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Gartenbauverein Vor dem Aus

Droht dem Gartenbauverein Bückeburg das Aus? Dieser Frage stellten sich 13 Mitglieder während der jüngsten Monats-Versammlung. „Es steht im Raum, dass sich der Verein auflöst“, brachte es die Vorsitzende Karin Schüte auf den Punkt.

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Nur noch eine kleine Runde: Die Mitglieder des Gartenbauvereins.

Quelle: mig

Bückeburg. Die Palette der Themen, die der Verein bei seinen monatlichen Versammlungen behandelt, ist weit gefächert. Mal geht es um Anbaumethoden, dann wieder um Obstbaumschnitt oder Ratten und Wühlmäuse – eben all die Informationen, die ein (Hobby-)Gärtner braucht, um seinen Garten zu hegen und zu pflegen. Im weitesten Sinne ging es auch bei der jüngsten Versammlung um genau das: um Hege und Pflege.

Diesmal aber ist es der Verein selbst, dem im 135. Jahr seines Bestehens dringend benötigte Nährstoffe zu fehlen scheinen. „Wir müssen vier Leute für Vorstandsämter finden, sonst kann es hier nicht weitergehen“, machte Schüte den Ernst der Lage deutlich. Und weiter: „Es kann nicht sein, dass die Vereinsaktivität nur auf den Schultern von zwei Leuten, der der Vorsitzenden und der des Kassierers, lastet.“ Das sei längerfristig mit dem Vereinsrecht nicht vereinbar. „Und wenn wir es nicht schaffen, die vakanten Posten zu besetzen, dann können wir auch keinen Verein haben.“

Die meisten Mitglieder sind über 60

Ein anderes, möglicherweise viel größeres, Problem muss die Vereinigung ebenfalls angehen: ihre ungünstige Mitgliederstruktur. Aktuell hat der Klub 30 (vor zehn Jahren 60) Mitglieder, 17 kommen regelmäßig, die meisten sind über 60 Jahre alt. „Das Verrückte ist, dass das Interesse an Gartenthemen ansteigt, während unser Verein immer weiter schrumpft“, meint Schüte kopfschüttelnd. Es gebe zahlreiche Zeitschriften, die nur über das Landleben und den Garten berichten würden: „Die Menschen, die das lesen, müsste man doch irgendwie abholen können.“

Tatsächlich hat die Vorsitzende einige Ideen, wie das gelingen könnte. So könnte man beispielsweise mehr praktische Vorführungen anbieten, zum Beispiel Rosenschnitt im Garten eines Mitglieds oder Vorträge, sagte Schüte. Wichtig sei, dass das Ganze in lockerer Form geschehe: „Ich glaube, dass regelmäßige monatliche Versammlungen ohne ein festes Thema, nur um sich auszutauschen, nicht mehr ziehen.“ Dazu komme, dass sich zu einer Runde, die vor allem aus älteren Menschen bestehe, nur wenige junge Menschen dazugesellten. Und wenn man sich öfter und vor allem in regelmäßigen Abständen treffen wolle, dann könne man ja zusätzlich einen Stammtisch anbieten, schlug Schüte vor. „Entscheidend ist, dass der Zwang weg ist und dass es verschiedene Formen gibt, sich zu engagieren.“ Sie habe häufiger beobachtet, dass junge Menschen gerne zu bestimmten Aktivitäten des Vereins kommen würden, die festen Versammlungen aber mieden.

Mehr Angebote in Richtung Zier-, Kräuter-, oder Balkongärten

Um diesen Personenkreis für den Traditionsverein zu interessieren, könnte man auch mehr Angebote in Richtung Ziergärten, kleine Gärten, Kräutergärten oder Balkongärten machen. Denn: „Wenn die jungen Menschen in ein Eigenheim ziehen, dann müssen sie ja irgendwas mit ihrem Garten machen – und da kommen wir ins Spiel.“ Wer sich erst einmal mit seinem Garten beschäftige, der merke schnell, wie viel Spaß das Gärtnern mache. „Und der will das dann auch richtig machen.“ Der Gartenbauverein sei in dieser Hinsicht eine verlässliche Quelle für Informationen.

Trotzdem: Ohne Kandidaten für die vakanten Vorstandsämter könne es nicht lange weitergehen, mahnte Schüte. „Dann müsste man den Verein mit einer Dreiviertel-Mehrheit auflösen und sich vielleicht weiter als Stammtisch treffen.“

Dabei gibt es durchaus ein zartes Pflänzchen der Hoffnung, wie das Beispiel Clemens Grupe zeigt. Der Student ist erst seit Kurzem dabei – und begeistert. „Hier bekommt man Informationen, die man sonst nirgends bekommt. Außerdem helfen einem die Mitglieder, wo es nur geht.“ Grupe hat ein Gewächshaus und züchtet dort Gemüse, „zur Entspannung und weil mir das Gärtnern gefällt“. mig

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