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Wenn der „Frustzwerg-Hintern“den Nachbarn erbost …

Bückeburg Wenn der „Frustzwerg-Hintern“den Nachbarn erbost …

Der Nachbarschaftsstreit ist so alt wie die Menschheit. Er belastet Gerichte und sorgt für schlechte Stimmung. Mit welchen menschlichen und allzu menschlichen Problemen sich Juristen bisweilen herumschlagen müssen, zeigte ein Vortrag zum Thema „Besitzstörungen durch Nachbarn und Mieter“ im Rahmen der Jahresversammlung des Vereins „Haus & Grund Bückeburg und Umgegend“.

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Jürgen Lindner

Quelle: mig

Bückeburg. Bückeburg (mig). Jürgen Lindner, Justiziar des Landesverbandes Niedersachsen, näherte sich dem schwierigen Thema mit einem Augenzwinkern.

 Sie wissen nicht, was ein Frustzwerg ist? Dann haben Sie wahrscheinlich auch keinen Streit mit ihrem Nachbarn. Kurz gesagt: Frustzwerge sind kleine Stinkstiefel. Sie entblößen ihr blankes Hinterteil, strecken die Zunge heraus oder zeigen den Mittelfinger. Der Nachbar fühlt sich angesprochen und ist verärgert. In einem Fall ärgerte er sich sogar so sehr, dass er klagte. Und wegen dieser Störung Recht bekam, wie Jürgen Lindner den Mitgliedern des Vereins Haus & Grund Bückeburg und Umgegend ausführte. Zu Ende war die Geschichte damit aber noch lange nicht. Der Besitzer des Frustzwergs umwickelte den ausgestreckten Mittelfinger mit einem Verband und bekam nun seinerseits recht. Die Begründung des Richters: Der vorherige Mittelfinger sei nun ein weher Finger. Den könne man nicht verbieten.

 Doch es sind nicht immer nur die Frustzwerge, die für Unmut beim Nachbar sorgen. Die Palette reicht vom Hundegebell über die Verbrennung von Gartenabfällen bis zum Küchenmief. Sogar laute Sex-Geräusche seien schon beanstandet worden, berichtete Lindner. Zwar dürfe es beim Sex Geräusche geben. „Dass die Frau aber immer ,Jippi, jippi‘ geschrien hat, war dem Richter dann aber doch zu viel“. Weiterhin erlaubt ist dagegen das geräuschvolle Urinieren im Stehen. Zwar habe ein Gericht bestätigt, dass das Urinieren im Sitzen weniger Geräusche macht, der Richter habe aber nicht vorschreiben wollen, „wie man sein kleines Geschäft zu verrichten hat“.

 Fast so berühmt wie der Maschendrahtzaun ist der Sauerkrautstreit im bayerischen Traunstein. Ein Zugezogener beschwerte sich über den Mief aus dem Nachbarhaus – der anberaumte Schnuppertermin gab ihm zunächst sogar recht. Als aber sogar eine Dunstabzugshaube den Streit nicht beenden konnte, entschied das Landgericht: Gerüche, die trotz einer Dunstabzugshaube verbleiben, müssen hingenommen werden. Oder anders ausgedrückt: Es kann der Frömmste nicht in Frieden kochen...

 Dass es Besitzstörungen auch in Bückeburg gibt, bestätigte abseits der Versammlung der Rechtsberater und zweite Vorsitzende des Vereins Haus & Grund Bückeburg und Umgegend, Dietmar Janzen. Meist handele es sich um Kleinigkeiten, wie im Treppenhaus stehende Schuhe. Streit gebe es auch, wenn ein Holzstapel zu nah an der Grundstücksgrenze stehe oder Abgase in das Küchenfenster wehten. „Unser erster Rat ist immer das Gespräch“, betont Janzen. „Man muss sich nachher noch begegnen können.“ Wenn es gar nicht anders geht, sollte der Hausbesitzer ein Protokoll führen, sich Zeugen dazu holen und dann abmahnen.

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