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Vorwürfe sind nicht nachzuweisen

Nach angeblicher Vergewaltigung Vorwürfe sind nicht nachzuweisen

Viel ist nicht übrig geblieben von den Vorwürfen gegen einen früheren Bückeburger. Vor allem hatte die Staatsanwaltschaft ihm vorgeworfen, in acht Fällen seine Freundin vergewaltigt zu haben. Verurteilt hat die 2. Große Strafkammer am Bückeburger Landgericht den 33-Jährigen jetzt zu sechs Monaten Haft. Der Schuldspruch lautet auf Körperverletzung, Beleidigung, Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung.

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Bückeburg (ly). Von Vergewaltigung ist keine Rede mehr. In diesen Fällen und wegen einiger anderer Delikte sprach die Kammer den 33-Jährigen frei. Die Vorwürfe seien nicht nachzuweisen oder erwiesenermaßen unzutreffend, hieß es. Weil der Angeklagte im Vorfeld des Prozesses fast ein halbes Jahr in Untersuchungshaft gesessen hatte, ist die nun verhängte Strafe nahezu verbüßt. „Am Ende“, so die Vorsitzende Richterin Eike Höcker, „ging es um den Scherbenhaufen einer Beziehung.“

 Fest steht damit lediglich, dass der Bückeburger einmal die Tür zur Wohnung der Frau aufgedrückt hatte und eingedrungen war, vermutlich aus rasender Eifersucht. Das Opfer wurde angespuckt, an den Haaren gezogen, als „Hure“ und „Schlampe“ beschimpft. Später kam es noch zum Sex, allerdings „ohne Gewalt und Drohungen“, so Höcker.

 Dem Mann riet die Richterin, einen Schlussstrich zu ziehen: „Beenden Sie das. Es war ein schwarzer Tag, als Sie beide sich kennengelernt haben.“ Das Paar war seit 2008 mit mehreren Unterbrechungen zusammen, eine sogenannte On-/Off-Beziehung, die „häufig von Tätlichkeiten geprägt“ gewesen sei. Immer wieder führte die Eifersucht des Mannes, der zudem recht Besitz ergreifend ist, zu Konflikten. „Er kann sich aber durchaus auch freundlich und liebenswürdig verhalten‘‘, erklärt Höcker.

 Mit Männern hat die Frau offenbar kein Glück: Von einem früheren Freund war sie ebenfalls geschlagen worden. Ein Teil ihrer Verletzungen muss ihr von einem anderen Täter beigebracht worden sein, weil der Angeklagte zumindest zu dieser Zeit in Haft oder aus anderen Gründen nicht da war.

 Im Prozess hatte die Frau unter Ausschluss der Öffentlichkeit ausgesagt. Plädiert wurde ebenfalls hinter verschlossenen Türen. Im Urteil klang durch, dass die Bückeburgerin von ihrer früheren Schilderung abgerückt sein muss. Der Geschlechtsverkehr sei demnach „nicht gegen ihren ausdrücklichen Willen“ geschehen. Dem Mann habe die Frau „nicht richtig deutlich gemacht, dass sie nicht wollte“.

 Bewährung war kein Thema – schon wegen der Vorstrafen des Angeklagten, dessen Register 15 Einträge umfasst. Darunter sind schwere Delikte wie versuchte räuberische Erpressung, aber auch Hausfriedensbruch oder Bedrohung. Körperverletzung taucht allein viermal auf. In einem Fall war das Opfer die Frau, um die es auch im jetzigen Prozess ging.

 Mehrfach hat der Angeklagte bereits im Knast gesessen. Im aktuellen Verfahren sei er während der Untersuchungshaft „als möglicher Sexualtäter Repressalien ausgesetzt“ gewesen, so Richterin Höcker. Dies hatte der Angeklagte 33-Jährige selbst berichtet. ly

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