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Willkommen heißen statt ausgrenzen

Woche der Diakonie in Niedersachsen Willkommen heißen statt ausgrenzen

Mit einem Gottesdienst und einem großen Fest der Begegnung ist in Meinsen die „Woche der Diakonie“ in Niedersachsen eröffnet worden. Im Zentrum der siebentägigen „Woche der Diakonie“, die in diesem Jahr mit der Losung „Willkommen bei uns“ überschrieben ist, steht die Flüchtlingsarbeit des Diakonischen Werks.

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Quelle: jp

MEINSEN.  Zahlreiche Ehrenamtliche unterschiedlicher Hilfsorganisationen, aber auch viele von der Diakonie betreute Asylbewerber hatten sich zu dem Auftakt in Meinsen eingefunden. Gehalten wurde der Gottesdienst in der Kirche von Pastor Reinhard Koller, dem stellvertretenden Vorsitzenden des Vorstands des Diakonischen Werks der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Schaumburg-Lippe.

 Koller begrüßte anschließend auch die zahlreichen Teilnehmer zum „Fest der Begegnung“ auf der Kirchwiese. Wer fehlte, war der Vorstandssprecher des Diakonischen Werks Evangelischer Kirchen in Niedersachsen, Christoph Künkel: Dieser steckte rettungslos im Stau auf der A7 fest. Für ihn sprach Pastor Sven Quittkat, Leiter der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Diakonie Niedersachsen, die Eröffnungsworte.

"Zeigen, dass wir vor Ort sind"

 Warum eine solche Eröffnung in einem Ort wie Meinsen und nicht in einem Ballungszentrum? „Wir wollen zeigen, dass wir bei den Menschen vor Ort sind“, so Quitkatt. Die vor einem Jahr gewählte Jahreslosung „Willkommen bei uns“ habe man bewusst nicht nur vor dem Hintergrund der Flüchtlingsthematik gewählt. „Wir sind überall dabei, Türen zu öffnen für Menschen, die unsere Hilfe brauchen.“ Im Hinblick auf die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern wollte der Diakonie-Sprecher auf eine politische Botschaft nicht verzichten: „Da gibt es Leute, die wollen eben kein Willkommen, sondern Ausgrenzung.“ Darum wolle man als Diakonie in Niedersachsen ganz bewusst daran festhalten, darüber zu sprechen, wie man Menschen willkommen heißen könne. „Wie kommen wir aus einer Begrüßungskultur heraus und lernen es, miteinander zu leben?“ Das sei nicht einfach: „Diakonie heißt in einer biblischen Wortbedeutung auch: Es geht durch den Schmutz.“ Dort, wo Diakonie sei, mache man sich eben auch manchmal die Hände schmutzig, weil man dem Nächsten helfen wolle und ganz nah bei denen sein wolle, denen es nicht so gut geht.

 Jörg Röhlmann, Staatssekretär im Sozialministerium, erinnerte an die enormen Anstrengungen, die Kommunen in Niedersachsen in den vergangenen Monaten unternommen hätten, um Asylbewerbern ein Dach über den Kopf zu bieten. „Wenn die Gemeinden nicht so funktioniert hätten, wäre das nicht gelungen.“ Aber auch ohne die vielen sowohl ehren- als auch hauptamtlichen Mitarbeiter von Organisationen wie Diakonie, DRK oder Awo wäre die Unterbringung gescheitert. Nun stehe man vor der entscheidenden Herausforderung – einer erfolgreichen Integration: „Jetzt geht es nicht mehr um den 100-Meter-Lauf, jetzt geht es um den Marathonlauf.“

 „Wir sind gerne Gastgeber“, erklärte Landesbischof Karl-Hinrich Manzke. Verglichen mit der Diakonie Niedersachsen könne Schaumburg zwar nicht mit großen Zahlen bestechen, dafür aber zeigen, dass in allen Dörfern und Gemeinden – über die Grenzen von Konfessionen und Überzeugungen hinweg – mit angepackt werde, wenn Menschen in Not Hilfe brauchen.

Von Johannes Pietsch

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