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Wohnen in Bückeburgs Mitte

Pläne für Herder-Quartier stoßen auf breite Zustimmung Wohnen in Bückeburgs Mitte

„Wohnen in der Mitte der Gesellschaft“: Unter diesem Kernsatz hat der Architekt Wolfgang Hein die Pläne für das sogenannte Herder-Quartier an der Ecke von Schulstraße und Herderstraße bis hinein zum Herder-Haus dem Bau- und Umweltausschuss präsentiert.

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Diese Häuser sollen abgerissen werden.

Quelle: rc

Bückeburg. 30 bis 32 neue Wohnungen, zum Teil finanziert aus dem sozialen Wohnungsbau, zum Teil aus der Schatulle eines Investors sollen dort entstehen. Dafür wird ein Teil der Gebäude abgerissen. Das unter Denkmalschutz stehende Herder-Haus und das benachbarte Küsterhaus bleiben erhalten. Sie werden nicht entkernt, sondern so zugeschnitten, dass darin Wohnungen entstehen können.

Im Ausschuss wurden die Pläne mit sehr viel Wohlwollen und ohne weitere Diskussionen aufgenommen. Ratsherr Wolfhard Müller (SPD) mahnte, dass die Stadt aufpassen müsse, nicht eine Stadt für Ältere und Senioren und werden: „Wir müssen auch an junge Menschen und Familien denken.“ Der Ausschussvorsitzende Bernd Insinger (SPD) freute sich, dass das erste Mal seit sieben Jahren das Wort „sozial“ bei der Vorstellung von Bauprojekten im Ausschuss gefallen ist. Wenn die Förderung durch den sozialen Wohnungsbau erfolge, könne er das Vorhaben nur begrüßen. Hein betonte, dass dort keine Seniorenwohnanlage entstehen werde, auch wenn man ältere Menschen ansprechen wolle.

Details der Planungen von Projektentwickler und Planungsbüro „aad Vision 21!“ aus Obernkirchen zeigte Hein noch nicht, da zunächst die Festsetzungen des neu aufzustellenden Bebauungsplans abgewartet werden müssen. Geplant ist das Gebäude, in dem bis vor Kurzem das Bauamt der Landeskirche untergebracht war, sowie das Gebäude an der Schulstraße vor der Stadtbücherei abzureißen. Die letzte Kaufurkunde ist gestern Morgen unterschrieben worden.

Von der Stadtbücherei bis hin zum Herder-Haus wird ein Neubau errichtet, drei- bis dreieinhalbgeschossig, in der Höhe und der äußeren Gestaltung angepasst an die vorhandene historische Bebauung. An der Ecke von Schul- und Herderstraße ist eine Art Scharnier mit Treppenhaus und Aufzug vorgesehen, der die beiden Gebäudekomplexe verbindet. Im Schulstraßen-Erdgeschoss sollen – wegen des Verkehrslärms – Dienstleister wie Pflegedienste oder Praxen einziehen. Der restliche Bereich ist für Wohnungen vorgesehen.

Unter dem Gebäude soll eine Tiefgarage mit 21 Stellplätzen entstehen. Da kein Platz für Zu- und Abfahrtsrampen ist, soll die Garage über einen Aufzug von der Herderstraße aus befahrbar sein. Hinter dem Neubau und dem Herder-Haus entsteht eine große Grünfläche, die bis an die Stadtbücherei und das Gemeindehaus der Stadtkirchengemeinde reicht.

Wie Hein auf Nachfrage unserer Zeitung sagte, wird das gesamte Projekt rund sieben Millionen Euro kosten. Der Bauantrag soll im späten Frühjahr eingereicht werden. Der Baubeginn soll dann im zweiten Halbjahr 2016 erfolgen. Rund 14 Monate Bauzeit sind eingeplant.

Im Zuge des Neubaus soll noch eine weitere Baulücke an der Herderstraße geschlossen. Im Bereich der jetzigen Zufahrt zum Parkplatz des alten Landeskirchenamtes wird ein Wohnhaus errichtet. Auch dieses Grundstück ist bereits im Besitz der Investoren und wird im 2. Abschnitt bebaut.

Handlungsbedarf

Eine vierspurige Straße zur „autogerechten Innenstadterschließung“, Abriss der historischen Bebauung und noch viele weitere „Sünden“ lässt der derzeitig gültige Bebauungsplan aus dem Jahr 1961 für die Schulstraße vor. Die Stadt muss handeln, damit zeitgemäße und moderne Planungs- und Bauvoraussetzungen für das Herder-Quartier geschaffen werden. Auch für ein neues Bürogebäude der Stansch Vermögensverwaltungs GmbH, zwischen Palaispark und der Villa am Kreisel Georgstraße müssen Planungsvoraussetzungen geschaffen werden. 2014 erließ der Rat eine Veränderungssperre und fasste einen Aufstellungsbeschluss für einen neuen B-Plan. Der Bau- und Umweltausschuss beschloss bei seiner jüngsten Sitzung einstimmig die Beteiligung der Öffentlichkeit und Behörden.

Ratsfrau Cornelia Laasch (Bündnis 90/Die Grünen) beantragte, dass der Ausschluss von Solar- und Fotovoltaikanlagen auf und an Baudenkmälern nicht im B-Plan verankert werden dürfe: „Das geht heute im Zeichen des Klimawandels und Atomausstiegs gar nicht mehr so pauschal. Wir wären gut beraten, diese restriktive Praxis zu ändern.“ Baubereichsleiter Jörg Klostermann sagte, dass diese Festsetzung aus dem Niedersächsischen Denkmalrecht komme. Die Stellungnahme der Grünen werde in die Abwägung einfließen. Der B-Plan Nr. 4 a „Schulstraße“ umfasst die nordöstliche Seite der Schulstraße, Teile von Herderstraße, Oberwallweg und Herminenstraße und reicht bis zum Palaispark an der Georgstraße.

rc

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