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Wo Neptuns Macht endet

Familienmusical im Rathaussaal Wo Neptuns Macht endet

Dass Tiere treue Partner des Menschen sein können, dafür gibt es ungezählte Beweise und auch anrührende Geschichten. Aber dass sich ein Frosch in einen jungen Prinzen verwandelt, das ist nur im Märchen möglich. Das gilt auch für die Beziehung zwischen einer Meerjungfrau und einem schönen Adelsspross, den sie vor dem Ertrinken bewahrt.

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Es geht szenisch auf den Schluss zu: Meeresgott Neptun nimmt seine Tochter, die Meerjungfrau, schützend in die Mitte.

Quelle: sig

Bückeburg. (sig). So zauberhaft eine solche Liaison auch sein könnte, sie entspringt dem Reich der Phantasie.
Irgendwie passt ein solches Bühnengeschehen durchaus in die Weihnachtszeit. Schließlich geschieht da ja auch allerlei Unerklärliches, Rätselhaftes – vor allem für die Kinder. Und diese standen bei der Aufführung des Musicals „Die kleine Meerjungfrau“ im Bückeburger Rathaussaal im Mittelpunkt.
Eine Kommunikation zwischen Mensch und Tier ist sprachlich unmöglich, sieht man mal von nachplappernden Papageien ab. Das ist aber für eine unter Umständen lebenslange Zuneigung und Freundschaft kein Hindernis. Und um Freundschaft, sogar um Liebe, geht es in diesem Musical, das sich an das bekannte Märchen von Hans Christian Andersen anlehnt.
Die Seeleute sprechen zwar von der Windsbraut, und die Gallionsfigur am Bug der Schiffe hat meistens auch weibliche Formen und Züge, aber so eine Meerjungfrau – halb Mensch, halb Fisch – bleibt für sie nur ein Wunschtraum. In diesem Musical allerdings taucht sie als menschgewordenes Wesen aus der Tiefe des Meeres auf. Und sie konfrontiert ihren Vater, Meeresgott Neptun, mit der Bitte, ihre Liebe zu dem geretteten Erdenwesen zuzulassen.
Dass dieser anfangs gar nicht mit sich reden lässt, ist kaum anders zu erwarten. Väter brauchen in solchen Fällen ohnehin meist etwas länger. Aber am Ende möchte Neptun natürlich seine Tochter nicht ganz verlieren. Deshalb beendet er auch das böse Ränkespiel der Meerhexe, die sich in veränderter Gestalt ebenfalls an den Prinzen herangemacht hatte.
Das ist der Vorteil der Märchenerzähler: Sie können Fabelwesen zum Leben erwecken und so die ganze Szenerie bereichern. Da wird dann plötzlich auch eine kleine rote Krabbe zum sprechenden Freund der Meerjungfrau.
Dass in diesem Stück sämtliche charakterlich positiven Gestalten am Ende allen Grund haben, sich über einen guten Ausgang zu freuen, stimmte nicht nur sie froh, sondern natürlich auch alle kleinen und großen Zuschauer im Rathaussaal.
Dankbarer Beifall prasselte auf die sich tanzend verabschiedenden Schauspieler von „Liberi“ hinab. Sie hatten nicht nur darstellerisch überzeugt, sondern auch sängerisch.
Zweifellos sind die bekannten und beliebten Märchen ein Stück Kulturgut, das es zu pflegen gilt. Sie in ein modernes Gewand zu kleiden, unterliegt aber keinem Verbot. Im Gegenteil: Die zuweilen jazzigen Kompositionen des Musicals wechseln sich ab mit Rock und Pop; sie unterstreichen die Stimmung der jeweiligen Szene. Anerkennung verdienen auch die Kostümierung und die Lichtinszenierung.
Die Konzeption für diese Inszenierung wurde übrigens in Bochum entwickelt, der Zentrale von „Liberi“, dem deutschlandweit auftretenden Theater für Kinder. 

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