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Vor Gericht: Früherer Posträuber reagiert allergisch

„Du bist schon so gut wie tot“ Vor Gericht: Früherer Posträuber reagiert allergisch

Mit dem Tode hat ein Bückeburger (51) einen Mann bedroht, der ihn bei der Polizei angeschwärzt haben soll. Beide werden offenbar der Drogenszene oder deren Dunstkreis zugerechnet. „Ich schneide Dir die Kehle durch, ich bring’ Dich um“, fuhr der Bückeburger den anderen Mann an einem Vormittag im April auf offener Straße an.

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Bückeburg (ly). Mehr noch: „Ich habe auch anderen Bescheid gesagt, die Dir dafür auf die Fresse hauen. Du bist schon so gut wie tot.“

 Die Justiz reagierte darauf mit einem Strafbefehl über 750 Euro (50 Tagessätze) wegen Bedrohung, gegen den der 51-Jährige zunächst Einspruch einlegte, bevor er die schriftliche Verurteilung in einem Prozess vor dem Amtsgericht doch noch akzeptierte. Der Mann, dem die Todesdrohung galt, hatte mehrere Leute beschuldigt, mit Drogen zu handeln. Nachdem die Polizei daraufhin auch den Bückeburger vorlud, sagte dieser über den Belastungszeugen: „Wenn ich ihn sehe, mach’ ich ihn platt.“ Ein Beamter: „Das hörte sich überzeugend an.“

 Verglichen mit einer früheren Tat, ist selbst dies fast eine Lappalie. Vor mehr als 16 Jahren, im Februar 1999, hatte der Bückeburger einen bewaffneten Raubüberfall auf die Postfiliale an der Bahnhofstraße verübt und rund 36000 Mark erbeutet. Im anschließenden Prozess verhängte die 1. Große Strafkammer am Landgericht eine Haftstrafe von vier Jahren und drei Monaten, unter anderem wegen räuberischer Erpressung. Nach dem Postraub war der Täter noch am selben Tag von Polizeibeamten überwältigt worden. Wie ein moderner Robin Hood hatte er zuvor Teile der Beute unter Bekannten aus der hiesigen Drogenszene verteilt.

 Wenige Monate nach der Haftentlassung im Februar 2003 war der Bückeburger, dessen Vorstrafenregister bis 1981 zurückreicht, erneut mit dem Gesetz in Konflikt geraten. Wegen Handels mit Betäubungsmitteln in 40 Fällen verurteilte ihn das Amtsgericht zu einer einjährigen Bewährungsstrafe.

 Das Opfer der Bedrohung, um die es jetzt ging, ist ebenfalls kein unbeschriebenes Blatt, sondern ein Mann mit 40 Vorstrafen, die meisten wegen Diebstahls. In einem vorausgegangenen Prozess am selben Tag hatte das Amtsgericht ihn zu einer Freiheitsstrafe von vier Monaten verurteilt, ausgesetzt zur Bewährung. In nachweislich elf Fällen war der wiederholt einschlägig vorbestrafte Bückeburger (53) trotz ständiger Kontrollen schwarz mit dem Zug gefahren.

 „Bei Ihren Vorstrafen ist das ziemlich dreist“, machte Richter Dirk von Behren dem 53-Jährigen klar. Für den Bückeburger sprach vor allem dessen Geständnis. Das Gefängnis bleibt ihm noch aus einem zweiten Grund erspart: Er steht zwar unter Bewährung, jedoch nicht einschlägig. Wird der Bückeburger jedoch rückfällig, gibt es kein Pardon mehr. „Dies ist Ihre allerletzte Chance“, betonte von Behren. Damit das Urteil nicht bloß auf dem Papier steht, muss der Angeklagte als Auflage 80 Stunden gemeinnützig arbeiten.

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