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Zollfahnder stellen 15 Kilo „Gras“ sicher

Bückeburg/Auetal/Bad Eilsen / Zoll Zollfahnder stellen 15 Kilo „Gras“ sicher

Drogenschmuggel von Holland nach Polen kommt in Mode. Gleich zwei solcher Fälle haben das Bückeburger Schöffengericht jetzt am selben Tag beschäftigt. Zusammen ging es dabei um mehr als 15 Kilogramm Marihuana. Der Verkaufswert liegt laut Staatsanwaltschaft bei bis zu 150 000 Euro.

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Quelle: dpa

Bückeburg/Auetal/Bad Eilsen (ly). Gegen einen der Kurierfahrer hat Richter Dirk von Behren jetzt 29 Monate Haft verhängt, gegen einen weiteren Angeklagten 28 Monate. Auf der Anklagebank saßen jeweils Polen, die mit reichlich „Stoff“ im Gepäck auf der Autobahn das Bundesgebiet durchqueren wollten. Einen von ihnen zogen Zollfahnder am 5. Mai an der Anschlussstelle Bad Eilsen aus dem Verkehr.

Eher stümperhaft hatte der Familienvater (48) in der Mulde fürs Reserverad 8300 Gramm Marihuana versteckt, auch als „Gras“ bekannt. Für die riskante Tour sollte er nach eigenen Angaben 500 Euro Kurierlohn bekommen. Die Zeit bis zum Prozess verbrachte der 48-Jährige in Untersuchungshaft.

Bewährung, auf die der Angeklagte gehofft hatte, war für das Gericht kein Thema. „Drogenfahrten von den Niederlanden nach Polen über Deutschland nehmen erheblich zu“, erklärte Richter von Behren. „Vor dem Hintergrund kommen Bewährungsstrafen nicht in Betracht. Allein schon, um Nachahmungstäter abzuschrecken.“ Hinzu kommt, dass die Mindeststrafe für derartige Vergehen zwei Jahre beträgt.

Nur fünf Tage nach dieser Fahrt, am Abend des 10. Mai, war Zollfahndern aus Hannover auf der Autobahn 2 ein Kompaktwagen mit polnischem Kennzeichen aufgefallen, in dem zwei Männer saßen, 31 und 32 Jahre alt. Und wieder einmal hatten die Fahnder den richtigen Riecher: Hinter einer Klappe am Unterboden des Fahrzeugs befanden sich fast 6800 Gramm „Gras“.

Das Marihuana war professionell versteckt, nur eben nicht professionell genug. Bei Funden dieser Größe ist eine „nicht geringe Menge“, die Grenze zum Verbrechen, weit überschritten.

Nachweisen ließ sich die Beihilfe zum Drogenhandel und -erwerb in diesem Fall jedoch nur einem der beiden Polen. Den zweiten Mann musste das Gericht freisprechen – im Zweifel für den Angeklagten. Zuvor hatte der jüngere Angeklagte ein Geständnis abgelegt und seinen Schwager entlastet. Vom Verstauen der Drogen soll dieser nichts mitbekommen haben, weil er zu der Zeit in einem holländischen Supermarkt eingekauft habe.

Gegen den freigesprochenen Angeklagten soll in Polen übrigens ein Verfahren wegen bandenmäßigen Drogenschmuggels anhängig sein. „Für unser Verfahren bedeutet das gar nichts“, wie Richter von Behren betonte. „Es wirft vielleicht ein schlechtes Licht auf den Angeklagten – mehr aber auch nicht.“

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