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„Wir kümmern uns“

Seniorenunion hat Verfassungsschützer zu Gast „Wir kümmern uns“

„Verhindern, dass junge Menschen sich radikalisieren“, das ist der Auffassung von Mark Schonnop zufolge hierzulande eine der besten Präventivmaßnahmen gegen extremistische Erscheinungen wie Islamismus und Salafismus.

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Mark Schonnop

Quelle: bus

Bückeburg. Ein entsprechendes Programm solle in Niedersachsen in Kürze gestartet werden, sagte der Mitarbeiter des Landesverfassungsschutzes auf einer von der Bückeburger Senioren-Union zum Thema „Islamismus und innere Sicherheit“ im neuen Rathaussaal organisierten Info- und Diskussionsveranstaltung.

 Der Referent betonte eingangs seiner Schilderungen, keinen Vortrag über Islam oder Terrorismus im Allgemeinen, sondern über Extremismus zu halten.

 Ziel des Islamismus sei die Errichtung einer islamischen Staats- und Gesellschaftsordnung. Diese auf den Vorschriften des Korans (Heilige Schrift des Islam) und der Sunna (Tradition des Propheten Muhammad und seiner Gefährten) beruhende und durch die Scharia (islamisches Recht) geregelte Form des politischen Extremismus widerspreche der deutschen freiheitlich-demokratischen Grundordnung, führte der Islamwissenschaftler und Völkerkundler aus. Dabei fehle beispielsweise das Prinzip der Gleichheit von Frau und Mann, Religionen werde unterschiedliche Bedeutung beigemessen.

 Die Ideologie der Islamismus-Unterströmung Salafismus propagiere – politisch, sozial und kulturell – einen auf einer Nachahmung der Lebensweise Mohammeds und seiner Gelehrten basierenden „einzig wahren“ Islam, erläuterte Schonnop. Diese im siebten nachchristlichen Jahrhundert auf der arabischen Halbinsel anzutreffende Gesellschaftsordnung gehe einher mit einer Abwertung aller Ungläubigen. Das „Zurück“ umfasse Eigenarten wie Sklaverei und die Verheiratung junger Mädchen, nicht aber technische Bereiche. „Kalaschnikow und Internet werden im von Fachleuten in die Richtungen ‚politisch-missionarisch‘ und ‚jihadistisch‘ unterteilten Salafismus nicht abgelehnt“, legte der Experte dar.

 Schonnop attestierte dem in der Bundesrepublik vorzufindenden Salafismus eine „sehr dynamische Entwicklung“. 2002, als er beim heute im Ministerium für Inneres und Sport angesiedelten niedersächsischen Verfassungsschutz angeheuert habe, sei diese Art von Extremismus „praktisch unbekannt“ gewesen. Heute betrage die Zahl der Anhänger deutschlandweit rund 7000, in Niedersachsen maximal 400 Personen. Von denen, wie der Referent ausdrücklich hervorhob, „der größte Teil nicht gewaltbereit ist“.

 Aktuell, in Zeiten von Al Kaida 3.0“, gehe die größte Gefahr von Einzeltätern und kleinen Gruppen aus. „Die haben wir teilweise gar nicht auf dem Schirm“, gab der früher unter anderem in Teheran studierende Fachmann zu. Diese Klientel sei den Ermittlungsbehörden mitunter völlig unbekannt und deren Taten zu verhindern „unglaublich schwierig“.

 Gleichwohl sei der niedersächsische Verfassungsschutz über die meisten „Hassprediger“ informiert. „Wir kümmern uns“, unterstrich Schonnop. Es gestalte sich aber schwierig, Inhalte von in kleinen Gruppen oder Hauskreisen geführten Gesprächen in Erfahrung zu bringen.

 Der Referent verneinte eine auf eine mögliche Unterwanderung bundesdeutscher Behörden oder Institutionen abzielende Frage. Schon von der Zahl sei dies unwahrscheinlich. „Ich kann aber nicht ausschließen, dass sich einige gut Gebildete interessante Posten gesichert haben.“ bus

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