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Wenn der Nachtwächter für Ruhe sorgt

Bückeburg Wenn der Nachtwächter für Ruhe sorgt

„Ich ging durch die Gassen und guckte in die Fenster, ob auch alle Feuerstellen aus sind“, erzählt der Mann mit Horn, Laterne und Hellebarde den wissensdurstigen Umstehenden aus seiner unrühmlichen Geschichte. „Schon ein Funke konnte großen Schaden anrichten. Ein Nachtwächter darf sich keine Fehler erlauben, das sage ich Euch!“

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Horn, Laterne und Hellebarde gehören zur Standardausstattung. Eine spezielle Kleidung gab es nicht. Ein Nachtwächter trug das, was er gerade hatte.

Quelle: tla

BÜCKEBURG. Dietmar Ostermeier ist Gästeführer und seit 2009 zudem als Nachtwächter in Bückeburg und Rinteln unterwegs. Jetzt nahm er seine Besuchergruppe mit auf einen Rundgang durch die Bückeburger Innenstadt und Schlossgarten mit Anekdoten sowie Klatsch und Tratsch aus der damaligen Zeit.

„Auch in der Liebesallee musste ich für Ruhe sorgen.“ Als Nachtwächter war er nicht immer beliebt und angesehen. Der Beruf galt als undankbar, unehrenhaft, und irgendwie wollte das zudem keiner freiwillig machen. Seine Kinder durften nicht zur Schule gehen. Somit stand schon fast fest, was aus ihnen später werden sollte: Nachtwächter. Horn, Laterne und Hellebarde gehören zur Standardausstattung. Eine spezielle Kleidung gab es nicht. „Ein Nachtwächter trug das, was er gerade hatte“, erzählt Ostermeier.

Geschichtlicher Hintergrund darf nicht fehlen

„Aber warum haben Nachtwächter eigentlich einen Hut auf“, fragt Ostermeier in die Runde. „Nun ja, wegen der Notdürfte, die aus dem Fenster entleert wurden“, verrät er. Außerdem berichtet der Nachtwächter über die Pest. Wer sich in der Verwaltung damals unbeliebt machte, wurde zum Pesthelfer ernannt.

„In den Gassen traf der Nachtwächter schon auf so manch lichtscheue Gestalt. Ich musste oft Streit schlichten.“ An der Hofreitschule angekommen, erwähnt Ostermeier, dass die Bauern wohl mit ihren Stuten zum Decken vorbeikamen.

„Wir können euch als Gästeführer und Nachtwächter genug erzählen, weil es viele alte Dokumente aus dieser Zeit hier gibt. Es ist eine Erlebnisführung“, so Ostermeier, der aus Scheie kommt. Somit kann er Besuchern außer den Anekdoten und Pointen auch einen geschichtlichen Hintergrund bieten. „Bei der Stadtkirche denken viele Touristen anfangs, es sei eine katholische Kirche“, berichtet er.

Ostermeier absolvierte eine Ausbildung zum Gästeführer und teilt sich die „Nachtschichten“ mit Wolf dem Nachtwächter alias Wolfram Hesseling. tla

factbox

Öffentliche Führungen mit einem der beiden Nachtwächter Ostermeier oder Hesseling finden immer am ersten Donnerstag im Monat statt. Treffpunkt ist jeweils um 20 Uhr am Marktbrunnen. Der nächste Rundgang ist am Donnerstag, 3. August.

Weitere Informationen gibt es online unter nachtwaechter-bueckeburg.de oder impressionen-bueckeburg.de sowie auf der Internetseite der Stadt Bückeburg unter der Rubrik Veranstaltungen. tla

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