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Bückeburg Stadt Zukunft von Schloss Baum ungewiss
Schaumburg Bückeburg Bückeburg Stadt Zukunft von Schloss Baum ungewiss
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00:17 25.11.2016
Was wird aus Schloss Baum, idyllisch gelegen mitten im Schaumburger Wald? Quelle: rc
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Bückeburg

Was wird aus der bei Rusbend gelegenen Tagungs- und Freizeitstätte Schloss Baum? Oder genauer: Was wird aus dem dortigen Beherbergungsbetrieb des Evangelischen Jugendwerks Schaumburg-Lippe und den von diesem offerierten Veranstaltungen? Diese Frage stellt sich, da sich der Verein aufgrund internen Beschlusses in Liquidation – also in der Auflösung – befindet und die von ihm eingegangenen Verpflichtungen somit abgewickelt werden. Hintergrund ist, dass sich der Verein als Pächter der Immobilie sowohl finanziell als auch personell nicht in der Lage sieht, für die Instandhaltung des Anwesens aufzukommen respektive zu sorgen.

Der noch bis Ende 2022 laufende Vertrag, den das Jugendwerk im Jahr 1978 mit der Fürstlichen Hofkammer Bückeburg geschlossen hat, enthält einige Bestimmungen, mit denen der Eigentümer von Schloss Baum seine Verpflichtungen „in umfassender Weise“ auf das Jugendwerk übertragen hat, berichtete Landesbischof Karl-Hinrich Manzke anlässlich der Herbsttagung der 19. Landessynode der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Schaumburg-Lippe.

Auflagen der Unteren Naturschutzbehörde

Dazu gehöre unter anderem eine Klausel, gemäß der der Verein sämtliche Instandhaltungskosten für das historische Jagdschloss sowie alle dortigen Anlagen – einschließlich der Außenanlagen – trage. Ferner müsse das Jugendwerk sämtliche behördlichen Auflagen hinsichtlich des Pachtobjektes erfüllen, wozu außer etwaigen Vorgaben der Denkmalschutzbehörde auch Auflagen der Unteren Naturschutzbehörde zählen. So etwa jene, dass Abwässer nicht einfach im Waldboden versickern dürfen, sondern ordnungsgemäß geklärt und entsorgt werden müssen.

Apropos: Dass die dafür auf dem Gelände vorhandene Kleinkläranlage saniert werden muss, ist dem Verein laut Manzke zwar schon seit vielen Jahren bekannt, jüngst aber ist Bewegung in die Angelegenheit gekommen. „Eine Nichtsanierung hätte zur Folge gehabt, dass der Beherbergungsbetrieb des Jugendwerkes in Schloss Baum zum Ende dieses Jahres durch behördliche Verfügung geschlossen worden wäre“, erklärte er. Da man dies jedoch nicht habe riskieren wollen, habe die Landeskirche den Verein mit den Planungen der erforderlichen Sanierung unterstützt.

Sanierung der Kleinkläranlage zahle die Landeskirche

Zudem bezahle die Landeskirche die rund 55000 Euro teure Sanierung der Kleinkläranlage, wobei das hierfür verwendete Geld aus der im Sommer 2016 erfolgten Veräußerung der bis dahin ebenfalls von dem Jugendwerk betriebenen „Waldhütte“ in Steinbergen-Engern stamme. Der erzielte Verkaufserlös wurde nach Auskunft des Landesbischofs überdies dafür verwendet, aufgelaufene Verbindlichkeiten des Vereins auszugleichen. „Leider ist es uns nicht gelungen, dass sich die Fürstliche Hofkammer ihrerseits mit einem signifikanten finanziellen Beitrag an der Sanierung der Kleinkläranlage beteiligt“, bedauerte Manzke.

Über die Jahrzehnte seien die Bedingungen, unter denen das Evangelische Jugendwerk Schaumburg-Lippe Schloss Baum als Tagungs- und Freizeitstätte betrieben habe, „viel komplexer“ geworden, ergänzte Klaus-Dieter Kiefer, der Präsident der Landessynode. Exemplarisch verwies er in diesem Kontext auf die gestiegenen Anforderungen an den Brandschutz. Ohne die im Laufe der Zeit erfolgten Investitionsmaßnahmen der Landeskirche hätte der Beherbergungsbetrieb des Jugendwerkes daher „nie existieren“ können. Für die Zukunft aber würden derart große Investitionen anstehen, die nicht mehr zu schultern seien.

Gespräche mit der Hofkammer

Daher ist die Landeskirche in Gesprächen mit der Hofkammer, um eine gemeinsame Lösung zu finden, wie der Betrieb auf Schloss Baum fortgeführt werden kann. Eine Überlegung ist, dass die Landeskirche – wenn die vertraglichen Bedingungen akzeptabel sind – nach einem entsprechenden Beschluss der Synode in den zwischen dem Jugendwerk und der Hofkammer geschlossenen Pachtvertrag eintritt. Das verriet Christian Frehrking, der Präsident des Landeskirchenamtes der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Schaumburg-Lippe. Sollten die Verhandlungen indes scheitern, würde man den Verein noch bis 2022 am Leben halten, um den Betrieb der Tages- und Freizeitstätte bis dahin aufrechtzuerhalten. wk

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