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Bückeburg Stadt Wohnungsmarkt im Fokus
Schaumburg Bückeburg Bückeburg Stadt Wohnungsmarkt im Fokus
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17:50 14.01.2019
Daniel Winter (von rechts) und Konstantin Kuhle zeichnen Eckhard David mit der Theodor-Heuss-Medaille aus. Quelle: bus
Bückeburg

Darüber hinaus hielten die rund 30 Teilnehmer der jetzt zum 41. Mal organisierten Zusammenkunft einen kräftigen Applaus für Eckhard David bereit, der den Liberalen seit fünf Jahrzehnten die Treue hält.

Winter widmete sich vor allem den Themen „Bezahlbarer Wohnraum“, „Wandel der Parteienlandschaft“, „Beschäftigung“ und „Umwelt“. Die Wohnungsbaupolitik der Bundesregierung habe nicht dafür gesorgt, dass in Deutschland auch nur eine einzige Wohnung mehr gebaut worden sei, führte der Kreisvorsitzende aus. Zudem sei das Problem in den zurückliegenden Jahrzehnten unter der falschen Prämisse angegangen worden, „dass dieses Land fertig gebaut ist“.

Komme erschwerend hinzu, dass die Zahl der Regeln für den Wohnungsbau in den vergangenen 18 Jahren von rund 5000 auf rund 20000 erhöht worden sei. „Die Zeiten haben sich aber geändert, und wir haben aus verschiedenen Gründen einen enormen Zustrom in die Städte“, gab Winter zu verstehen. „Eine Entspannung auf dem Wohnungsmarkt erreichen wir nur durch Bauen, Bauen und Bauen.“

Kuhle stellte zunächst die zunehmende Entfremdung zwischen Städten und ländlichem Raum in den Mittelpunkt seiner Ausführungen. Das derzeit in Frankreich zu beobachtende Auseinanderdriften könnte durch die Wohnraumproblematik und unterschiedliche Mobilitätsstandards für Stadt- und Landbevölkerung auch hierzulande befördert werden, meinte der auch als innenpolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion engagierte Generalsekretär.

Des Weiteren gelte es, Netzausbau und Digitalisierung voranzutreiben. Die Schnelligkeit des Internets lasse in Deutschland gerade im ländlichen Raum zu wünschen übrig. Schnelles Internet stelle aber eine Grundvoraussetzung dar, um etwa im Handwerk die Chancen der neuen Arbeitswelt umfassend nutzen zu können.

Blick auf Europa

Mit Blick auf Gesamteuropa machte Kuhle auf die veränderten Besetzungen der Parlamente aufmerksam. Die Parteienlandschaft präsentiere sich heute, etwa in den Benelux-Staaten, in Skandinavien und Italien völlig anders als noch vor 20 oder 30 Jahren. „Wir müssen höllisch aufpassen“, betonte der Generalsekretär, „dass das Parteiensystem in Deutschland eines Tages nicht auch dermaßen anders aussieht, dass für eine liberale Partei wie die FDP, die wirtschaftliche und individuelle Freiheit zusammenbringt, kein Platz mehr ist.“

Jubilar David mahnte an, dass die Liberalen weiterhin sachlich, zielgerichtet und reformorientiert bleiben müssten. „Leider haben wir in den zurückliegenden 50 Jahren viele Potenziale verspielt“, stellte der von Winter und Kuhle mit der Theodor-Heuss-Medaille ausgezeichnete frühere Stadtdirektor Wunstorfs fest. Der redefreudige Jurist fand erst ein Ende, als Mitarbeiter des Ratskellers mit dem Auftragen deftigen Grünkohls den kollegialen Teil der Zusammenkunft einläuteten.