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Wir müssen draußen bleiben

Landkreis Wir müssen draußen bleiben

Ängstlich schaut Mellie aus ihrem Transportkorb in die für sie ungewohnte Umgebung: Die pechschwarze Katze ist von ihrem Besitzer ins Bückeburger Tierheim gebracht worden, um sie für immer abzugeben.

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Gedränge an den Näpfen: Das Tierheim Bückeburg musste auf die Vielzahl herrenloser Katzen reagieren und hat einen Aufnahmestopp verhängt.

Quelle: jp

Landkreis. Mellie ist ein klassischer Fall, wie so viele Hunde und Katzen, die den traurigen Weg in die Vierbeinerunterkunft am Hasengarten antreten mussten: Herrchen und Frauchen haben sich getrennt und für den gemeinsamen Stubentiger ist nach Ende der Zweisamkeit kein Platz mehr.

 Doch im Gegensatz zu unzähligen Vorgängern hat Mellies Besitzer den Weg ins Tierheim umsonst angetreten: Denn die Einrichtung, die schon seit Jahren vor allem mit Katzen chronisch überbelegt ist, nimmt seit Kurzem generell keine Abgabetiere mehr auf.

 Ein eigenes Tier gegen eine gewisse finanzielle Gebühr dauerhaft in die Obhut des Tierschutzvereins Bückeburg-Rinteln zu geben, ist somit nicht mehr möglich. Die Vorsitzende des Tierschutzvereins, Monika Hachmeister, sieht zu dieser Entscheidung keine Alternative: „Wir können die Versorgung von Abgabetieren schlicht und einfach nicht mehr leisten“, stellt sie klar. „Unsere finanzielle Situation ist so schwierig, dass wir mit der Aufnahme solcher Tiere den Bestand des Hauses als Ganzes gefährden.“

 Hauptgrund dafür ist die Bezuschussung des Tierheims durch die Vertrags-Kommunen: Die zahlen nämlich nur für Fundtiere, also herrenlos auf ihrem Gebiet aufgefundene Vierbeiner, zu deren Versorgung die Kommunen verpflichtet sind – eine Aufgabe, die sie vertraglich an den Tierschutzverein delegiert haben. Dies gilt nicht für Abgabetiere, für die der Tierschutzverein Bückeburg-Rinteln von den Gemeinden keinen Cent erhält.

 Häufig stammen solche Vierbeiner von alten Menschen, die sich aus gesundheitlichen Gründen oder wegen eines Umzugs in ein Pflegeheim von ihrem Gefährten trennen müssen. Und nicht selten sind diese Hunde und Katzen selbst schon sehr alt und krank, haben seit Jahren keine Impfungen und keine tierärztlichen Behandlungen mehr erhalten. Sie verursachen dadurch erst recht hohe Kosten für den Tierschutzverein.

 „Es ist auch für uns eine furchtbare Situation, wenn wir als Tierschützer gezwungen sind, einem Tier die Hilfe zu verweigern, aber wir können es schlicht und einfach nicht mehr“, betont Hachmeister. Rechtlich ist der Tierschutzverein damit auf der sicheren Seite. „Wir sind zur Aufnahme von Abgabetieren nicht verpflichtet, sondern nur von Fundtieren“, betont die Vorsitzende.

 Ein Sachverhalt, der allzu vielen Menschen offenkundig erst sehr nachhaltig ins Bewusstsein geholt werden muss. „Viele sind völlig verzweifelt und stehen weinend vor uns, wenn wir ihnen sagen müssen, dass wir ihr Tier nicht aufnehmen können, aber wir haben keine andere Wahl.“ Erneut appelliert Hachmeister an Landkreis und Kommunen, sich des wachsenden Problems heimatlos werdender Tiere anzunehmen: „Auf Grund der Überalterung der Gesellschaft, aber auch steigender Arbeitslosigkeit und sozialer Probleme nimmt die Zahl solcher Abgabetiere seit Jahren immer mehr zu.“ Hierbei seien Politik und Gesellschaft als Ganzes in der Pflicht, Lösungen zu finden.

 Allein lassen will Vereinschefin Hachmeister die Besitzer von Abgabetieren nicht: „Wir wollen weiterhin versuchen, zu helfen, wo wir können, indem wir Vermittlungstätigkeiten anbieten, Kontakt zu anderen Tierheimen aufnehmen oder die Tiere auf unserer Homepage stellen.“ jp

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