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Wie geht’s weiter in der Altstadt?

Bebauungsplan Nr. 90 für Bückeburg Wie geht’s weiter in der Altstadt?

„Wo soll die Entwicklung in der Altstadt hingehen?“ Diese Frage des Baubereichsleiters Jörg Klostermann hat der Bau- und Umweltausschuss damit beantwortet, dass er einstimmig einem Aufstellungsbeschluss für einen neuen Bebauungsplan Nr. 90 „Wallstraße/Unterwallweg“ zugestimmt hat. 

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BÜCKEBURG. „Wir sehen in Zukunft einige Probleme auf uns zukommen, die wir regeln wollen, um uns zukunftsfähig zu machen.“ Es brauche Steuerungsmöglichkeiten. Wolle man einen Bruch oder den Erhalt der kleingliedrigen Strukturen?

Wie der Baubereichsleiter schilderte, gibt es in der Altstadt entlang von Wallstraße und Unterwallweg erhebliche Probleme. Ein Teil des Baubestandes ist im Zuge des Städtebauförderungsprogramms in den achtziger Jahren saniert worden, ein Teil nicht. Derzeit stehen zwölf Häuser leer, verfallen zum Teil. In den vergangenen Jahrzehnten sind mehrere Mehrfamilienhäuser gebaut worden, die sich in das kleingliedrige Gesamtbild der Altstadt einfügen.

Mehrere große Wohneinheiten geplant

Nun sind in dem Bereich mehrere große neue Wohneinheiten geplant, etwa auf dem Grundstück der Wäscherei Eggers, wo nach dem Abriss 30 seniorengerechte Wohnungen gebaut werden sollen. Oder aber gegenüber auf dem Grundstück der Gaststätte Fenkner, wo 20 neue Wohnungen entstehen sollen. Zusammen mit drei weiteren Projekten sollen in dem Bereich 70 neue Wohnungen entstehen (wir berichteten).

Dieses von kleinteiliger Bebauungsstruktur gekennzeichnete Stadtquartier bedürfe jedoch einer rücksichtsvollen Neubebauung, um die bestehenden Bebauungsstrukturen nicht „zu überformen“. Insbesondere die hinzukommenden Gebäude müssten die gebaute Umgebung respektieren und sich in ablesbaren kleinteiligen, aber durchaus modernen Einheiten präsentieren, heißt es in der Erläuterung der Verwaltung zum Aufstellungsbeschluss. Mit der Aufstellung solle erreicht werden, dass die bestehenden Nutzungen und Strukturen gesichert werden, das Stadtbild gewahrt bleibt und sich neu Hinzukommendes harmonisch einfügt.

Ausführungen, denen der Ausschuss noch folgen konnte – nicht aber einem Nebensatz der Vorlage, wo die Verwaltung darauf abstellte, dass die größeren Neubauplanungen „sehr stark von wirtschaftlichen Interessen geprägt sind und den vorhandenen Bebauungsstand zu wenig berücksichtigen“. „Der muss ersatzlos gestrichen werden“, erregte sich der Ausschussvorsitzende Bernd Insinger (SPD); ein Vorschlag, dem der Ausschuss einstimmig folgte. Insinger wies nachdrücklich darauf hin, dass mit dem Aufstellungsbeschluss noch keine Details zu möglichen Festsetzungen im späteren Entwurf des Bebauungsplans festgelegt werden. Das sei dann zu diskutieren.

Einige Aufregung gab es während der Diskussion um das Bauvorhaben auf dem Eggers-Grundstück. Ein Entwurf dazu war bereits im Juli 2015 im Ausschuss vorgestellt und abgesegnet worden. „Was nun?“, fragte Ratsfrau Ulrike Eggers (CDU), Ehefrau des Wäschereibesitzers: „Wir haben schon Pläne abgenickt.“ 

Keine grundsätzliche Ablehnung

Klostermann sagte, dass eine Genehmigung für den Neubau zu erteilen sei, wenn sich der Bau einfügt und passt. Insinger betonte, dass hinter dem Aufstellungsbeschluss keine grundsätzliche Ablehnung stehe. Große Gebäude müssten so strukturiert werden, dass sie kleinteilig aussehen. Ratsherr Hermann Kempf (CDU) mahnte, dass die Innenstadt aufgewertet werden müsse, Investitionen dürften nicht verhindert werden, Bauvorhaben müssten sich rechnen. Dass mit dem geplanten Eggers-Neubau mehr im Argen liegt, wurde dann in der Einwohnerfragestunde deutlich. In dieser äußerte sich der Architekt des Eggers-Projekts, John Roper. „Ich habe den Eindruck, dass es eine unterschwellige Bewegung gibt, den Eggers-Neubau zu verhindern.“ Solle er seine Pläne noch einmal im Ausschuss vorstellen? Er frage sich, ob „eine Art von moderner Architektur“ in der Stadt überhaupt gewollt sei. Die zwei vom Baubereichsleiter bei der Vorstellung des Aufstellungsbeschlusses erwähnten Beispiele – ein Neubau an der Hannoverschen Straße und das Gebäude an der Herderstraße auf dem ehemaligen Mühlenplatz – „sind keine Architektur“.

Eine Nachfrage des Ratsherrn Andreas Paul Schöniger (WIR für Bückeburg), wer „das Projekt kaputtrede“, blieb unbeantwortet. Insinger: „Wenn ein Bauantrag vorliegt, werden wir darüber reden.“  rc

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