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Wo einst Kaiser Wilhelm II. logierte

Wo ist das erste Goldene Buch Bückeburgs? Wo einst Kaiser Wilhelm II. logierte

Wo ist das erste Goldene Buch der Stadt Bückeburg? Unter anderem mit dieser Frage haben sich die Vorstandsmitglieder des SPD-Stadtverbandes an Stefan Brüdermann während eines Besuchs im Niedersächsischen Landesarchiv gewandt.

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In diesem Raum soll einst Kaiser Wilhelm II. logiert haben. Jetzt besichtigen die Besucher hier Karten und Plakate.

Quelle: sig

Bückeburg. Über den Verbleib des Buches konnte der Leiter des Archivs allerdings keine Auskunft geben. Dafür informierte er die Sozialdemokraten umfassend über Funktion und Arbeit des im Ostflügel des Schlosses untergebrachten ehemaligen Staatsarchivs.

 Die erste Frage der Gäste nach Brüdermanns einführenden Worten lautete: „Befindet sich das erste Goldene Buch der Stadt hier? Das ist nämlich im Rathaus nicht aufzufinden.“ In diesem Fall konnte der Archiv-Chef nicht weiterhelfen. Dieses Dokument der Stadtgeschichte ist nicht beim staatlichen Archiv in Verwahrung gegeben worden. Jetzt bleibt nur noch die Hoffnung, dass es eines Tages doch noch an anderer Stelle wieder auftaucht.

 Wenn das hiesige Archiv auch das kleinste unter den sieben niedersächsischen Landsearchiven ist, so befinden sich dort doch wertvolle Akten, die Auskunft geben über ein staatliches Gebilde, das im Konzert der Großen durchaus eine Rolle spielte und dazu enge familiäre Beziehungen zur kaiserlichen Familie hatte. In einem Raum, in dem jetzt an die 35000 Karten untergebracht sind, soll einst Kaiser Wilhelm II. logiert haben. Ein Beispiel für die überregionale Bedeutung der heimischen Landesherrn ist Graf Wilhelm zu Schaumburg-Lippe. Er war einer der größten Feldherren seiner Zeit, dessen Kanonen die Schlacht bei Minden entschieden haben sollen und der von den Portugiesen noch heute als Retter des Landes verehrt wird. Graf Wilhelm hatte einst auch Herder nach Bückeburg geholt.

 Brüdermann gab eine Übersicht über die Zuständigkeiten des Archivs, dem 1961 auch die staatlichen Archivbestände der alten Grafschaft Schaumburg sowie ihrer hessischen und lippischen Nachfolgeterritorien übergeben wurden. Dazu kamen die in Bückeburg verbliebenen privaten Bestände des Fürstlichen Hausarchivs und der Fürstlichen Hofkammer.

 Es gibt auch Dokumente, die unter Eigentumsvorbehalt verwaltet werden, zum Beispiel von Kommunalarchiven, Guts- und Familienarchiven sowie von Firmen, Vereinen und verschiedenen Einrichtungen. Zudem ist das Landesarchiv auch zuständig für Schaumburger Behörden, Dienststellen und Gerichte. Auch die Hofbibliothek des Fürstenhauses und die Bibliothek des Schaumburg-Lippischen Heimatvereins können dort eingesehen werden.

 Ein in Bückeburg entwickeltes Entsäuerungsverfahren für Papiere, die der Nachwelt möglichst lange erhalten bleiben sollen, hatte dazu geführt, dass in der Kreuzbreite eine staatliche Zentrale für Massenrestaurierung eingerichtet wurde, die landesweit tätig ist.

 Brüdermann informierte seine Gäste auch über die besonderen Aufbewahrungskriterien, die zu einer längeren Lebensdauer der wertvollen Zeitzeugnisse beitragen. Aus Sicherheitsgründen, und um den Zugriff für Nutzer des Archivs zu vereinfachen, hat man sich zusätzlich mit der Verfilmung der wichtigsten Bestände befasst. Dieses Verfahren wird künftig durch die Digitalisierung ergänzt, ein besonders raumsparendes elektronisches Medium, das die Lebensdauer der Filme überbieten dürfte. sig

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