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Bückeburg Stadt Wirtschaftsbetriebe weisen Gewinn aus
Schaumburg Bückeburg Bückeburg Stadt Wirtschaftsbetriebe weisen Gewinn aus
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20:01 06.06.2018
Seit dem Pächterwechsel läuft der Ratskeller und mit ihm der Rathaussaal wieder in ruhigen und sicheren Bahnen, obwohl die Wirtschaftsbetriebe der Stadt bei der Verpachtung ihrer drei Gaststätten wegen der Situation im gastronomischen Gewerbe zulegen müssen – es sind einfach nicht auskömmliche Pachteinnahmen zu erzielen. Quelle: rc
Bückeburg

Zurückzuführen ist das Gewinnplus vor allem auf eine höhere Ausschüttung der Bäder GmbH, die statt der geplanten 350.000 Euro 2017 nun 500 000 Euro ausschüttet. 2018 soll die Ausschüttung sogar noch einmal steigen, und zwar auf 550 000 Euro. Der Überschuss wird vorgetragen, bleibt also im Unternehmen.

Die Zahlen gehen aus dem Geschäftsbericht 2017 hervor, der jetzt in der Sitzung des Betriebsausschusses der Wirtschaftsbetriebe erörtert und einstimmig zum endgültigen Beschluss an den Rat weitergeleitet wurde. Dem Zahlenwerk ist nach durchgeführter Prüfung durch die Wirtschaftsprüfer Rubel, Kothe & Beck GmbH der uneingeschränkte Prüfungsvermerk erteilt worden – alles ist also in Ordnung.

In den Wirtschaftsbetrieben hat die Stadt Bückeburg seit dem 1. Januar 2015 nach der Änderung ihrer Organisations- und Beteiligungsstruktur ihre Beteiligungen an der Bückeburger Bäder GmbH und der neu gegründeten Hafen Bückeburg-Berenbusch GmbH, die das operative Hafengeschäft führt, eingebracht. In der Bäder GmbH ist – aus steuerlichen Gründen – die Beteiligung der Stadt an den Stadtwerken Schaumburg-Lippe GmbH eingebracht; in der Hafen GmbH die Beteiligung an der WWE GmbH & Co KG. Zum Vermögen des Betriebs gehören weiterhin drei Gaststätten: Ratskeller mit Rathaussaal, Hofapotheke und Eveser Krug.

91.000 Euro Umsatzerlöse

Der Betrieb weist eine Bilanzsumme von rund 16,5 Millionen Euro aus. Das Eigenkapital wird mit knapp 15,6 Millionen Euro angegeben, davon sind knapp 94 Prozent langfristig gebunden, die Eigenkapitalquote beträgt 94,4 Prozent.

Die Umsatzerlöse betrugen 91.000 Euro und werden vor allem mit den Pachten für die drei Gaststätten erzielt. Während Hofapotheke und Eveser Krug 2017 durchgängig verpachtet waren, mussten die Wirtschaftsbetriebe für den Ratskeller Forderungsverluste von 24.000 Euro verbuchen – die vorletzte Pächterin konnte wegen der eingeleiteten Insolvenz nicht mehr die noch ausstehende Pacht zahlen. Der Pächterwechsel konnte am 1. April 2017 reibungslos vollzogen werden, heißt es im Geschäftsbericht.

Die Verpachtung der Gastronomieflächen wird im Geschäftsbericht unter dem Kapitel „Hinweise auf Risiken der künftigen Entwicklung“ als „defizitäres Geschäft“ eingestuft, das wesentlich über den Beteiligungsertrag finanziert wird. Insbesondere die schwierige Situation im Bereich der Gastronomie führe dazu, dass eine Verpachtung zu zumindest kostendeckenden Konditionen kaum realisiert werden könne.

Keine Pachterhöhungen

Der Wegfall der Beteiligungserträge würde zu erheblichen Verlusten des Betriebs führen, die dann aus Haushaltsmitteln der Stadt auszugleichen wären. Zur Verdeutlichung: Das Betriebsergebnis vor Zinsen und ohne Einrechnung des Beteiligungsertrags von 500.000 Euro liegt bei einem Minus von rund 300.000 Euro.

Eine Verbesserung des Ergebnisses durch Pachterhöhungen könne im Hinblick auf die Situation in der Gastronomiebranche derzeit nicht realisiert werden, heißt es im Geschäftsbericht weiter. Von entscheidender Bedeutung für das Betriebsergebnis seien daher die Beteiligungserträge aus den eingelegten GmbH: „Hier wird zukünftig mit einer konstanten Ausschüttung gerechnet, sodass ein positives Betriebsergebnis gesichert ist“, schreibt Betriebsleiter Jürgen Sobotta.

Im Haushaltsjahr stehen Investitionen bei den Heizungsanlagen im Eveser Krug und im Ratskeller an. Dafür sind 48.000 Euro eingeplant. Diese Investitionen werden erfolgen, wie Sobotta versicherte. Ob weitere ins Auge gefasste „Schönheitsreparaturen“ noch 2018 erfolgen können, ließ Sobotta angesichts der Überlastung von Handwerkern offen. „Wir müssen hinter Angeboten hinterherlaufen, wir müssen schauen.“ Insgesamt könnte der Wirtschaftsbetrieb laut Wirtschaftsplan immerhin 154.000 Euro investieren. rc