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Wie man beim Singen den Körper einsetzt

Bückeburg / Musikakademie Wie man beim Singen den Körper einsetzt

Es gibt wohl kaum einen anderen Meisterkurs, der so eng mit der ihn beheimatenden Stadt verbunden ist, wie die „Internationale Musikakademie für Solisten“ (IMAS).

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Die „Gasteltern“ Petrona Kracke und Burkhard Lustig mit dem IMAS-Vorsitzenden Veit Pagel und vier IMAS-Teilnehmern: Für sie und die anderen Gasteltern gab es am Eröffnungsabend ein eigenes „Ständchen“.

Quelle: mig

Bückeburg. Vor allem die Gasteltern sind ständig um die Talente bemüht. „Ohne sie“, sagte der Vorsitzende der IMAS, Veit Pagel, „wäre all das hier nicht möglich.“ Mit einem Eröffnungsabend bedankte sich die 36. Herbstakademie bei den ehrenamtlichen Aushilfs-„Müttern“ und „Vätern“.

 Die IMAS hat in ganz Deutschland, aber auch im fernen Ausland einen guten Ruf. Eine intime Arbeits-Atmosphäre, bekannte Dozenten und das wunderschöne Schloss Bückeburg – (Musiker)-Herz, was willst du mehr? So sehen das auch die 39 jungen Talente (im Alter ab 16 Jahren), die an den intensiven Meisterklassen der drei Dozenten (Wolfgang Emanuel Schmidt (Cello), Charlotte Lehmann (Gesang) und Bernd Goetzke (Klavier)) teilnehmen.

 „Ich möchte mich hier weiterentwickeln“, sagt Kiev Trang Pham (Gesang), die ein Stipendium der Richard-Sahla-Gesellschaft erhält. Kiev hat von ihrer Dozentin schon viele wertvolle Hinweise bekommen. „Etwa in technischen Fragen, wie man beim Singen den Körper einsetzt“, sagt sie.

 Auch Ying Peng aus China, der seit 2010 in Köln studiert, möchte in Bückeburg den Feinschliff als Solist bekommen. „Mir geht es darum den eignen Ausdruck zu finden“, gibt Peng zu verstehen. Und: „Ich erhoffe mir viel von diesem Kurs.“ Er habe schon einige Musiker aus anderen Ländern kennengelernt, sagt Peng. „Der Austausch und das Gespräch sind sehr wichtig.“

 Zufrieden ist auch Pianist Boris Kusnezow, der seit einiger Zeit für die Organisation und das Projektmanagement der IMAS zuständig ist. Kusnezow hat das Konzept vorsichtig weiterentwickelt und kleine Neuerungen eingeführt. Dazu gehört der Eröffnungsabend, (ein Geschenk an die „aufopferungsvollen“ Gast-Eltern), genauso wie ein Zelt am Schloss Bückeburg, in dem sich die jungen Talente am Abend austauschen können.

 „Ein großes Schloss bietet zwar viele Vorteile, ist aber auch ein bisschen anonym, weil dort eben keiner der Teilnehmer wohnt. Diese Anonymität wollen wir mit dem Zelt auflösen, in dem sich alle bei einem Glas Wein treffen können.“

 Als ehemaliger Teilnehmer weiß Kusnezow, wie wichtig es ist, dass sich die Musiker kennenlernen und Kontakte knüpfen. „Wir wollen Gelegenheiten bieten, dass die Teilnehmer zusammenkommen können, miteinander reden, sich austauschen, gemeinsam musizieren.“ Denn gelernt wird nicht nur bei den Dozenten. Laut Kusnezow findet der Lernprozess auch außerhalb der Kurse statt. „Man redet über Interpretationen, Techniken und Stile, auch so etwas bringt einen weiter.“

 Und was kommt danach? Gibt es auf dem Markt noch Platz für neue Musiker? Kusnezow wird nachdenklich. Einerseits, sagt er, sei die internationale Ausbildung auf einem sehr hohen Niveau, „das ist erst mal etwas Gutes.“ Andererseits drängten viel zu viele Musiker auf den Markt. „Und der ist nicht so groß, dass er das alles fassen kann.“

 Sein Fazit: „Wenn jemand schwankend ist, ob er Musiker wird, würde ich es ihm nicht empfehlen, aber wenn er dafür brennt, dann wird sich eine Möglichkeit finden.“ Vielleicht nicht als Solist, aber beispielsweise im Orchester oder als Lehrer. Die klassische Musik werde oft für tot erklärt, sagt Kusnezow abschließend. „Das ist sie nicht, aber sie wandelt sich und es entsteht immer wieder Neues.“ Bisher sei es der IMAS aber immer gelungen Schritt zu halten.

 Der Eröffnungsabend war dann vor allem von den musikalischen Beiträgen der Teilnehmer und der Dozenten geprägt. Bernd Goetzke spielte beispielsweise zwei Mazurkas von Chopin, Marie-Rosa Günter und Stanilas Kim den furiosen „Grande Tango“von Piazolla. Veit Pagel dankte den Gasteltern für ihr großes Engagement. „Ohne sie wäre die IMAS nicht möglich, denn wir haben nur beschränkte Mittel zur Verfügung,“ sagte der Vorsitzende. Das zeigte sich auch an den Knabbereien: „Die Brownies sind von meiner Frau selbst gebacken.“ mig

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