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Winterangeln – etwas für hart gesottene Spezialisten?

Die Kunst des Köderns bei Kälte Winterangeln – etwas für hart gesottene Spezialisten?

Wer zurzeit dick vermummt zum winterlichen Spaziergang am Mittellandkanal oder an der Weser unterwegs ist, staunt bisweilen nicht schlecht: Trotz Minusgraden begegnet man immer wieder Anglern, die geduldig am Ufer ausharren und darauf warten, dass Fische anbeißen.

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„Wir haben ja keine Alternative!“

Am Mittellandkanal in Rusbend bevorzugt Gewässerwart Jörn Peter das sogenannte bewegliche Fischen, was zudem als aktives Köderfischen bezeichnet wird.

Quelle: tla

Bückeburg. Winterangeln – etwas für hart gesottene Spezialisten?

 Jetzt im Winter betreibt Jörn Peter aus Scheie das sogenannte bewegliche Fischen, was zudem als aktives Köderfischen bezeichnet wird. „Eisangeln ist noch einmal etwas ganz anderes. Die Eisschicht sollte mindestens sieben Zentimeter dick sein“, erzählt der Gewässerwart des Fischereivereins Schaumburg-Lippe.

 Wenn Peter zum Angeln an den Mittellandkanal in Rusbend geht, nimmt er außer unterschiedlichen Angelruten auch immer eine Metallkiste mit diversen Ködern mit. Momentan haben die Raubfische Hauptsaison. Dazu zählen Hecht, Zander, Quappe, Barsch und Forelle.

 „Durch das kältere Wasser sind die Fische träger und springen nicht so gut an. Auch bei den ‚Räubern’ ist der Stoffwechsel jetzt verlangsamt. Bei der Quappe ist das anders, die lässt sich fast nur im Winter fangen.“ Bereits eine Stunde vor dem Besuch unserer Zeitung hat Peter auf den perfekten Moment gewartet, um einen „Räuber“ präsentieren zu können. Er wollte dabei den Vorteil des „Spin-Fischens“ nutzen. „Ich gehe mit meiner Angelrute immer weiter, an andere Stellen, um so einen größeren Erfolg in kürzerer Zeit zu haben.“

 Tags zuvor war der Gewässerwart an der Aue unterwegs, wollte dort einen Hecht fangen – ohne Erfolg. Anders am Badesee in Petershagen-Lahde: Dort gingen ihm Zander, alle um die 70 Zentimeter und jeweils dreieinhalb Kilogramm schwer, an den Angelhaken. Als erfahrener Angler weiß Peter genau, welche Arten Schonzeiten haben und wann die Fische am besten „anbeißen“. Die Bach- und Regenbogenforelle darf in Niedersachsen erst ab dem 15. März wieder in den Kescher gehen. Hecht und Zander hingegen haben ab Anfang Februar bis Ende April ihre Ruhe.

 „Um den Fischbestand in unseren Vereinsgewässern zu halten, werden regelmäßig Jungfische gekauft und eingesetzt“, sagt der Gewässerwart, der bereits seit 18 Jahren Hobbyangler ist. Angefangen hat er mit zwölf Jahren in einer Jugendgruppe. „Ich war viel mit meinen Kumpels unterwegs und hatte Glück, dass meine Freunde Bock darauf hatten.“ Es werden alljährlich Lehrgänge veranstaltet. Einen Angelschein kann jeder ab dem 14. Lebensjahr machen. Wenn die Prüfung bestanden wurde, kann alleine gefischt werden.

 Peter geht gern abends auf Beutejagd. An so einem Angeltag kann es bei ihm auch schon einmal später werden, bis tief in die Nacht hinein. „Ich bevorzuge dann aber das Ansitzfischen mit Wetterschutz“, sagt Peter.

 Für alle Winterangelfans hat der Gewässerwart ein paar Tipps: „Richtige Kleidung. Das Zwiebelprinzip mit mehreren Lagen von Textilien ist dabei von Vorteil.“ Außerdem sollte man keine Erwartungshaltung haben, weil nicht immer ein „Räuber“ an den Haken geht.

 Ob in diesem Winter Eisangeln möglich sein wird, ist fraglich, weil es wohl erst einmal etwas wärmer wird. Und das norddeutsche Schmuddelwetter kommt garantiert ebenfalls wieder. Dagegen helfen passende, regenfeste und winddichte Jacken und Hosen und hohe Gummistiefel. Fehlt dann nur noch, die richtige Kunst des Köderns anzuwenden, damit nach zwei, drei oder vier Stunden ein Barsch oder eine Quappe an die Angelrute von Peter geht.

Von Tanja Langejürgen

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