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Zahnarzt verschifft seine Praxis nach Afrika

Bückeburg / Nachfolgersuche Zahnarzt verschifft seine Praxis nach Afrika

Irgendwann legt auch ein Zahnarzt einmal seinen Bohrer und die Zangen endgültig aus der Hand. Unabhängig davon, ob er einen Nachfolger hat oder auch nicht.

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Der Bückeburger Zahnarzt Karl-Heinz Biewener (links) will in Zusammenarbeit mit Frank Thiesen seine Praxisausstattung mit einem Containerschiff nach Tansania bringen lassen.  

Quelle: sig

Bückeburg. Bückeburg (sig). Dr. Karl-Heinz Biewener fand keinen – und lässt deshalb seine Einrichtung nach Tansania verschiffen, wo sie noch gute Dienste verrichten kann.

 Als alle Bemühungen im Internet, einen Praxisnachfolger zu finden, nicht vom Erfolg gekrönt waren, meldete sich ein Dr. Frank Thiesen bei dem Bückeburger. Er stellte sich als Vorsitzender einer Vereinigung vor, die sich für eine bessere medizinische Versorgung im ostafrikanischen Staat Tansania einsetzt. Der Förderverein nennt sich „Tanzania Hospital Aid“ und hat seinen deutschen Sitz im schleswig-holsteinischen Pinneberg.

 Thiesens Argumente überzeugten Karl-Heinz Biewener davon, dass es in dem ostafrikanischen Land noch sehr viel zu tun gibt, bis das dortige Gesundheitswesen einen auch nur annähernd europäischen Zuschnitt besitzt – auch wenn inzwischen seit 2004 zahlreiche Container mit medizinischen Gütern im Auftrag der deutschen Fördergemeinschaft von Hamburg aus auf die Reise geschickt wurden.

 Die staatliche Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) hat diese Maßnahmen mit Zuschüssen zu den Transportkosten gefördert. Auch das Verteidigungsministerium leistete humanitäre Unterstützung, indem es Hilfsgüter aus dem Bestand der Bundeswehr für Krankenhäuser in Tansania bereitstellte.

 Aus Protokollen geht hervor, dass auch die zwischen Hamburg und der Hauptstadt Daressalam sowie zwischen Helgoland und Sansibar bestehenden Patenschaften von dem deutschen Förderverein bedacht wurden.

 Der Bückeburger Zahnarzt hat sich darüber informiert, wie zuverlässig diese Organisation ist, der er seine komplette Praxiseinrichtung anvertraut. Deren Vorsitzender Frank Thiesen kam selbst nach Bückeburg, um am Abbau aller Geräte und des Mobiliars sowie beim Verladen mitzuwirken. Biewener: „Ganz leicht fällt mir dieser Schritt nicht, aber mit über 70 Jahren hat man seinen Ruhestand verdient. Alle Bemühungen um eine Nachfolgelösung waren leider nicht erfolgreich. Da macht diese Entscheidung durchaus Sinn. Die gesamte untere Etage will ich danach an einen Architekten vermieten.“

 Noch ein letztes Mal hantierte er an seiner voll funktionsfähigen Dentaleinheit mit Bohrern, Luft- und Wasserspendern. Auch die Kassette in dem digitalen Röntgenscanner zog er noch einmal aus ihrer Halterung, schob sie wieder hinein und versicherte: „Die kann drüben noch viele gute Dienste tun. Natürlich geht auch die Entwicklungsanlage für die Röntgenaufnahmen mit, ebenso wie die noch gut erhaltene Ausstattung des Vorzimmers.“

 Die Praxis in der Ulmenallee 15 hat Karl-Heinz Biewener 40 Jahre lang geführt. Er hatte sie von seinem Vater Hubert übernommen, der in Bückeburg noch als erfolgreicher Fußballer der ersten Herrenmannschaft in guter Erinnerung ist. „Wir bringen alles zum Hamburger Hafen, wo ein 40 Fuß großer Container auch noch OP-Tische, Ultraschallgeräte, Wärmebetten und anderes mehr aufnehmen wird“, berichtete Thiesen. Häufig ist er dabei, wenn das Containerschiff im Hafen von Daressalam ankommt und ausgeladen wird. Dann kann er sich selbst um die Verteilung an die vorgesehenen Krankenhäuser und anderen medizinischen Einrichtungen kümmern.

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