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Zeitreise in die Sechziger

MaidaVale huldigen Jimi Hendrix Zeitreise in die Sechziger

Zurück in die Zukunft der Sechziger: Nachdem zunächst die Hannoversche Formation dBaser mit ihren Cover-Versionen von Songs der Bostoner Independent-Heroen Pixies die Schraub-Bar ordentlich auf Temperatur gebracht hatten, boten MaidaVale einen Parforce-Ritt quer durch die Ära des Bluesrock und des Psychedelic an.

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Retro- und Classic-Rock sind keine Altherrendomäne.

Quelle: jp

BÜCKEBURG. Diese Spielart des Rock ist in den Sechzigern vor allem durch Künstler wie Jimi Hendrix, Jefferson Airplane und The Doors populär geworden. Mit den Songs ihres 2016 veröffentlichten Debüt-Albums „Tales of the wicked west“ stellte das junge Quartett unter Beweis, dass Retro- und Classic-Rock im 21. Jahrhundert quicklebendig und endgültig keine Altherrendomäne mehr sind. Heavy Blues/Psychedelic Rock nennen die vier Schwedinnen um Sängerin Matilda Roth ihre Musik, die sie spielen, seit sie sich als Studentinnen beim Musikstudium kennenlernten und von Matildas Begeisterung für den rebellischen, drogeninduzierten Rock der späten Sechziger und frühen Siebziger anstecken ließen.

Einflüsse der Doors

 Unverkennbar sind die Einflüsse der Doors, wenn Matilda Roth barfuß, in weitem schwarzen Kaftan, mit wehender Mähne und in ekstatischem Tanz auf der Bühne loslegt – wie ein aus der Zeit gefallener, junger Jim Morrison. Ebenso stampfen Vorbilder wie Uriah Heep oder Black Sabbath durch Songs wie „The greatest story ever told“, mit dem die Schwedinnen Vollgas geben. Die grazile Sofia Ström lässt dabei an den Saiten den Jimi-Hendrix-Derwisch heraushängen, wobei sie wie ihr großes Vorbild den Klang ihres Instruments mit einem Wahwah-Pedal die Sporen gibt. Bassistin Linn Johannesson hält sich in stoischer Unermüdlichkeit eher im Hintergrund der beiden wilden Frontfrauen, während Johanna Hansson ebenso beharrlich das Schlagwerk bearbeitet.

Liveszene aufmischen

 Dass Blues- und Retro-Rock im Zeitalter sich immer schneller und hektischer ändernder Musiktrends Hochkonjunktur haben, beweist der anhaltende Erfolg von Bands wie den Black Keys oder Kings of Leon. Und bei knochenhartem Blues und Psychedelic Marke Schweden mit energischer weiblicher Stimme, drängt sich der Vergleich mit den Blues Pills aus Örebrö auf, die spätestens seit ihrem Album „Lady in Gold“ nicht nur die europäischen Album-Charts, sondern auch die Liveszene aufmischen. Tatsächlich huldigen die Örebröer um Frontfrau Elin Larsson und die vier Landsmänninnen aus Farösund den gleichen Vorbildern und schöpfen aus dem gleichen historischen Rock-Fundus. MaidaVale mögen im Moment noch nicht so populär sein wie die Blues Pills, doch mit ihrer energetischen Bühnenperformance haben sie definitiv das Zeug dazu, sich in wenigen Jahren in das Line-Up großer Festivals zu spielen. jp

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