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Zu wenig Lust auf Fachkraft

Johanna Wanka im Gespräch mit der Senioren-Union Zu wenig Lust auf Fachkraft

Trotz 34 Grad draußen ein rappelvoller JoëlLe-Theule-Saal: Nicht nur Bundesbildungs- und Forschungsministerin Johanna Wanka, sondern auch der Vorsitzende der Senioren-Union (SU) Bückeburg, Friedel Pörtner, waren erstaunt, dass gestern Abend so viele der Einladung der SU gefolgt waren.

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Deutschland müsse aufpassen, denn zu wenige Jugendliche hätten Lust, Fachkräfte zu werden, warnt Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (kleines Bild) vor der Senioren-Union.

Quelle: rc

BÜCKEBURG. Die Ministerin hielt einen Vortrag zum Thema „Bildung und Forschung als Schlüssel für die Zukunftsfähigkeit Deutschlands“. Duales Ausbildungssystem, Forschung (insbesondere Gesundheitsforschung), das Bildungssystem und Flüchtlinge waren ihre Schwerpunktthemen.

Deutschland mit einem Prozent der Bevölkerung ist ein kleines Land, aber viertstärkste Industrienation der Welt. Innovationskraft, Entdeckerfreude und Fachkräfte in allen Bereichen hätten Deutschland so stark gemacht, so Wanka. Und dazu trage das duale Ausbildungssystem ganz erheblich bei, obwohl es viele Jahre von der OECD nicht anerkannt worden sei. Heute gebe es viele Länder, die angesichts der Stärke der Wirtschaft und der vergleichsweise geringen Arbeitslosigkeit nachfragen, um dieses System auf ihre Länder zu übertragen, sagte Wanka. Deutschland müsse aber aufpassen, denn zu wenige Jugendliche hätten Lust, Fachkräfte zu werden.

1,2 Milliarden schwere Kampagne

Daher sei seitens des Ministeriums in Zusammenarbeit mit dem Bundesarbeitsministerium eine 1,2 Milliarden Euro schwere Kampagne gestartet worden, um dieses System zu stärken und insbesondere Jugendlichen Entscheidungsperspektiven aufzuzeigen. „Individuelle und präventive Beratung in kleinsten Einheiten“, wie es die Ministerin umschrieb: „Denn was nutzt der Berufswunsch Maschinenbau-Ingenieur, wenn die Zeugnisnoten etwas anderes sagen?“ An die Großeltern appellierte sie, sich mit den Berufswünschen ihrer Enkel auseinanderzusetzen. Außer den Eltern hätten sie den größten Einfluss auf die Berufswahl.

Auch im Bereich der Forschung und der Universitäten sei Deutschland gut aufgestellt. Für die Erforschung der sechs großen Volkskrankheiten seien Gesundheitszentren gegründet worden. Bei der Erforschung von Krebs und insbesondere Kinderkrebs sei Deutschland führend. Angesichts der älter werdenden Gesellschaft sei es wichtig, den Umgang mit Krankheiten zu lernen oder herauszufinden, wie Krankheiten verzögert werden können. Dabei schauten andere Nationen genau darauf, was Deutschland tue – mit Japan die „älteste Nation der Welt“. Unis und Fachhochschulen seien in der Breite gut ausgestattet. Mit der Förderung von Exzellenz-Unis sei zudem eine Wettbewerbssituation entstanden, sodass inzwischen auch wieder ausländische Studenten und Forscher nach Deutschland kommen. Auf der anderen Seite gehen 30 Prozent der deutschen Studenten zumindest für ein Semester ins Ausland.

Flüchtlinge können Probleme nicht lösen

Bei den Flüchtlingen gehe sie nicht davon aus, dass sie das demografische Problem Deutschlands und den Mangel an Fachkräften lösen könnten. Die Hälfte der Flüchtlinge sei zwar unter 25 Jahre alt, bei etwa einem Drittel dieser Altersgruppe gingen Untersuchungen inzwischen davon aus, dass sie Analphabeten oder sehr schlecht gebildet sind. Für Deutschkurse und andere niedrigschwellige Angebote gebe das Ministerium hunderte von Millionen Euro aus: „Das ist unbedingt notwendig.“ Für die zwischen 18- bis 25-Jährigen, die nicht mehr in die Schule kommen, seien am ehesten handwerkliche Berufe geeignet. Deshalb sei in Zusammenarbeit mit den Handwerkskammern ein Projekt aufgelegt worden. 10000 Angebote von Stellen für Flüchtlinge unterstütze das Ministerium mit besonderen Fördermitteln. Aber: Das Ministerium fördere nicht nur, sondern fordere auch – dass sich Flüchtlinge auf unser Leben und unsere Kultur einlassen. rc

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