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18:01 12.09.2014
Die „Fünftis“ bekommen Hausaufgabenmappen vom Förderverein. Quelle: mig
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Bückeburg

Ältere Kinder kennen das Problem: Wenn es Süßes gibt, lässt das Saure meist nicht lange auf sich warten. Das gilt für den Zahnarzt, der nach dem Besuch im Folterstuhl kleine Geschenke verteilt. Und das gilt erst recht für die Einschulung, die nur selten ganz ohne Tränen abgeht. Zwar sind Fünftklässler keine Erstklässler – ein Umstand eint indes beide Gruppen: Für beide enden mit der Einschulung die Sommerferien, beide kommen in ein Gebäude, das ihnen ziemlich fremd ist.

 Zum Beispiel ins Adolfinum: grauer Beton, labyrinthische Gänge, kaum Freunde. Wer an seine Zeit als Fünftklässler zurückdenkt, weiß, was Sache ist. Und so ist es kaum verwunderlich, dass in der proppenvollen Aula vor allem ernste und manchmal ängstliche Gesichter zu sehen sind. Kinder, die sich dicht bei ihren Eltern halten. Kinder, die ihren Blick auf den Boden senken. All das ist, wie gesagt, wenig erstaunlich. Viel erstaunlicher ist, dass sich dieselben Schüler eine Stunde später ganz anders verhalten. Fröhlich, und ohne Scheu gehen sie zu ihren Klassenlehrern und in die neuen Klassen. Der eine oder andere fährt sogar seine Fühler aus und spricht mit seinen Mitschülern. Die „Fünftis“ sind ganz offenbar im Adolfinum angekommen und auf dem besten Weg, selbst Adolfiner zu werden.

 Gelingen konnte das auch mithilfe einer Feier, die den „Neuen“ zeigte, dass sie willkommen sind, dass sie ernst genommen werden und – im Falle eines Falles – Hilfe bekommen. Oder, wie es Schulleiter Pavel ausdrückte: „Unsere Türen sind immer offen, wir sind für euch da.“

 Die Paten beispielsweise, die sich an diesem Nachmittag genauso vorstellten, wie Musikklasse und Vorchor („Singing all together“, sowie die Bläser-AG („Disco Frisco“). „Wir hoffen, dass ihr zu uns kommt“, warb Agnes Bergmann-Thiel um Nachwuchs. Maxie Böllert-Staunau verteilte kleine Geschenke (vom Förderverein gesponserte Hausaufgabenmappen) und rief dazu auf, dem Verein beizutreten: „Die Schule hat nur ein begrenztes Budget.“ Ein erstes Ausrufezeichen setzte dann ein Mitspiel-Satz aus der „Nussknackersuite“, bei dem alle – auch die Eltern in der Aula – im richtigen Moment klatschen mussten. Als Symbol für die Fürsorge der Lehrer spannte Cornelia Kastning einen mit Süßigkeiten behängten Schirm auf.

 Ein anderes Symbol (eine bunte Feder) durften die neuen Fünftklässler sogar mit nach Hause nehmen. Die Feder steht dafür, dass Lernen auch beflügeln kann. Kurzum: ein unvergesslicher erster Schultag und ein tolles Beispiel für eine Willkommens-Kultur, die im Adolfinum ganz offensichtlich gelebt wird.

 „Wir wollen, dass ihr euch bei uns wohlfühlt“, ließ Schulleiter Pavel die frischgebackenen Adolfiner wissen. „Ich wünsche euch, dass ihr hier viel Spaß habt, Freunde findet und dass ihr lernt mit Enttäuschungen umzugehen.“ Drei Bitten gab Pavel den neuen Schülern mit auf den Weg: „Dass ihr euch, wenn ihr euch länger unwohl fühlt, es nicht in euch hineinfresst, sondern mit euren Lehrern sprecht. Dass ihr nicht lacht, wenn jemand etwas falsch macht. Und dass ihr auch zu denen nett seid, die euch vielleicht nicht so sympathisch sind. Bitte schließt euch nicht mit anderen zusammen, um andere fertigzumachen.“

Seine Tür, so Pavel abschließend, stehe immer für die Schüler offen. mig

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