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„Wie kann man so etwas nur genehmigen?“

Bückeburg / Innenstadt „Wie kann man so etwas nur genehmigen?“

„Das sieht doch unmöglich aus. Das macht das ganze Bild der schönen Fußgängerzone kaputt. Wie kann man so etwas genehmigen? Das muss weg.“

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Der Aufreger schlechthin in der Fußgängerzone: der Bau des Treppenpodest vor dem Haus Nr. 18, das von vielen als „hässlich“ und „überhaupt nicht passend“ bezeichnet wurde. © rc

Bückeburg (rc). Das waren am Mittwoch (17. August) noch die gemäßigten Reaktionen vieler Bückeburger, als sie gewahr wurden, was sich vor dem Haus Nr. 18 in der Langen Straße, dem ehemaligen Schlecker-Markt, tut: Der Bau eines großen, vierstufigen Podests, das weit über zwei Meter in den Gehwegbereich der Fußgängerzone ragt und das für die, die vom Schlosstor hochkommen, aussieht wie „eine riesige Bühne“. So bezeichnete es ein Leser, der in die Redaktion gekommen war, um sein Missfallen kundzutun.

Das Haus wird derzeit renoviert und saniert, demnächst wird dort die Brillen-Kette „Apollo-Optik“ eine Filiale eröffnen. Um das natürliche Gefälle in der Straße auszugleichen und um überhaupt noch in das nun umgestaltete Ladengeschäft mit seinem veränderten Eingangs- und Schaufensterbereich zu gelangen, wird das Podest errichtet. Der frühere Schlecker-Markt war ebenerdig über einen seitlichen Eingang zu erreichen.

Wie Baubereichsleiter Jörg Kostermann auf Anfrage mitteilte, gibt es für den Stufenbau zwar keine Baugenehmigung, wohl aber eine Vereinbarung zwischen Eigentümer und Stadt. Um diese Vereinbarung sei lange gerungen worden, um die unterschiedlichen Interessen und Auflagen von Baubehörde, Stadt und Eigentümer unter einen Hut zu bekommen. Auch der Bau- und Umweltausschuss sei in nichtöffentlicher Sitzung mit dem Thema befasst gewesen. Der jetzige Vorbau sei „die praktikabelste und kleinste Lösung, der kleinste gemeinsame Nenner“, so Klostermann. Ursprünglich sollte der Stufenbau noch wesentlich größer werden.

Es seien viele Punkte abzuwägen gewesen, so Klostermann weiter. Zum einen müsse der barrierefreie Zugang in das Ladengeschäft gewährleistet sein, zum anderen sei es aus brandschutzrechtlichen Gründen nicht erlaubt gewesen, den Eingangsbereich zum Geschäft und den darüber liegenden Mietwohnungen so zu belassen, wie es beim alten Schlecker-Markt der Fall war. Er selber finde die jetzt gefundene Lösung „auch nicht gut“. Die Stadt müsse aber gewisse Forderungen und Auflagen etwa aus dem Baurecht erfüllen.

Unter anderem sei auch über ein Hochpflastern des Gehwegs und von Teilen der Fahrbahn diskutiert worden. „Was aber einen riesengroßen Buckel mitten in der Fußgängerzone bedeutet hätte“, so Klostermann. Auch die Verlegung der Stufensituation in das Geschäft hinein sei ein Vorschlag gewesen, berichtete ein Ratsmitglied.

Nach Informationen unserer Zeitung war das Meinungsbild im Bau- und Umweltausschuss einhellig für die Vereinbarung. Auch dort wurde zwar angeführt, dass der Vorbau das gesamte Bild der Fußgängerzone beeinträchtigt, es aber keine bessere Lösung gibt. Allerdings soll im Ausschuss noch von zwei Stufen die Rede gewesen sein, jetzt werden es vier. Abschließend sei über das Thema nicht entschieden worden. Er sei überrascht, dass jetzt schon gebaut wird, so ein anderer ungenannt bleiben wollender Ratsherr.

Die vier Stufen werden auf der nach unten gewandten Seite in Richtung des Verlagsgebäudes unserer Zeitung entstehen. Durch das Gefälle in diesem Bereich werden sie nach oben hin auslaufen, was offensichtlich noch einiger planerischer Fantasie bedarf, so die Inaugenscheinnahme unserer Zeitung. Von der entstehenden Rampe wird dann der behindertengerechte Zugang in das Geschäft mit Rollstühlen oder aber Rollatoren möglich sein.

Die Stufen bestehen aus Granit, was sich die Stadt ausbedungen hat. Die Oberfläche des Podestes wird im Stil der Fußgängerzone gepflastert, auch eine Auflage der Stadt.

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