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Bückeburg Stadt Weiter in die Jugend investieren
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00:22 09.03.2018
Im Namen des Landessportbundes heftet Hagen Rank (rechts) dem Vorsitzenden Holger Brandt die goldene Nadel ans Revers. Quelle: wk
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Ahnsen

Denn auch im Bereich der Vereine ändere sich das Umfeld rasant, so etwa durch den „harten Wettbewerb“ mit den zahlreichen, gewerblichen Anbietern von Sport- und Freizeitaktivitäten.

„Nur wer die Weichen rechtzeitig und richtig stellt, hat Chancen, künftig noch in der Spur bleiben zu können“, mahnte Brandt. Daher müsse sich der in zwei Jahren sein 100-jähriges Jubiläum feiernde TSV Ahnsen noch stärker als bisher den Herausforderungen des sich in allen Bereichen des Lebens vollziehenden Wandels stellen. Wobei es die zunehmende Anzahl an Ganztageseinrichtungen für Kinder, die veränderten Anforderungen in der Arbeitswelt und der demografische Wandel den gemeinnützigen Sportvereinen „nicht eben einfacher“ machten.

Für den TSV Ahnsen bedeutet dies laut Brandt, dass der Verein umso mehr darauf achten müsse, wirtschaftlich immer auf gesunden Beinen zu stehen. Darüber hinaus seien eine professionelle Führung des Vereins und der Sparten sowie ein „zukunftsgerichteter Ausbau unserer Kernkompetenzen“ wichtig. Insbesondere verwies er auf das „Fußballangebot im Liga-Betrieb“ sowie auf die Spielmannszug-Abteilung, die beide ein Alleinstellungsmerkmal innerhalb der Samtgemeinde seien.

Zu hohe Erwartungen von Eltern

Apropos Fußball: „Unsere Fußball-Jugendtrainer werden bei ihren Tätigkeiten durch engagierte Eltern zuweilen vorbildlich unterstützt“, resümierte Brandt. „Andere und nicht wenige Eltern“ würden aber allen Ernstes vom Verein erwarten, dass dieser ihre Kinder mehrmals wöchentlich von zu Hause abholt, bestens ausstattet und die Jugendlichen nach dem Spiel ausgepowert, bestens gelaunt, gut beköstigt und ohne blaue Flecken wieder daheim abliefere. „Und das alles für 4,50 Euro Beitrag pro Monat.“

Durch ein derartiges Verhalten dürfe man sich als Verein aber nicht entmutigen lassen, appellierte der Vorsitzende. Vielmehr müsse man unbeirrt und mit viel Idealismus weiter in den Jugendbereich investieren und so die Zukunft des Klubs sichern. Darüber hinaus müsse man als Verein die sportlichen und gesellschaftlichen Aktivitäten in der Samtgemeinde weiter bündeln, da durch Kooperationen mit anderen Vereinen und Gruppen mehr erreicht werden könne, als wenn jeder Verein nur für sich allein agiere.

In Sachen Fußball berichtete der Spartenleiter Michael Harting, dass es, um langfristig erfolgreich Jugendarbeit leisten zu können, das Ziel sein müsse, alle acht Jugendteams des TSV mit jeweils zwei Trainern auszustatten. Außerdem sei die Aus- und Weiterbildung der Trainer wichtiger denn je. Zum Vergleich: Aktuell hat der Verein für fünf Jugendmannschaften je zwei Trainer und für drei Jugendmannschaften je einen Coach – ergo fehlen nach Hartings Zielsetzung noch drei zusätzliche Fußballtrainer.

Rückzug von Mannschaften droht

Sollte es dem Verein allerdings nicht kurzfristig gelingen, genügend Leute zu finden, die sich im Jugendfußball engagieren, werde der nächste Schritt der Rückzug einiger Mannschaften vom Spielbetrieb sein, stellte Harting klar. „Die Kinder und Jugendlichen wären für uns dann verloren.“ Alle acht Jugendteams des TSV pflegen eine Spielgemeinschaft mit dem SV Obernkirchen.

Als Leiter der Tischtennis-Sparte informierte Stefan Buth, dass diese Abteilung „einen echten Volltreffer“ gelandet habe, indem man den Trainer Christian Dröscher für den TSV Ahnsen habe verpflichten können. Dröscher sei nämlich mit der SV Ahlem und dem TSV Kirchrode zehn Jahre lang in der 2. Bundesliga aktiv gewesen und habe unter anderem die Tischtennis-Herren des TSV Hespe aus der Bezirksoberliga in die Regionalliga geführt. Laut Buth tritt Dröscher den Trainerpost in Ahnsen offiziell zum 1. Mai an. In den vergangenen Wochen habe es aber bereits einige Vorab-Einheiten mit Dröscher gegeben.

Zur Mitgliederentwicklung war vom stellvertretenden Vorsitzenden Garlof Katz zu erfahren, dass der TSV aktuell (Stichtag: 31. Dezember 2017) 324 Mitglieder, davon 64 Jugendliche, hat. Stärkste Sparte ist die Fußball-Abteilung mit 179 Mitgliedern, gefolgt von den Sparten Gymnastik (61), Tennis (48) und Tischtennis (32) sowie dem Spielsmannszug (30). Trotz rückläufiger Mitgliederzahlen im Vereinswesen, sei es „dringend erforderlich“, den Jugendbereich nicht zu vernachlässigen, meinte Katz. Denn aus dieser Generation sollen ja jene Mitglieder heranwachsen, die später mal Vorstandsämter und andere Aufgaben im Klub übernehmen. wk

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