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Bückeburg Stadt Wo Opfer Hilfe erhalten
Schaumburg Bückeburg Bückeburg Stadt Wo Opfer Hilfe erhalten
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00:26 10.07.2015
Dagmar Behrens (links) erläutert den Gästen Hintergründe des Opferhilfebüros. Quelle: bus
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Bückeburg (bus)

Opferhilfebüros gibt es an allen elf Landgerichtsstandorten Niedersachsens. Die von der Stiftung Opferhilfe getragenen Einrichtungen arbeiten eng mit dem „Weissen Ring“, den Polizeibehörden, der Justiz, Frauenhäusern und Netzwerken gegen Gewalt zusammen. In Bückeburg erfolgte die Gründung 2002. Seit Beginn liegt die Leitung in den Händen von Dagmar Behrens. Der Diplompädagogin, Psychosozialen Prozessbegleiterin und Fachberaterin für Psychotraumatologie steht seit einem Jahr die Sozialarbeiterin und Sozialpädagogin Juliane Frank zur Seite.

 Die hauptamtlichen Ansprechpartnerinnen nehmen bei ihren Tätigkeiten vor allen Dingen darauf Rücksicht, dass sich Opfer von Straftaten im Umgang mit Gerichten, Behörden und sonstigen Institutionen häufig unverstanden und allein gelassen fühlen. „Viele beklagen, dass die Aufmerksamkeit im Strafverfahren insbesondere dem Täter gilt“, erläuterten Behrens und Frank den Sozialdemokraten.

 Beratung und Begleitung erfolgen kostenlos, vertraulich, auf freiwilliger Basis und auf Wunsch anonym. Ebenfalls auf Wunsch sind Hausbesuche oder Beratungen an neutralen Orten möglich. Die Fachfrauen machten ihre Besucher darauf aufmerksam, dass die Bedürfnisse der Opfer zumeist weit über das Strafverfahren und sozialrechtliche Ansprüche hinausreichten. Daher vermittelten die Berater weitere wichtige und nützliche Infos sowie finanzielle Unterstützung. „Im Geldausgeben sind wir sehr kreativ“, merkten die Gastgeberinnen an. Möglich sind unbürokratische Soforthilfen, Unterstützung beim Ausgleich materieller und immaterieller Schäden, Finanzierungshilfen bei Angeboten zur psychischen Stabilisierung, wie etwa Traumaberatung oder Traumatherapie sowie Maßnahmen und Vorrichtungen zum persönlichen Schutz.

 In Bückeburg hat die Zahl der vom Opferbüro betreuten Personen einen kontinuierlichen Anstieg erfahren – von anfangs 39 über 71 (2006) und 117 (2011) auf aktuell (2014) 129 Personen. Alles in allem nahmen bislang 1053 Frauen und Männer das Hilfsangebot in Anspruch. Wobei Frauen (rund 83 Prozent) eindeutig häufiger vertreten waren als Männer.

 „Das primäre Bedürfnis für das Aufsuchen unseres Büros besteht darin, die psychische Belastung aus den meist gewalttätigen Erlebnissen im Beratungsgespräch aufzuarbeiten und Unterstützung bei der Bewältigung der aus der Straftat resultierenden Belastungen zu erhalten“, legten die Expertinnen dar. Annehmen und Zuhören sowie die Weitervermittlung an adäquate Beratungs- und Therapieeinrichtungen füllten einen großen Bereich ihrer Tätigkeiten aus.

 „In der Regel steht die finanzielle Unterstützung nicht im Vordergrund“, betonten Behrens und Frank. 2014 hätten rund 55 Prozent der Klienten keinen entsprechenden Antrag gestellt.

 Das Opferhilfebüro ist unter (05722) 290264 und (05722) 290295 zu erreichen.

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