Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 8 ° Regenschauer

Navigation:
Zum Abtanzen ins „Zuchthaus“

Die JVA-Pläne im Detail Zum Abtanzen ins „Zuchthaus“

„So ein Objekt mit so einem Konzept gibt es deutschlandweit nicht“, sagt Waldemar Miller. Er hat große Teile der ehemaligen Justizvollzugsanstalt (JVA) an der Ahnser Straße gekauft. Dort will er eine Disco mit dem Namen „Zuchthaus“, ein „Café Knast“, ein „Knast-Hotel“ und eine Tanzschule mit dem Namen „MyDance“ eröffnen.

Voriger Artikel
Günther Ihloff führt den VdK
Nächster Artikel
Bekannte Gäste

Tanzen und schlafen hinter Gittern: Die ehemalige JVA an der Ahnser Straße soll Disco, Hotel, Event-Zentrum, Tanzstudio und Café werden.

Quelle: rc

Bückeburg. Außerdem werden Büroflächen – „am besten für einen Anwalt oder auch andere Freiberufler“ – entstehen.

 Bevor Ende des Jahres Eröffnung gefeiert werden kann – das Hotel geht erst 2016 an den Start –, hat Miller viel Arbeit vor sich. Es muss abgerissen und umgebaut werden, um den alten Knast für die geplanten Nutzungen herzurichten. Die Eröffnungen der Bereiche sind Zug um Zug geplant. Wie viel er investieren werde, das könne er derzeit noch nicht abschätzen, so Miller. Zumal er seitens der Behörden einige Auflagen wie etwa für den Brandschutz oder die Fluchtwege erfüllen muss. Vor dem Kauf stand er deswegen in enger Abstimmung mit der Stadt. Anträge oder Genehmigungen hat Miller noch nicht gestellt. „Noch ist alles in Vorbereitung und ein Vorhaben.“

 Das aber schon sehr konkret ist. Die Disco wird in der alten Werkhalle und dem Betsaal auf rund 350 Quadratmetern entstehen. Drei Floors für Hip-Hop, für Elektronik und für Chart-Musik sind geplant. „Wir wollen jeden Geschmack treffen.“ Einige angrenzende Zellen werden so umgebaut, dass Gäste sie für ihre eigene Fete benutzen können: mit Fernseher, Sofas oder Playstation. Künstler sollen eingeladen werden und für Musik sorgen. Disco, Außenbereich und Gewerbevermietung werden von Miller selbst gemacht. Alles andere wird vermietet beziehungsweise verpachtet.

 Das Café und das Tanzstudio sollen schon am 1. September eröffnet werden. Für das Tanzstudio ist bereits eine Betreiberin gefunden worden. Für das Café – von der Hans-Neschen-Straße aus erreichbar – stehe man in aussichtsreichen Verhandlungen mit einem potenziellen Pächter.

 Auf der Freifläche im Innenhof wird ein Bereich eingerichtet, in dem Konzerte für das „reifere Publikum“ stattfinden sollen. Vier Veranstaltungen pro Jahr sind geplant, voraussichtlich wird noch in diesem Sommer ein erstes Konzert über die Bühne gehen.

 Das „Knast-Hotel“ wird in den Zellen im Obergeschoss eingerichtet und soll um die 16 Zimmer haben. Die Hälfte der Zimmer soll unverändert bleiben: achteinhalb Quadratmeter, Waschbecken, Toilette und Platz für einen kleinen Schrank und ein schmales Bett. Die andere Hälfte der Zimmer wird aus drei ehemaligen Zellen bestehen, die nach dem Abriss von Zwischenwänden genügend Platz, eigenen Nassraum und allen erdenklichen Komfort bieten.

 Von außen erhält das Gebäude einen neuen – bunten – Anstrich, die Heizungsanlage wird saniert und von Koks- auf Gasbetrieb umgestellt. Und auf den Freiflächen vor der JVA und an der Hans-Neschen-Straße entstehen Parkplätze.

 Einen weiteren Bereich der JVA, das alte Hausmeisterhaus samt dahinter liegender Freiflächen, hat die Bückeburger Unternehmerin Andrea Schumacher gekauft. Sie wird mit ihrem Taxiunternehmen „Taxi-Buchholz“ von der Scheier an die Ahnser Straße umsiedeln – „sobald einige Renovierungs- und Erneuerungsarbeiten beendet sind“, sagte Schumacher während eines Ortstermins.

 Insgesamt 15 Taxen mit Standorten auch in Obernkirchen und Rinteln unterhält das Unternehmen, das um die 40 Mitarbeiter beschäftigt. Am alten Standort habe es häufiger Beschwerden von Anwohnern über an- und abfahrende Fahrzeuge gegeben, außerdem waren dort nicht genügend Stellplätze vorhanden. „Hier kann ich potenzielle Kundschaft gleich in meine Taxen laden“ freut sich Schumacher.

 Die JVA war bis Ende 2011 als Jugendarrestanstalt und Außenstelle der Jugendanstalt Hameln genutzt worden. Sie hatte Platz für rund 100 Häftlinge. Das Grundstück umfasst rund 11.500 Quadratmeter. 175.000 Euro wollte der Landesliegenschaftsfond laut Exposé mit dem Verkauf erzielen.  rc

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben
Mehr zum Artikel
Disko und Hotel sollen in ehemalige JVA

Also wohl doch eine Disko: Aus der ehemaligen Justizvollzugsanstalt (JVA) soll Ende dieses Jahres ein Tanztempel werden.

mehr

Unternehmen quer durch alle Branchen haben sich auch in diesem Jahr wieder an der Aktion der Lions Clubs beteiligt, deren Erlös auch der „Weihnachtshilfe“ der Schaumburger Nachrichten zugute kommt. Hier finden Sie ab dem 1. Dezember die täglich aktuellen Gewinnnummern. mehr

In Ruhe einkaufen, erholsam Urlaub machen, in die Stadtgeschichte eintauchen oder einfach mal in einem der vielen Restaurants und Kneipen die Seele baumeln lassen. Lernen Sie Stadthagen von einer ganz anderen Seite und auf ganz besondere Weise kennen. mehr

Schaumburg