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Wohin mit dem Klärschlamm?

Abwasserbetrieb Wohin mit dem Klärschlamm?

Die Entsorgung des Klärschlamms bereitet dem Abwasserbetrieb der Stadt Bückeburg zunehmend Sorgen. 2018 müssen für seine Beseitigung zusätzlich 70.000 Euro einkalkuliert werden. Grund ist, dass die Landwirtschaft wegen gesetzlicher Vorgaben immer weniger davon abnimmt, um die Äcker zu düngen.

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Um sein Volumen und Gewicht zu reduzieren, hat ein Gutachter bereits empfohlen, dass für die Klärschlammlagerung auf der Kläranlage eine Überdachung gebaut wird.

Quelle: Archiv

Bückeburg. Da von diesem Problem alle Abwasserbetriebe betroffen sind, sei es schwierig, den Klärschlamm zu verträglichen Konditionen an einen Verwerter weiterzugeben. Das sagten der Leiter des Abwasserbetriebes, Rainer Klenke, sowie der zuständige Fachgebietsleiter Jürgen Sobotta bei der Vorstellung des Wirtschaftsplans 2018 im zuständigen Betriebsausschuss. Ein Plan, der auch vom Rat auf seiner Sitzung einstimmig verabschiedet worden ist.

Wie Sobotta berichtete, hätten in diesem Jahr erst rund 300 Tonnen von 1300 Tonnen verwertet werden können. 500 Tonnen sollen daher in die Verbrennung gegeben werden. Insgesamt fallen jährlich rund 2800 Tonnen in der Kläranlage Bückeburg an. „Wir werden das irgendwie schaffen, alles zu verwerten,“ sagte Klenke. Der Abwasserbetrieb fahre mehrgleisig. Durch den Neubau des Faulturms würde sich die Klärschlamm-Menge ab 2019 um 15 bis 20 Prozent reduzieren.

"Auflagen zu hoch"

Wie Ratsherr Michael Pohl (CDU), im Hauptberuf Landwirt, sagte, sei er für die Landwirtschaft skeptisch, dass die gewohnten Mengen abgenommen würden. Die Auflagen seien zu hoch. Dabei sei es durchaus guter Dünger. „Leider“ seien Landwirte allerdings bei der Gesetzgebung zum Schutz des Grundwassers „über einen Kamm geschoren worden“. Die Verbrennung des Klärschlamms sei nicht CO2-neutral, merkte Pohl an. Dadurch werde aber das schädliche Phosphat verbrannt, so Ratsherr Benjamin Stahlhut (SPD). Den Klärschlamm selbst zu vermarkten und eine eigene kleine Verbrennungsanlage auf der Kläranlage zu betreiben, bezeichnete Klenke auf entsprechende Nachfragen als zu teuer. Es müsse ein zweistelliger Millionenbetrag investiert werden, zudem müsse Energie für die Verbrennung zugeführt werden. „Das rechnet sich nicht.“

Monoblöcke für Verwertung

Laut Aussage von Stahlhut würden derzeit in Hannover und Hildesheim sogenannte Monoblöcke auch für die Verwertung des Klärschlamms gebaut. Nach seinem Kenntnisstand seien die Investoren derzeit dabei, noch beteiligungswillige Kommunen zu suchen. Der Abwasserbetrieb – und damit die Stadt – müsse sich fragen, ob er auf diesen Zug aufspringen will.Wie Klenke sagte, sei die Klärschlammentsorgung schon Thema beim Landkreis Schaumburg, der über die Abfallwirtschaftsgesellschaft das Problem lösen will. Noch vor Ostern 2018 würden erste Gespräche geführt.

57 Prozent des Gesamtaufkommens

Der Anteil der landwirtschaftlichen Klärschlammverwertung liegt laut Klärschlammbericht in Niedersachsen für das Jahr 2016 bei 57 Prozent des Gesamtaufkommens von Klärschlamm aus kommunalen Abwasserbehandlungsanlagen. Gegenüber den konstant hohen Verwertungsquoten in Niedersachsen weist der Bundesdurchschnitt in den vergangenen Jahren eine rückläufige Tendenz auf. Der Anteil liegt nach Angaben des Niedersächsischen Umweltministeriums aktuell bei nur etwa 26 Prozent. Mit der Novelle der Klärschlammverordnung plane der Bund eine Neuausrichtung der Klärschlammverwertung. Unter anderem soll eine Pflicht zur Phosphorrückgewinnung eingeführt werden. Eine bodenbezogene Verwertung von Klärschlämmen sei nur noch für kleine Abwasserbehandlungsanlagen vorgesehen. Durch die langjährig hohen Verwertungsquoten von Klärschlamm in der Landwirtschaft ist Niedersachsen in besonderem Maße von der geplanten Neuordnung der Klärschlammverwertung betroffen.  rc

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