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Wie im Kloster in Rekordzeit ein Musical entsteht

Bückeburg / Aufführung Wie im Kloster in Rekordzeit ein Musical entsteht

Ein Musical der besonderen Art hat für volle Zuschauerreihen im Bückeburger Rathaussaal gesorgt: Das vom Adonia-Teens-Chor aufgeführte Stück „Bathseba“. Ungewöhnlich waren dabei allerdings nicht die Gesangs- und Tanzeinlagen des Musicals oder dessen Inszenierung an sich, sondern die überaus kurze Zeit, die die Akteure für die Proben zur Verfügung hatten.

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In einer Szene des Musicals hält „König David“ (Lukas Konolfic) das Baby im Arm, das aus der Affäre mit „Bathseba“ (Miriam Thielmann) hervorgegangen ist.

Bückeburg (mw). Während der ersten Hälfte der Osterferien hatten die rund 70 jungen Leute (im Alter von zwölf bis 18 Jahren) das komplette Werk nämlich in gerade mal vier Tagen anlässlich eines Musicalcamps im Kloster Möllenbeck gemeinsam eingeübt, berichtete Susanne Farkhar, Mitglied des Leitungsteams des Projektes.

Die Noten und Texte hatten die aus ganz Niedersachsen stammenden Teilnehmer allerdings schon zwei Monate vor dem Camp auf einer vorproduzierten CD erhalten, um sich selbst zu Hause vorbereiten zu können. Anders wäre es sicherlich auch nicht möglich gewesen, ein rund 90-minütiges Musical in nur wenigen Tagen einzustudieren.

Angesichts dieser besonderen Umstände war es im übrigen durchaus erstaunlich, was die „Adonia-Teens“ auf die Bühne gebracht haben: Textsicher präsentierten die Laiendarsteller die von ihnen verkörperten Figuren des – auf einer biblischen Erzählung basierenden – Musicals und gaben sich große Mühe, diesen Charakteren schauspielerisch Leben einzuhauchen. Einen guten Eindruck machten zudem der von Kevin Thielmann dirigierte Hintergrundchor und die ebenfalls auf der Bühne agierende – sprich: live spielende – Band.

Gewöhnungsbedürftig waren allerdings die an manchen Stellen etwas zu naiv geratenen Dialoge, die der Ernsthaftigkeit der in dem Musical erzählten Geschichte entgegenliefen. Hier wäre es angeraten gewesen, seitens des Autors Markus Hottiger noch mehr Augenmerk auf den Text zu legen. Das Stück hätte dadurch sicherlich gewonnen.

Aber sei’s drum: Dass sich das bunt gemischte Publikum (alle Generationen waren vertreten) dennoch gut unterhalten fühlte, konnte man nicht zuletzt am Szenenapplaus festmachen, der während des Stückes immer wieder laut aufbrandete.

Der Ablauf der Geschichte selbst ist schnell erzählt: Der im Alten Testament vorkommende König David (gespielt von Lukas Konolfic) hat eine Liebesaffäre mit Bathseba (Miriam Thielmann), der Ehefrau seines treuen Soldaten Uria (Mirko Heinzelmann). Als Bathseba schwanger wird, versucht er die Sache zu vertuschen.

Weil dies aber nicht gelingen will, schickt er Uria in der Hoffnung in den Krieg, dass dieser dort umkommt. Der Plan geht auf, doch der Prophet Nathan kommt König David auf die Schliche und konfrontiert diesen mit dessen intriganter Tat. König David (mittlerweile mit Bathseba verheiratet) sieht die auf sich geladene Schuld ein und erhält daraufhin Vergebung von Gott, sein von Bathseba geborenes Kind verstirbt aber.

Später bekommen König David und Bathseba jedoch erneut ein Kind: Salomo, der der Bibel nach eines Tages den Thron seines Vaters erklimmen wird, obwohl er bei der Thronfolge eigentlich hinter dessen anderen Söhnen anstehen müsste.
Nach Information von Farkhar ist Adonia ein gemeinnütziger Verein mit Sitz in Karlsruhe, der Musicalfreizeiten koordiniert und mit den Landes- und Freikirchen zusammenarbeitet.

Die vier öffentlichen Aufführungen des Stückes „Bathseba“ während der zweiten Hälfte der Osterferien, für das Markus Heusser die Musik komponierte, stellen auch den zweiten Teil des Musicalcamps dar.

Nach Bückeburg geholt worden ist das Musical übrigens von der hiesigen evangelisch-reformierten Kirchengemeinde. Und noch ein kleines Detail: Die beiden in dem Stück aktiv mitwirkenden Geschwister Miriam Thielmann und Kevin Thielmann stammen ebenfalls aus Bückeburg.

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