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Zoff geht in weitere Runde

Bückeburger Niederung Zoff geht in weitere Runde

Die Auseinandersetzungen zwischen der CDU und dem SPD-Ratsherrn Wolfhard Müller um das Naturschutzgebiet Bückeburger Niederung und dem „Fernziel“ einer Ausweitung von circa 50 auf 250 Hektar sind in eine neue Runde gegangen.

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Kann eine Zusammenarbeit von Landwirtschaft und Naturschutz den trassenfernen Ausbau verhindern?

Quelle: Archiv

Bückeburg. Die Christdemokraten appellierten in einer Pressemitteilung „eindringlich an die Mehrheitsfraktion, diesem Irrsinn eines einzelnen Ratsherren Einhalt zu gebieten“. Es setze sich „bei allen Beteiligten“ immer mehr das Gefühl fest, dass sich hier jemand „ein Denkmal setzen möchte“. Mit einem vernünftigen Naturschutz hätten die Vorstellungen des SPD-Ratsherren nichts mehr zu tun.

Müller bedauerte in einer Stellungnahme, dass seitens der CDU nicht immer sachgerecht diskutiert werde. „Mit dem Wortgebrauch und der Unterstellung werden unsachliche und persönlich verletzende Argumente in die Diskussion gebracht, die mit einem verantwortlichen Umgang mit unseren natürlichen Ressourcen nichts zu tun haben.“

So gerate leider der klassische Zielkonflikt zwischen Landwirtschaft und Naturschutz am Beispiel der Bückeburger Niederung „stark in eine unangemessene Polarisierung“. Dies sei umso bedauerlicher, als die Faktenlage alle gesellschaftspolitisch vor die Aufgabe stelle, die naturgegebenen Grundlagen besser zu schützen.

Zu hohe Nitratwerte

So hätten inzwischen 50 Prozent der Brunnen zu hohe Nitratwerte, die Phosphatbelastungen seien zu hoch. Der Flächenanteil an Naturschutzgebieten in Schaumburg liege bei nur 2,06 Prozent und damit unter dem Landesdurchschnitt, argumentiert Müller.

Hingegen würden 60 Prozent der Fläche Niedersachsens landwirtschaftlich genutzt, 72 Prozent davon nach Angaben der Landwirtschaftskammer als Ackerland. Diese Flächen würden einem hohen Eintrag von Pestiziden und Düngemitteln unterliegen. Feuchtgrünland und Randsäume als Sicherungsflächen für die biologische Vielfalt seien kaum noch vorhanden.

Natürlich sei die Niederung ein Kleinod und auch schützenswert, stellt wiederum die CDU fest. Die Forderung eines weiteren Flächenankaufs bedrohe aber nicht nur die heimischen landwirtschaftlichen Betriebe in ihrer Existenz. Es gehe auch an jeder bisher gemeinschaftlich betriebenen Planung vorbei.

Mit einem „vernünftigen Naturschutz“ hätten die Vorstellungen Müllers nichts mehr zu tun. Die CDU frage sich, wie ein einzelner SPD-Ratsherr den Landwirten Angebote machen könne, zum Beispiel auf den extensiv genutzten Flächen das schwarz-weiße Niederungsrind zu halten: „Herr Müller besitzt weder das Land noch vergibt er die Fördermittel.“

Zudem habe die Landwirtschaft bereits heute mit negativen Auswirkungen des Naturschutzes zu kämpfen. Ob durch Jakobskraut oder Fraßschäden durch Gänse: Den finanziellen Schaden würden bisher allein die Landwirte tragen.

"Hier stimmt die Verhältnismäßigkeit nicht mehr"

„Wir reden hier von einer Fläche von 1,8 Millionen Quadratmetern“, sagt CDU-Fraktionschef Axel Wohlgemuth: Bei der zuletzt gekauften Weide habe die Stadt zwei Euro pro Quadratmeter bezahlt, womit letztlich über eine Summe von 3,6 Millionen Euro öffentlicher Gelder geredet werde: „Hier stimmt die Verhältnismäßigkeit nicht mehr, wenn gleichzeitig um 20000 Euro Einsparungen bei der Kultur gerungen wird.“ Naturschutz sei richtig und wichtig, aber wie bei allen politischen Entscheidungen bedürfe es auch dabei eines vernünftigen Augenmaßes.

Ein Schlusssatz der CDU, den Müller aufgreift. Die Niederung sollte gemeinsam in diesem Sinne weiterentwickelt werden. Wesentlich sei eine Naturschutzverordnung. Ihm sei besonders wichtig, dass der Umbruch von Grünland nicht mehr zulässig ist. Er würde sich freuen, einem Interessenausgleich näherzukommen, und biete einen konstruktiven Dialog an.

Auseinandersetzungen dürften nicht die künftige Zusammenarbeit von Landwirtschaft und Naturschutz sein, sagte Müller weiter. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass beide Seiten angesichts der Bedrohung durch eine ICE-Neubaustrecke zwischen Lindhorst und Porta Westfalica dringend zusammenhalten müssten: „Eines ist sicher: Wenn wir uns gemeinsam auf eine Naturschutzverordnung einigen, dann hätte die trassenferne Ausbaustrecke der Bahn keine Möglichkeit, umgesetzt zu werden.“ rc

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