haben. Über die Feiertage ist von Karfreitag bis einschließlich Ostermontag geöffnet.

 Wer für Sonnabend, 7. April, die Teilnahme an einer Führung plant, sollte ebenfalls vorher anrufen.

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