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WEZ-Chef plaudert aus dem Nähkästchen

Neue Auflage der Reihe "Nachgefragt" WEZ-Chef plaudert aus dem Nähkästchen

Es ist normal, dass sich Hausfrauen vor einem größeren Einkauf Gedanken darüber machen, welche Gaumenfreuden sie ihrer Familie in den nächsten Tagen bereiten wollen.

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Marktleiter Michael Kocher freute sich über das Präsent, das ihm Museumsleiterin Anke Twachtmann-Schlichter als kleines Dankeschön überreichte.

Quelle: sig

Bückeburg. Für die meisten ist es sinnvoll, sich zuvor aufzuschreiben, welche Versorgungslücken im häuslichen Vorrat geschlossen werden müssen. Aber wie stellt sich der Handel auf die Wünsche der Kunden ein? Oder besser: Wie beeinflusst er ihr Kaufverhalten?

 Da war es aufschlussreich, dass ein Bückeburger Marktleiter im Museum in der Reihe „Nachgefragt“ mal etwas aus dem Nähkästchen plauderte. Michael Kocher, erfahrener Spross einer Kaufmannsfamilie, ist Chef des WEZ-Marktes. Er hatte sich gut vorbereitet auf diese fragefreudige Gesprächsrunde, in der erstaunlicherweise auch einige Männer bewiesen, dass sie beim Einkaufen sachkundig vorgehen.

 Natürlich überlässt es ein Marktleiter nicht dem Zufall, wie er sein Warenangebot anordnet. Da steckt System dahinter. Eigene Erfahrungen und die Ergebnisse der Marktforschung beeinflussten diese Überlegungen. Dass der Tagesablauf dabei eine Rolle spielt, ist sicher nicht allen Kunden aufgefallen. Was die Hausfrau zum Frühstück auf den Tisch bringt, finde man deshalb im vorderen Bereich des Marktes. Für den Mittagstisch müsse man ein paar Schritte mehr gehen, und im hinteren Bereich solle das Warenangebot für den Feierabend angeordnet sein.

 Natürlich gebe es Ausnahmen, so Kocher. Zum Beispiel dann, wenn ganz bestimmte Sonderangebote die Blicke auf sich ziehen sollen. Dass die Regale ebenfalls nach einem bestimmten System gefüllt werden, ist wohl auch allen Käufern nicht verborgen geblieben. Die Waren, die mehrheitlich zu einem lohnenden Ertrag des Unternehmens beitragen, befänden sich in Augenhöhe. Für das preiswertere Sortiment müsse man sich bücken, und für die höherpreisigen Waren sollte man den Blick nach ganz oben richten.

 Dass der Begriff „Frische“ ein besonders wichtiges Verkaufsargument ist, liegt auf der Hand. Das gelte vor allem für Lebensmittel, die keine langen Transportwege hinter sich haben, sondern aus der heimischen Region kommen, so Kocher.

 Mindesthaltbarkeit war ebenfalls ein Thema. „Wenn sie abgelaufen ist, müssen die Waren aus dem Regal genommen werden, auch wenn sie dann keineswegs verdorben sind.“ Die Anforderungen der Kunden auch an die optische Frische seien groß, unterstrich Kocher. Das ist dann die große Chance für die „Tafeln“, die täglich abholen, was immer noch viele hungrige Mägen füllen kann. Das gilt besonders auch für Backwaren.

 „Warum müssen Sie eigentlich so viele Schokoladensorten im Programm haben?“, fragte ein Zuhörer. Auch diese Auswahl würde von Angebot und Nachfrage bestimmt, versicherte Kocher. Es gebe unterschiedliche Vorlieben. Mundraub und Ladendiebstahl waren weitere Themen. „Mal eine Weintraube auf Süße und Geschmack zu testen, bevor man sich damit eindeckt, ist kein Thema“, erklärte Kocher. Aber es gäbe immer wieder organisierte Banden, die Ladendiebstähle begehen, und da werde unnachsichtig durchgegriffen. Auffälliges Verhalten behielten Mitarbeiter und Detektive im Auge. Der Wert des Diebesgutes sei erheblich. Und diese Kosten müssten in die Kalkulation einfließen.  sig

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