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Zementieren Tafeln bestehende Bedürftigkeit?

Bückeburg / Heitmann bezieht Stellung Zementieren Tafeln bestehende Bedürftigkeit?

Bückeburg (bus). Heinrich Heitmann hat während der Hauptversammlung der Bückeburger Tafel Stellung zu Meinungen und Fragen bezogen, in denen Kritik gegenüber der ehrenamtlich arbeitenden Hilfseinrichtung laut wird. „Zu einer objektiven Darstellung gehören meines Erachtens grundsätzlich auch Dinge, die kritisch betrachtet werden“, gab der Vorsitzende zu verstehen.

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Heinrich Heitmann bezieht Stellung zu kritischen Meinungen und Fragen.

Quelle: bus

Heitmann führte als Beispiele Anmerkungen an wie diese:
* Eure Arbeit verdient ja viel Lob und Anerkennung, aber durch Eure Unterstützung lähmt Ihr den Willen der Bedürftigen, selbst alles daran zu setzen, für den eigenen Lebensunterhalt zu sorgen. Die Tafelbewegung zementiert also die bestehende Bedürftigkeit.
* Sind überhaupt alle Eure Kunden bedürftig? Die kommen doch fast alle mit einem Auto.
* Sind die Bedürftigen überhaupt in der Lage, aus den zur Verfügung gestellten Artikeln ein leckeres und gesundes Gericht zu bereiten?
* Besuchen die Anspruchsberechtigten auch noch andere Tafeln?
„Diese Äußerungen müssen ja nicht falsch sein und werden auf einen Teil unserer Kunden auch zutreffen. Trotzdem halten wir unsere Arbeit für äußerst gut und sinnvoll“, betonte Heitmann und führte weiter aus, dass viele Kunden große Wegstrecken auf sich nähmen, um die Tafel aufzusuchen. „Kommt man auf dem Dorf noch ohne Pkw aus, wenn man Kinder und erhebliche Mengen zu transportieren hat?“, lautete seine Gegenfrage zum Thema „Auto“. Zum Punkt „Bedürftigkeit“ merkte der Vorsitzende an, dass diese beim ersten Besuch genau geprüft und alljährlich überprüft werde.
Zur Speisenzubereitung meinte Heitmann: „Viele werden nicht in der Lage sein, ein gesundes und schmackhaftes Gericht aus den erhaltenen Lebensmitteln zu bereiten. Ob die von uns verteilten, einfach gehaltenen Kochbücher helfen, vermögen wir, nicht zu beurteilen. Wir sind aber aus vielerlei Gründen nicht in der Lage, entsprechende Kochkurse abzuhalten, weder räumlich noch personell – und auch nicht aus Gründen gesetzlicher Vorschriften.“
Zudem sei die Tafelbewegung aus einem weiteren Blickwinkel zu betrachten. „Die Lebensmittelindustrie produziert meines Wissens nach etwa 15 Prozent mehr, als der Markt benötigt.“ Was insbesondere mit dem fragwürdigen Zustand zusammenhänge, die Läden bis 22 Uhr geöffnet zu halten. Heitmann: „Der letzte Kunde soll ja das gleiche Sortiment vorfinden wie der, der als Erster den Laden betritt.“
Für die Entsorgung der Überproduktion würden ohne die Existenz der Tafeln enorme Summen aufgewendet werden müssen. „Also sind wir in dieser Hinsicht auch Partner der Lebensmittelhersteller und Lebensmittelhändler. Statt anzuprangern, haben wir allen Grund, Dank auch im Namen der Bedürftigen zu sagen“, schloss der Vorsitzende seine Ausführungen.
Bleibt anzumerken: Die von der Bückeburger Tafel zu entrichtenden Abfallgebühren werden in diesem Jahr voraussichtlich rund 2000 Euro betragen.

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