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Wenn Not ein Gesicht bekommt

Irakische Flüchtlinge berichten aus ihrem Leben Wenn Not ein Gesicht bekommt

Wie war es auf dem Flüchtlingsschiff? Was haben Sie im Irak beruflich gemacht? Wann darf man als Flüchtling in Deutschland arbeiten? Geht Ihr Sohn in den Kindergarten? Sind die Deutschen freundlich? Wie viele Deutsch-Kurse muss ein Flüchtling machen, um arbeiten zu dürfen? Sind einige Flüchtlinge traumatisiert, und erhalten sie Therapien?

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Awo-Sozialarbeiter Michael Henel und Mia Kaluza, Katharina Falk, Schulsozialarbeiterin der Immanuel-Schule, Azam und Aziz K. sowie einige Schüler der 9. Klasse der IGS Immanuel-Schule nach der Fragestunde zum Thema „Flüchtlingsarbeit“ im gesellschaftswissenschaftlichen Unterricht.

Quelle: pr

BÜCKEBURG. . Im Rahmen des Unterrichts im Fach Gesellschaftswissenschaften (Gewi) hatten die Schüler der Klasse 9 der IGS-Immanuel Fragen vorbereitet, die die 2014 aus dem Irak geflüchteten Brüder Azam und Aziz K., unterstützt von den Flüchtlingssozialarbeitern Michael Henel und Mia Kaluza, geduldig beantworteten. Azam und Aziz K. gehören zu der Kurdisch sprechenden religiösen Minderheit der Jesiden, die seit vielen Jahren im Irak von der Terrormiliz Islamischen Staat verfolgt wird. Von 2007 bis 2014 sollen mehr als 60000 Jesiden auf brutale Weise getötet worden sein.

Ihre Geschichte schildern sie so: Es war der 3. August 2014, als sich Azam und Aziz, seine Frau und zwei kleine Kinder auf die Flucht begaben. Im Irak gehörten ihnen mehrere Wohnungen und ein Markt. Azam arbeitete als Verwaltungsangestellter im elterlichen Betrieb, Aziz bei der Polizei. Sie verkauften ihren Besitz, um mit dem Geld ein Schiff in die Türkei zu bezahlen. Fünf Tage lang waren sie auf dem Mittelmeer unterwegs, mit 74 Personen auf einem zwölf mal 2,50 Meter großen Boot, wie die Schüler erfuhren. Ihr Essen hatten sie in Rucksäcken mitgebracht.

Dankbarkeit für Deutschland

Von der Türkei ging es über Italien, Mazedonien, Serbien, Slowenien und Österreich zunächst nach München. Für jedes Teilstück ihrer Reise zahlten die Brüder eine Menge Geld, so kostete die Autofahrt von Österreich nach München allein 1000 Euro. Aufgrund des „Easy-Verfahrens“, das besagt, dass Flüchtlinge gleichmäßig auf die einzelnen Bundesländer verteilt werden, wurden die Brüder zunächst in unterschiedliche Städte in Erstaufnahmelager gebracht. Erst seit einigen Monaten ist die Familie wieder in Bückeburg vereint. Azam K. betonte mehrfach, wie freundlich die Deutschen seien und wie dankbar sie für das deutsche Sozialsystem seien.

Bislang hatten die meisten Schüler solche Fluchtgeschichten lediglich in den Medien gehört oder gesehen, nun bekam das Thema „Flüchtlinge“ mit einem Mal ein Gesicht. Unter den Schülern herrschte großes Interesse an den Geschichten der beiden Iraker. r

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