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Bückeburg Stadt Wenn die Not stärker als die Scham ist
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00:23 13.02.2015
Alle Hände voll zu tun: Die Bückeburger Tafel-Verantwortlichen Arno Franke (von links), Wolfgang Raschke und Ralf Daniel haben gemeinsam mit den anderen Helfern 350 Kunden pro Woche betreut. Quelle: bes
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Bückeburg.  Schließlich sind diejenigen, die bei der Hilfseinrichtung Unterstützung bekommen, Menschen am Rande der Gesellschaft. „Wir haben im Jahr 2014 pro Woche etwa 350 Bedürftige bedient“, zieht Wolfgang Raschke Bilanz. Der Bückeburger ist Vorsitzender des Vereins, der seit fast 15 Jahren die Tafel an der Dammstraße betreibt. Raschke geht davon aus, dass die Zahl derjenigen, die von der Einrichtung unterstützt wird, deutlich höher als die 350 wöchentlichen Kunden liegt. Unter den Hilfesuchenden seien zahlreiche Mütter und Väter, die bisweilen eine ganze Kinderschar zu versorgen haben.

Zudem sind sich Rascke und dessen Vorstandskollegen Arno Franke und Ralf Daniel sicher, dass ihr Angebot nicht von allen, die Anspruch darauf haben, auch genutzt wird. So gebe es insbesondere bei älteren Deutschen eine hohe Schamgrenze. „Ihnen ist es peinlich, sich an uns zu wenden“, so Daniel.

Die Ursache für das stetige Kundenplus der vergangenen Jahre sehen Franke und Daniel einerseits in der gestiegenen Akzeptanz der Einrichtung. Andererseits gebe es auch eine zunehmende Zahl an Empfangsberechtigten, erklären die beiden Ehrenamtlichen. „Wir bekommen in Gesprächen auch mit, dass Kunden immer wieder sagen: ,Unser Geld reicht mittlerweile nicht mehr zum Leben aus‘“, schildert Franke Fälle, die ihm in Erinnerung geblieben sind.

„Studien zufolge wird es in den kommenden Jahren mehr Altersarmut geben“, ergänzt Raschke. Daher rechnet der Vereinsvorstand auch für die kommenden Jahre damit, dass sich der Anstieg kontinuierlich fortsetzen werde. Zudem habe sich der anschwellende Flüchtlingsstrom bisher nicht in der Statistik der Bückeburger Tafel bemerkbar gemacht. „Wir müssen schauen, ob das bis zu uns durchschlägt“, so Franke weiter.

Die 30 Ehrenamtlichen des Vereins arbeiten eng mit dem Deutschen Roten Kreuz zusammen. Zum Arbeitsalltag gehören die Abholung, Lagerung und die Verteilung der gespendeten Lebensmittel sowie die Pflege des Fuhrparks und der Technik. „Es geht bei uns ähnlich wie in einem kleinen Unternehmen zu“, sagt Raschke schmunzelnd. Zudem tauschen die Helfer auch mit anderen Tafeln Lebensmittel. „Die Waren stammen aus der Überproduktion – etwa von namhaften Großunternehmen. Doch auch Discounter unterstützen uns“, führt Daniel aus. Die Produkte seien sämtlich einwandfrei, jedoch drei bis vier Tage vor dem Mindesthaltbarkeitsdatum. Außerdem bekomme der Verein immer wieder finanzielle Zuwendungen.

Allerdings hat den Vorstandsmitgliedern zufolge in den vergangenen Jahren bei vielen Einzelhandelsunternehmen ein Umdenken eingesetzt. Diese seien dazu übergegangen, die Waren trotz näher rückenden Mindesthaltbarkeitsdatums abzuverkaufen. „Noch haben wir aber keine Probleme, Lebensmittel zu bekommen“, versichert Raschke.

Angesichts des kontinuierlichen Kundenplus und des erheblichen Aufwands wünschen sich die Vorstandsmitglieder im Zeichen des 15. Geburtstags der Bückeburger Tafel mehr Unterstützung staatlicherseits. Schließlich baue der Verein mit seiner Arbeit soziale Spannungen in der Gesellschaft ab und trage zu einer besseren Versorgung bedürftiger bei. „Eigentlich ist das eine Aufgabe des Staates, er kommt dieser aber nicht nach und befürwortet unsere Arbeit“, betont Raschke. „Immerhin haben die Tafeln ein positives Ansehen.“

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