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Windkraft oder Renaturierung – eines geht nur

Bückeburg / Windräder Windkraft oder Renaturierung – eines geht nur

Der Windkraftpark auf der einzigen Vorrangfläche der Stadt bei Cammer kann gebaut werden, allerdings zunächst nur mit zwei Windrädern, weil der Platz für drei Masten, wie beantragt, nicht ausreicht. Da der Investor, der Bückeburger Geschäftsmann und CDU-Ratsherr Hermann Kempf nun den Antrag gestellt hat, dass die ausgewiesene Fläche erweitert wird, muss nun der Rat entscheiden, ob er diesem Antrag folgt.

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Die Vorrangfläche für Windkraftanlagen im äußersten nordwestlichen Zipfel der Stadt an der Landesgrenze zu NRW: Weil sie zu klein ist, werden – zunächst – nur zwei Anlagen gebaut. Eine dritte soll aber kommen.

Quelle: bus

Bückeburg (rc). Das Problem: Die Erweiterung würde in den Bereich des Riehe-Grabens hineingehen, der nach den bisherigen Planungen der Stadt renaturiert werden soll und zum Teil bereits ist.

„Windkraft oder Renaturierung, eins geht nur“, brachte es der Ratsherr Wolfhard Müller (SPD) auf den Punkt, als Baubereichsleiter Jörg Klostermann im Bau- und Umweltausschuss mitteilte, dass jetzt nur noch zwei Windräder gebaut werden sollen. Ganz abgeneigt scheint zumindest der alte Rat nicht zu sein, der Windkraft den Vorrang einzuräumen. Wie es der Ausschussvorsitzende Bernd Insinger (SPD) formulierte, müsse angesichts der Diskussion nach Fukushima und dem beschlossenen Atomausstieg geprüft werden, ob nicht drei Windkraftanlagen möglich sind. Weiter beraten wurde im Ausschuss nicht, sondern die Verwaltung beauftragt, eine Vorlage für die Erweiterung der Vorrangfläche vorzubereiten, zur weiteren Beratung in den Fraktionen. Wie Investor Kempf auf Nachfrage mitteilte, hat er vor einigen Wochen den entsprechenden Bauantrag eingereicht, eine Baugenehmigung liege noch nicht vor. Laut Auskunft des Landkreises hätten inzwischen alle beteiligten Behörden und Ämter – bis auf eins – ihre Stellungnahmen zu dem Vorhaben abgegeben. Alle seien positiv ausgefallen.

Die letzte Stellungnahme müsse nun noch von der Unteren Naturschutzbehörde abgegeben werden, so Kempf. Hier sei ein von ihm beauftragter Gutachter derzeit dabei, die notwendige Fledermauskartierung zu erstellen, deren zweiter Teil erst jetzt im Spätsommer erfolgen konnte, nachdem die Population dort bereits im Frühjahr mit Ultraschallgeräten gemessen worden ist. Es gebe dort Populationen, berichtete Kempf, allerdings seien es nach Auskunft des Gutachters so wenige, dass mögliche Kollisionsgefahren der Fledermäuse mit den Rotoren an anderer Stelle kompensiert werden könnten.In der kommenden Woche beginnen auch die Gespräche, welche Kompensationsmaßnahmen für die Errichtung des Windkraftparks an anderer Stelle erfolgen müssen. „Derzeit läuft alles gut und problemlos“, sagte Kempf, nachdem es bei der Bekanntgabe seiner Pläne im Frühjahr dieses Jahres erheblichen Wirbel um bestimmte Äußerungen gegeben hatte (wir berichteten). Er habe das Gefühl gehabt, dass er ausgebremst werden sollte, formulierte es Kempf heute.Auch ihm sei bewusst, dass Windkraft auszuweisen und gleichzeitig die Riehe zu renaturieren sich widersprechen würde. „Beides geht nicht. Das muss die Politik, also die Mehrheit, entscheiden.“Wie Kempf weiter sagte, liegen ihm bereits die Finanzierungszusage der Bank und die Zusage des Zulieferers vor, der die beiden Masten im Februar montieren will. Anfang Januar 2012 müsste dann mit dem Bau der Zuwegung und der Fundamente sowie der Verlegung der Kabel begonnen werden.Der Windkraftpark mit drei Rotoren sollte ursprünglich rund 2000 Haushalte mit Strom versorgen und rund 3,5 Millionen Euro kosten. Alles in allem sind die Masten 99,5 Meter hoch.

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