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Bückeburg Stadt Wohin mit der ganzen Deko?
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20:06 08.06.2018
Ein beliebtes Fotomotiv: Der Elefant war eine Leihgabe und geht nach der Landpartie zurück an seinen Besitzer. Quelle: jp
Bückeburg

Eine komplette Containerladung Schmuck, Zubehör, Textilien und Deko-Materialien hatten Landpartie-Gesellschafterin Mechthild Wilke und ihre Assistentin Rita Essel während ihrer Reise nach Kalkutta im Frühjahr zusammengekauft und per Schiffsfracht nach Deutschland beordert. Erst wenige Tage vor Veranstaltungsbeginn ging der Container im Hamburger Hafen von Bord, gerade noch rechtzeitig, um Schloss Bückeburg pünktlich zum Beginn der Landpartie am Fronleichnamstag in einen Maharadscha-Palast zu verwandeln.

Doch nun sind die vier Veranstaltungstage vorbei und die zwölf Mitarbeiter von Mechthild Wilkes Stamm-Firma „Designer’s House“ aus Oldenburg seit Montag früh mit dem Abbau beschäftigt. Wohin nun mit den Riesenmengen an Deko-Material? Die Antwort ist einfach: Der weitaus größte Teil davon geht per Lastwagen direkt vom Schlossgelände ins 223 Kilometer weiter südliche Büdingen.

Familie plant indische Hochzeit

Denn auf dem Gelände des in der Altstadt der Wetterau-Stadt gelegenen Schlosses findet vom 30. August bis zum 2. September die ebenfalls von Wilke und ihrem „Designer’s House“-Team veranstaltete Landpartie Schloss Büdingen statt, die sich in diesem Jahr genauso der Farbenpracht des indischen Subkontinents widmet wie ihre Schwester in Bückeburg. Die seit 15 Jahren auf der ehemaligen staufischen Wasserburg veranstaltete Landpartie gehört neben der Landpartie Gut Kump, der Gartenpartie im Museumsdorf Cloppenburg und dem Weihnachtszauber zu den insgesamt fünf von Wilke gemanagten Großveranstaltungen, und zwei davon – die in Bückeburg und die auf Schloss Büdingen – haben normalerweise immer das gleiche Thema.

Für einen wesentlich kleineren Teil der Deko liegt den Veranstaltern ein Kaufangebot einer Familie vor, die in diesem Jahr eine große indische Hochzeit ausrichten möchte. Bei einigen Stücken wie zum Beispiel dem riesigen weißen Elefanten auf der Schlossbrücke, Blickfang für alle und beliebtes Fotomotiv für viele Landpartie-Besucher, handelt es sich um Leihgaben, die nach der Veranstaltung an ihre Besitzer zurückgehen.

Und was passiert mit all jenen Deko-Stücken, die weder verkauft noch zeitnah weiterverwendet werden? Sie werden Teil des inzwischen riesigen Archiv-Fundus der Landpartie, beheimatet in dem in Seggebruch gelegenen Außenlager. Dort wird alles, was von bisherigen Veranstaltungen übrig blieb, katalogisiert, beschriftet und eingelagert, um es dann – wenn möglich – später noch einmal wiederzuverwenden.

Wie zum Beispiel den in der Mitte der Schlossgraft mit Blickrichtung zum Wehr schwimmenden Buddha. Den könnte der eine oder andere wiedererkannt haben, schließlich schenkte er den Besuchern bereits vor fünf Jahren bei der indonesischen Landpartie sein weises Lächeln. Die handgefertigten indischen Holzboote, die auf der Schlossgraft zu sehen waren, sollen bereits im nächsten Sommer wiederverwendet werden, dann allerdings mit einem anderen Anstrich.

Landpartie-Fundus in Seggebruch

Wahre historische Kleinodien aus inzwischen 19 Jahren Landpartie-Geschichte harren in dem Seggebrucher Außenlager auf ihre Wiederentdeckung: Goldene Lettern und Pin-ups von der Zwanziger-Jahre-Landpartie vor einem Jahr sind dabei, Anker, Rettungsringe, Bojen und Fischernetze von der Strandpartie 2016, Bambusstangen und Boote von der karibischen Landpartie 2012, schwarze Bullen-Silhouetten vom Thema Spanien anno 2007, kleine Eifeltürme von der französischen Landpartie 2010 – und dann gibt es noch einen Berg exotisch-arabischer und morgenländischer Utensilien der legendären „1001 Nacht“-Landpartie mit ihrem großen Kamelrennen auf der Mausoleumswiese im Jahr 2006.

Da so manches davon derart themenspezifisch ist, dass es bei keiner anderen Landpartie mehr Verwendung finden kann, wollen sich die Veranstalter im kommenden Jahr bei der 20. Auflage der Veranstaltung auf Schloss Bückeburg davon trennen. Unter dem Motto „Best of Landpartie“ soll es dann im Rahmen des runden Geburtstags einen Verkauf von Deko-Artikeln geben.

Und dann sind da ja noch die edlen Tempelfiguren, die die Landpartie in diesem Jahr vom indischen Generalkonsulat aus Hamburg zunächst nur als Leihgabe erhielt und dann – als Anerkennung für die Umsetzung des Themas – geschenkt bekam – und die während der vier Veranstaltungstage im Treppenaufgang von Schloss Bückeburg zu sehen waren. Für sie soll nun im Schloss ein geeigneter Platz gefunden werden. Hofkammer-Chef Christian Weber ist sich noch nicht ganz sicher wo: „Im großen Festsaal wird’s wohl nicht gehen.“ jp